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·24. Juni 2026

Díaz verzweifelt, Muñoz trifft: Kolumbien im Sechzehntelfinale

Artikelbild:Díaz verzweifelt, Muñoz trifft: Kolumbien im Sechzehntelfinale

Kolumbien steht im Sechzehntelfinale der WM 2026 – aber dieser Abend in Guadalajara war kein Fußballfest. Es war ein Abend, der zeigte, dass manchmal ein abgefälschter Schuss in der 76. Minute mehr wert ist als neunzig Minuten Dominanz.

Der Man of the Match hieß nicht Díaz

Luis Díaz, 29, Bundesliga-Stammspieler beim FC Bayern München, war der gefährlichste Mann auf dem Platz. Und trotzdem verlässt man das Estadio Akron mit dem Gefühl, dass er an diesem Abend nichts richtig machen konnte. Zwei Tore wurden ihm aberkannt – einmal Abseits, einmal Foul. Dazwischen die 50. Minute: Díaz nimmt den Ball links im Strafraum an, dreht sich, schießt – hart, flach, aus kurzer Distanz. Was folgt, gehört zu den besten Paraden dieses Turniers. Lionel Mpasi, Keeper des französischen Erstligisten Le Havre, kratzt den Ball mit dem Fuß von der Linie. Fußabwehr. Reflex. Für Díaz muss sich das angefühlt haben wie gegen eine Wand zu laufen.


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Dabei hatte der Bayern-Flügelspieler schon früh alles versucht. Kolumbien schnürte Kongo von Beginn an in der eigenen Hälfte ein, Díaz kombinierte, flankte, schoss – und Mpasi war immer da. Nach knapp zwanzig Minuten hatte der Kongolese bereits fünf Paraden auf dem Konto. Auf WM-Rekordkurs, wie Statistiker festhielten. Zum Vergleich: Tim Howard hielt 2014 bei einer WM-Partie insgesamt 16 Bälle, allerdings über 120 Minuten.

Mpasi: Ein Keeper, der sein Team allein trug

Was Lionel Mpasi an diesem Abend leistete, verdient eine eigene Einordnung. Nicht weil Kongo ein schlechtes Team wäre – sie hatten Portugal im ersten Spiel zu einem 1:1 gezwungen. Sondern weil er seine Mannschaft buchstäblich im Spiel hielt, während seine Vorderleute offensiv so gut wie gar nicht existierten. Er parierte gegen James Rodríguez aus 25 Metern, gegen Gustavo Puerta von der Strafraumkante, gegen Jhon Arias – und eben gegen Díaz mit jenem Fußreflex, der einen Aufschrei durch das Stadion jagte. Dass Kongo am Ende trotzdem verlor, lag nicht an Mpasi. Es lag daran, dass Abwehrspieler Steve Kapuadi einen Schuss ins eigene Netz abfälschte.

Muñoz: Der Rechtsverteidiger, dem nichts zu stoppen ist

Dass ausgerechnet Daniel Muñoz das Tor erzielte, hat eine gewisse Logik. Der Crystal-Palace-Profi war schon in der 6. Minute nah dran – ein Kopfball landete im Netz, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen. Er ließ sich davon nicht beirren. Als in der 76. Minute Einwechselspieler Jhon Córdoba im Strafraum fiel und damit die Abwehr irritierte, war Muñoz sofort zur Stelle. Sein Schuss von halbrechts war eigentlich aufs lange Eck gedacht – doch Kapuadis Hacke lenkte den Ball ins kurze Eck, unhaltbar für Mpasi. Glück? Ein bisschen. Verdient? Vollkommen.

Muñoz trifft nun in zwei aufeinanderfolgenden WM-Spielen. Für einen Rechtsverteidiger ist das bemerkenswert. Für Kolumbien ist er in diesem Turnier längst mehr als ein Defensivspieler.

Die Zahlen zum Einzug ins Sechzehntelfinale

Mit sechs Punkten aus zwei Spielen ist das Sechzehntelfinale bereits gesichert – und das schon vor dem letzten Gruppenspiel. Kolumbien hat in dieser Gruppe K bis jetzt kein Gegentor kassiert. Das ist eine Ansage.

Sonntag wartet Portugal – und der Gruppensieg

Am Sonntagmorgen früh (1:30 Uhr MESZ) treffen die Cafeteros im Hard Rock Stadium in Miami auf Portugal. Für Kolumbien reicht ein Remis zum Gruppensieg. Das klingt komfortabel – und ist es vielleicht auch. Aber Portugal mit Cristiano Ronaldo ist eine andere Hausnummer als Kongo oder Usbekistan. Trainer Néstor Lorenzo wird wissen, dass ein Sieg gegen die Selecao dem Turnierbaum eine andere Qualität verleihen würde.

Und Luis Díaz? Der Bayern-Star wird das Duell mit Mpasi noch eine Weile im Kopf haben. Aber wer in München Woche für Woche trifft, braucht sich um die Form keine Sorgen zu machen. Gegen Portugal dürfte der nächste Keeper etwas weniger überragend sein als der Mann aus Le Havre, der an diesem Abend eigentlich hätte gewinnen müssen.

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