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·9. Januar 2026

Die Geschichte eines Podcasts – Teil 1

Artikelbild:Die Geschichte eines Podcasts – Teil 1

Wie im Rheinland ein VfL-Podcast erfunden wird

Zehn Jahre Wölferadio. Zehn Jahre DER VfL-Podcast – und ja, man kann es so deutlich sagen: Für alle, die wirklich VfL Wolfsburg hören, fühlen, verstehen wollen, ist das Wölferadio bis heute das einzige durchgehend relevante Audio-Format rund um die Grün-Weißen. Fan- und Clubradio zugleich – mit den drei “Ms”, die das Wölferadio bis heute auszeichnen: “Meinung”, “Mehrwert und “HuMor“. In dieser Wolfs-Blog-Serie gibt es die Hintergründe von der Entstehung bis heute.

Wie kommt man überhaupt auf die Idee, einen Podcast über den VfL zu starten, wenn es den “Trend” Podcasting gerade erst so richtig zu geben beginnt? Und warum passierte das ausgerechnet nicht in Wolfsburg – sondern aus einem Dachgeschoss im Rheinland heraus?


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Der Kopf hinter dem Mikro

Die Geschichte beginnt mit Lenny Nero, alias Lars Vollmering: gebürtiger Wolfsburger – und doch lange Zeit weg. Von 1997 bis 2018 lebte er im sprichwörtlichen „Exil im Rheinland“. Beruflich als Fernsehjournalist, oft nah am Mikro, oft nah an Geschichten. Und den VfL? Den ließ man nicht zurück, den nimmt man mit.

Schon seit 2012 schrieb Lenny als Blogger über den VfL, vor allem im Wolfs-Blog – und dort besonders mit seiner bekannten Stimme in Textform: dem „Wolfsgeheul“. Wer damals regelmäßig mitlas, bekam bei vielem aus der satirischen Bundesliga-Beobachtung schon mal einen Vorgeschmack auf künftige Ereignisse.

Vom Blog zum Buch – und plötzlich „VfL-Experte“

Dann kam der nächste Schritt: das Buch „111 Gründe, den VfL Wolfsburg zu lieben“. Der herausgebende Verlag suchte jemanden, der dieser Buchreihe über bekannte Fußballvereine mit einem Werk über den VfL Wolfsburg bereichert. Die Wahl fiel auf den “Exil-Blogger” aufgrund des unterhaltsamen Schreibstils. Und mit dem Buch kamen die Anfragen. Plötzlich war da nicht nur der Blogger, sondern der VfL-Experte, den man für Einschätzungen, Gespräche, Formate buchen wollte.

Unter anderem für ein Feld, das zu dieser Zeit noch ein wenig nach Spielerei klang – und in Wahrheit schon an der Seitenlinie zum Warmmachen war: Podcasting. Lenny tauchte in eine Bundesliga-Show auf mein.sportpodcast.de ein – und merkte dabei: Dieses Medium ist anders. Direkter. Persönlicher. Und perfekt für das, was Fußballfans wirklich wollen: Selbst ihre Sicht der Dinge darstellen – nicht nur die Meinung und Analysen der Sportzeitungen konsumieren oder sich über den schlechten Stellenwert des VfL Wolfsburg auf Premiere, DSF und Co. aufregen. Mitreden.

VfL im Höhenflug – und trotzdem kein Podcast?

Währenddessen war Wolfsburg sportlich aufgeladen wie selten: DFB-Pokalsieger 2015, öffentliches Interesse, mediales Rauschen. Namen wie Kevin De Bruyne und Naldo prägten die Mannschaft – es war diese Phase, in der man das Gefühl hatte: Da geht was, da entsteht etwas.

Und trotzdem: kein Podcast. Weder vom Verein, noch aus Wolfsburg, noch aus der Fanszene in Form eines regelmäßigen Audio-Formats. Die Frage lag irgendwann nicht mehr in der Luft – sie brannte:Warum gibt es eigentlich keinen Podcast zum VfL?

Die zündende Idee: „Dann mach ich ihn eben selbst“

Wer journalistisch denkt, denkt irgendwann automatisch auch praktisch. Und wer als TV-Journalist zudem Erfahrung als Sprecher mitbringt, der weiß: Eine Stimme allein reicht nicht – aber sie ist ein Start. Die Idee formte sich: Warum nicht selbst einen machen? Eigenständig starten, aus Fanperspektive, aber mit journalistischem Anspruch. Kein Marketing-Produkt. Kein PR-Format. Sondern ein Wölferadio.

Bevor das erste Wort aufgenommen wurde, passierte das, was man im fertigen Podcast kaum hört: Arbeit. Lenny recherchierte sich durch alles, was Podcasting damals bedeutete: technische Voraussetzungen, Plattformen, Aufnahme- und Schnittmöglichkeiten, Veröffentlichung, Feed, Reichweite – das ganze Programm. Und dann der wichtigste Test: Gibt es überhaupt Interesse?Im Wolfs-Blog und im Austausch mit befreundeten Fans fragte Lenny nach: Audio-Format? Podcast zum VfL? Würde das jemand hören? Die Rückmeldung: klar positiv.

Start im Dachgeschoss

Der nächste Vorteil: Lenny war Hobbymusiker. Heißt: Equipment war bereits da. Mikro, Technik, ein Grundverständnis für Sound. Aus dem Zuhause wurde ein Projekt – und aus dem Dachgeschoss ein kleines Podcast-Studio. Dazu kamen Ratschläge von anderen Podcastern, Learning by Doing, Feintuning. Und dann der entscheidende Punkt: Start unabhängig vom Verein. Ein Format, das sich Freiheit leistet, aber gleichzeitig Kooperation sucht. Getreu dem Motto: Wir sind alle VfL! Rückblickend ist genau das ein Teil des Erfolgsrezepts.

Einer der ersten Vereinspodcasts Deutschlands

Heute ist Podcasting im Fußball Standard. Damals war es Pionierarbeit. Das Wölferadio gehörte zu den ersten Vereinspodcasts in Deutschland überhaupt – und setzte früh auf das, was bis heute trägt: Persönlichkeit, Kontinuität, Themengefühl. Und dann wurde es ernst: Die erste Sendung ging am 21. Januar 2016 online. Ein Datum, das für viele VfL-Fans erst später Bedeutung bekam – weil man oft erst merkt, was man hat, wenn es plötzlich dazugehört wie der Spieltag.

In Teil 2 folgt: Jetzt wird’s ernst – Bammel vor der ersten Sendung!

Doch wer denkt, damit sei die Sache locker ins Rollen gekommen, der kennt die spannendsten Minuten noch nicht: die direkt vor der ersten Aufnahme. Denn da stand plötzlich alles im Raum:Bammel vor der ersten Sendung – woher die Gäste nehmen? Wen interessiert das überhaupt? Wie starten, ohne dass es geschniegelt oder hölzern wirkt? Und die vielleicht wichtigste Frage überhaupt:Wie soll ein Wölferadio eigentlich klingen?

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