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·28. März 2025

Di Salvo: "Wir haben eine gute Mannschaft!"

Artikelbild: Di Salvo: "Wir haben eine gute Mannschaft!"

Mit zwei Siegen gelang der U 21-Nationalmannschaft eine erfolgreiche Generalprobe für die Europameisterschaft vom 11. bis 28. Juni in der Slowakei. Beim EM-Gastgeber gewann der DFB-Nachwuchs mit 1:0, bevor die Mannschaft von Cheftrainer Antonio Di Salvo im mitreißenden Highlight-Heimspiel im ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt Spanien mit 3:1 besiegte. Im DFB.de-Interview spricht Di Salvo darüber.

DFB.de: Antonio Di Salvo, in der Slowakei hat Ihre Mannschaft mit 1:0 gewonnen, wie bewerten Sie diese Partie?


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Antonio Di Salvo: Wir haben die Slowakei ganz bewusst ausgewählt. Sie sind bei der EM dabei und waren ein Testspielgegner, der eine Mischung aus Slowenien und Tschechien - unseren beiden ersten Gruppengegnern bei der EM - widerspiegelt. Für mich war es wichtig zu sehen, wie wir uns gegen solche Mannschaften verhalten. Wir haben 1:0 gewonnen - ich hatte ja schon im Vorfeld gesagt, dass es ein schwieriges Spiel werden wird, das hat sich auch bestätigt. So wissen wir, was auf uns zukommt: Mannschaften, die aggressiv sind, die immer auf ihre Chancen lauern und in der Lage sind, auch gefährlich zu werden. Wir nehmen aus diesem Spiel mit, dass wir defensiv nichts zugelassen und vorne das entscheidende Tor gemacht haben.

DFB.de: Anschließend gab es das Heimspiel gegen Spanien, einen der Favoriten auf den EM-Titel.

Di Salvo: Spanien war ein Gegner auf Topniveau, auch wenn ein paar Spieler gefehlt haben, die vermutlich bei der EM dabei sein werden. Unter dem Strich war das ein überzeugender Sieg von uns mit einer bockstarken Leistung, die uns Mut geben sollte. Besonders wichtig war mir, dass wir unseren Weg aus dem Herbst 2024 erfolgreich fortgeführt haben. Man hat schon gemerkt, dass es nach fast vier Monaten eine gewisse Zeit braucht, bis sich Abläufe wieder eingeschliffen haben und wir wieder auf dem Niveau agieren, das wir haben wollen. Was gegen die Slowakei wieder eingeübt werden musste, haben wir gegen Spanien sehr gut abrufen können.

DFB.de: Was löst diese sehr gute Leistung mit den tollen Rahmenbedingungen im Merck-Stadion am Böllenfalltor im Hinblick auf die EM-Vorbereitung aus?

Di Salvo: Natürlich eine besondere Vorfreude und die Gewissheit: Egal, wie unser Kader ausschaut, und egal, in welcher Konstellation wir zusammenspielen, wir haben eine gute Mannschaft! Darüber hinaus hat man ja in Darmstadt gesehen, wie diese Stimmung die Mannschaft trägt: Das Stadion war voll, ich habe nur schwarz-rot-goldene Fahnen gesehen, die Stimmung war toll. Das gibt auch der Mannschaft ein gutes Gefühl, weil sie weiß, dass ein ganzes Land sie unterstützt.

DFB.de: Die U 21 steht jetzt bei 15 Spielen ohne Niederlage. Wieviel Selbstvertrauen gibt das?

Di Salvo: Das sorgt natürlich für eine breite Brust und viel Vorfreude auf das Turnier. Wir wissen, wie wichtig es ist, zu gewinnen und erfolgreich Spiele zu bestreiten, da solche Erlebnisse durch nichts zu ersetzen sind. Aber natürlich brauchen wir auch das Bewusstsein, dass wir jedes Spiel wieder hochkonzentriert angehen müssen und dass jedes Spiel eine Challenge wird. Unser erstes Spiel gegen die Slowenen wollen und müssen wir gewinnen - das wird schwer genug, weil der Gegner auch das Ziel hat, für eine Überraschung zu sorgen.

DFB.de: Von vielen Seiten wird häufig die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft betont. Wieviel Anteil hat das für Sie in Bezug auf eine erfolgreiche Europameisterschaft?

Di Salvo: Mir ist ein positives Umfeld, in dem sich die Spieler wohlfühlen, sehr wichtig, weil es eine der Voraussetzungen ist, um Topleistungen abrufen zu können. Ich glaube, das bekommen wir ganz gut hin, wofür natürlich erst mal die Mannschaft verantwortlich ist, aber darüber hinaus auch das Trainerteam und der Staff. Ich möchte meinem Staff diesbezüglich ein großes Lob aussprechen. Wir haben es geschafft, dass die Spieler gerne zu uns kommen und das Klima neben dem Platz sehr gut ist. Dann kann man auch den Schalter umlegen und Leistungen wie gegen Spanien abrufen.

DFB.de: Welche Aufgaben stehen in den nächsten Wochen mit Blick aufs EM-Turnier an?

