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·26. Februar 2026
Die Bundesliga wirtschaftet solide – und genau das kann zum Problem werden

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·26. Februar 2026

Die deutschen Klubs wirtschaften solide, doch der finanzielle Abstand zur Premier League wächst. Der UEFA-Bericht zeigt strukturelle Unterschiede im europäischen Fußball.
Die Bundesliga erwirtschaftet 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2024, die Premier League 7,44 Milliarden. Fast das Doppelte. Ich lese diese Zahlen aus dem UEFA-Finanzbericht und frage mich: Ist das noch ein Wettbewerb oder bereits eine andere Sportart?
Die deutschen Klubs stehen solide da, keine Frage. Kein einziger Verein mit negativem Eigenkapital, während in England, Spanien, Italien und Frankreich jeweils mehrere Klubs in den roten Zahlen stecken. Das klingt nach deutscher Tugend, nach kaufmännischer Vernunft in einer Branche, die sonst gerne über ihre Verhältnisse lebt. Und ja, die Bundesliga verbesserte ihr Ergebnis um sieben Prozent, während andere Top-Ligen Minussummen verbuchten.
Doch diese Stabilität hat einen Preis, den ich für zu hoch halte: Die Bundesliga verliert den Anschluss an die finanzielle Spitze. Die 20 Premier-League-Klubs zahlten im vergangenen Jahr mehr Ablösesummen als die 58 deutschen, italienischen und spanischen Vereine zusammen. 11,6 Milliarden Euro gegen 10,3 Milliarden. Das ist keine Delle im Wettbewerb, das ist ein struktureller Bruch.
Wer sich die Transfermarkt-Realität anschaut, erkennt das Muster: Die besten Talente, die aufstrebenden Stars, die etablierten Nationalspieler – sie alle wandern nach England, weil dort das Geld liegt. Die Bundesliga kann mitbieten, aber nicht mithalten. Sie kann entwickeln, aber nicht halten. Das ist kein Naturgesetz, sondern die Konsequenz eines Geschäftsmodells, das Stabilität über Ambition stellt.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin mahnt trotz der Rekordeinnahmen von 28,6 Milliarden Euro zur Vorsicht. Steigende Betriebskosten, wachsende Mitarbeiterzahlen, Lohnsteigerungen außerhalb des Spielbereichs – all das müsse beobachtet werden. Er hat recht, aber seine Warnung trifft die Bundesliga härter als andere. Denn während englische Klubs ihre Kostenexplosion mit explodierenden TV-Einnahmen abfedern können, fehlt den deutschen Vereinen dieses Polster.
Die Bundesliga steht vor einem Dilemma: Entweder sie öffnet sich für mehr Investorenkapital und riskiert ihre wirtschaftliche Identität. Oder sie bleibt bei ihrem Modell und akzeptiert, dass der Abstand zu England weiter wächst. Beides hat Konsequenzen, beides verlangt Ehrlichkeit.







































