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·10. April 2026
Dicke Luft in Lissabon: Mourinho rechnet mit der eigenen Mannschaft ab

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Die Rückkehr von José Mourinho (63) auf die Trainerbank von Benfica Lissabon – 25 Jahre nach seinem ersten Engagement – verläuft bislang alles andere als nach Plan. Nachdem die Adler bereits in der Champions League frühzeitig zum Zuschauen verdammt sind, droht nun auch das Titelrennen in der Liga Portugal endgültig verloren zu gehen. Ein enttäuschendes 1:1 beim abstiegsbedrohten Casa Pia brachte das Fass offenbar zum Überlaufen. Nach dem Abpfiff im Estádio Municipal de Rio Maior teilte der 63-Jährige kräftig gegen die eigene Mannschaft aus. Mourinho erklärte, es gebe aktuell bestimmte Spieler, die er am liebsten nicht mehr auf dem Rasen sehen wolle. Obwohl er sie am liebsten verkaufen würde, müsse er sie weiterhin aufstellen, um ihren Marktwert nicht zu gefährden. Mehrere Profis hätten offenbar den Bezug zur Realität verloren und lebten nicht mehr für den Fußball.
Besonders die mangelnde Siegermentalität stößt dem erfahrenen Coach sauer auf. Es gebe Spieler mit echtem Siegeshunger, aber eben auch solche, die das Leben offenbar auf die leichte Schulter nähmen. Das mache ihn traurig. Es handle sich nicht um schlechte Menschen oder schlechte Profis, aber es fehle ihnen massiv an Charakter, so Mourinho.
Die Zahlen untermauern die Frustration: Benfica ist nach 28 Spieltagen zwar die einzige ungeschlagene Mannschaft der Liga Portugal (19 Siege, 9 Remis, 59:18 Tore), steht mit 66 Punkten aber nur auf Rang drei. Zum Vergleich: Spitzenreiter Porto kommt bei gleicher Spielanzahl auf 73 Zähler, Sporting CP hat mit 68 Punkten aus 27 Partien ebenfalls deutlich die Nase vorn. Allein acht der neun Unentschieden fielen in Mourinhos Amtszeit – darunter beide Duelle mit Casa Pia sowie Heimremis gegen Rio Ave und ein Unentschieden in Tondela. Hätte Benfica nur diese vier Remis in Siege verwandelt, stünde man mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze.
Mourinho selbst räumte ein, man habe die verbliebenen Chancen auf die Meisterschaft selbst verspielt. Bei nur noch sechs ausstehenden Begegnungen und sieben Punkten Rückstand auf Porto ist der Titel rechnerisch zwar noch möglich, realistisch betrachtet jedoch außer Reichweite. Nun gehe es nur noch darum, den zweiten Platz zu sichern, der zur Teilnahme an den Champions-League-Playoffs berechtigt. Verbleibt Benfica auf Rang drei, wartet lediglich die Europa League. Auch die Kontrolle über dieses Ziel habe man mittlerweile aus der Hand gegeben, betonte Mourinho. Zuvor habe der zweite Platz ausschließlich vom eigenen Abschneiden abgehangen, nun sei man zusätzlich auf Ergebnisse anderer Mannschaften angewiesen. Das Remis gegen Casa Pia habe in dieser Hinsicht enorm viel gekostet. Die Stimmung in der portugiesischen Hauptstadt dürfte nach dieser Abrechnung auf einem Tiefpunkt angekommen sein.
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