Di Salvo: Wir werden natürlich die Spieler weiter beobachten, möglichst bei Spielen vor Ort, und sie während dieser Zeit begleiten. Zusätzlich haben wir die Entwicklung aller möglichen Kandidaten im Blick und müssen in den letzten acht Wochen genau hinschauen, da die aktuelle Form ein Faktor für die Nominierung ist. Zudem treffen wir uns regelmäßig mit dem Trainerteam, machen eine Analyse des eigenen Spiels, bereiten das Trainingslager vor und besprechen Trainingsinhalte, die wir unbedingt platzieren wollen. Wir haben jetzt endlich mal ein bisschen mehr Zeit zu trainieren, um strukturierte Abläufe mit der Mannschaft besprechen und einüben zu können. Zudem haben die Erfahrungen aus den vergangenen Turnieren gezeigt, dass bis zum Beginn viele organisatorische Themen anstehen, da wird mir bestimmt nicht langweilig.

DFB.de: Wie wird das im Detail aussehen?

Di Salvo: Im Bereich Spielerbeobachtung plane ich auch, die Spieler im Ausland zu beobachten. Im April möchte ich nach London zu Tottenham fahren, um die Jungs von Eintracht Frankfurt auf höchstem Niveau im Viertelfinale der Europa League zu beobachten. Im Anschluss möchte ich nach Brighton, um Brajan Gruda zu treffen, spielen zu sehen und auch mal beim Training vorbeizuschauen. In Bezug auf die Trainingsarbeit wird beispielsweise das gemeinsame Verteidigen ein Thema sein: Dabei geht es unter anderem darum, die Kompaktheit immer wieder herzustellen, das Timing beim Anlaufen zu koordinieren, die Abstände im Mittelfeld zu finden, das Nachrücken der Abwehr abzustimmen. Das wird eine lohnende Detailarbeit. Zudem wollen wir die Abläufe in der Offensive weiter verbessern, die teilweise schon richtig gut klappen, wie die jeweils ersten Tore gegen die Slowakei und Spanien gezeigt haben. Aber natürlich wollen wir uns noch mehr qualitativ hochwertige Chancen erarbeiten, deshalb werden wir an weiteren Varianten arbeiten.

DFB.de: Neben der sportlichen Herausforderung: Worauf freuen Sie sich ganz persönlich bei der EM?

Di Salvo: Nicht nur ich, sondern alle, mit denen ich spreche, haben eine riesige Vorfreude auf die EM, deshalb kann ich es kaum erwarten, bis es losgeht. So ein Turnier mit einer Mannschaft zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Ich persönlich möchte das ganz bewusst erleben, möchte diese Eindrücke und Situationen aufsaugen und neben allen Herausforderungen auch genießen. Und es ist mir wichtig, dies auch den Spielern, meinem Trainerteam und dem Staff mit auf den Weg zu geben.

DFB.de: Für dieses Jahr gilt auch: Nach der EM ist vor der EM. Zwei Monate nach Ende des Turniers in der Slowakei stehen die ersten Spiele mit dem neuen U 21-Team zur Qualifikation für die EM 2027 an. Wie bewältigen Sie diesen Übergang?

Di Salvo: Die EM 2027 in Albanien und Serbien hat ja quasi schon begonnen. Die Qualifikationsgruppen sind schon ausgelost, die Spiele terminiert, als nächstes werden die Spielorte festgelegt, die Planungen dazu laufen im Hintergrund. Auch die Kaderbildung ist in Zusammenarbeit mit meinem Trainerteam schon in der Vorbereitung, und wir beobachten die Spieler regelmäßig. Ich bin im ständigen Austausch mit U 20-Trainer Hannes Wolf, mit den U-Trainern Hanno Balitsch und Christian Wörns. Zudem stehe ich schon in Kontakt mit den Spielern für ein erstes Kennenlernen und um ihnen mitzuteilen, dass ich sie auf dem Zettel habe. Finn Jeltsch beispielsweise habe ich zu seinem Wechsel zum VfB Stuttgart gratuliert, mit anderen Spielern bin ich Kontakt bezüglich einer Entscheidung für Deutschland aufgrund ihrer doppelten Staatsbürgerschaft - ebenfalls eine wichtige Aufgabe.

DFB.de: Abschlussfrage: Sie haben Ihren Vertrag als U 21-Nationaltrainer vor der EM verlängert. Gibt das noch mal einen extra Motivationsschub?

Di Salvo: Das denke ich nicht. Ich trage eine starke intrinsische Motivation in mir und kann mich mit dieser Aufgabe extrem identifizieren. Der Wille, das Beste rauszuholen, ist ja immer da, unabhängig von der vertraglichen Situation. Zudem empfinde ich meine Arbeit auch als Privileg, dass ich als Nationalmannschaftstrainer mit Toptalenten arbeiten darf und jetzt mit ihnen zu einem tollen Turnier fahre.

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In Leipzig, genauer gesagt im "Restaurant zum Mariengarten", wurde am 28. Januar 1900 der Deutsche Fußball-Bund gegründet. Seinerzeit gehörten dem Verband überschaubare 90 Vereine an, aber das änderte sich rasch. Heute gibt es mehr als 24.000 Klubs mit mehr als 7,7 Millionen Mitgliedern. Dazwischen hat der DFB eine bewegte und bewegende Geschichte hingelegt, mit vielen Titeln, Tränen und Triumphen. 125 Jahre DFB bedeuten auch 125 Jahre Fußballliebe - für uns Anlass genug, auf dfb.de/fussballliebe zu sagen: "Ti amo, Fußball!" Auf dieser DFB.de-Subsite wollen wir auch mit den Fans und Fußballinteressierten in den Austausch kommen. Hier sammeln wir eure Themen - und machen sie zu unseren Themen.

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