WolfsBlog
·13. Januar 2026
Die Geschichte eines Podcasts: Teil 2

In partnership with
Yahoo sportsWolfsBlog
·13. Januar 2026

Zehn Jahre Wölferadio. Zehn Jahre DER VfL-Podcast – und ja, man kann es so deutlich sagen: Für alle, die wirklich VfL Wolfsburg hören, fühlen, verstehen wollen, ist das Wölferadio bis heute das einzige durchgehend relevante Audio-Format rund um die Grün-Weißen. Fan- und Clubradio zugleich – mit den drei “Ms”, die das Wölferadio bis heute auszeichnen: “Meinung”, “Mehrwert und “HuMor“. In dieser Wolfs-Blog-Serie gibt es die Hintergründe von der Entstehung bis heute.
Wer Teil 1 gelesen hat, weiß: Die Idee war da – der Wille auch. Aber zwischen „Lass mal machen“ und „Folge 1 ist online“ liegt im Zweifel ein riesiger Graben. Beim Wölferadio dauerte diese Strecke rund ein halbes Jahr. Planung, Technik, Format, Sound, Struktur – und vor allem die Frage: Wie wird daraus etwas, das man wirklich jede Woche hören will?
Der Start war bewusst gesetzt: Rückrunde 2015/2016, also Januar 2016. Nicht irgendwann. Sondern dann, wenn die Fußballwelt wieder anspringt, wenn Spieltage wieder Rhythmus bekommen – und wenn ein neues Audio-Format die Chance hat, sich direkt im Wochenablauf der Fans festzubeißen.
Vier Säulen für den ErfolgNachdem im Wolfs-Blog und im Fan-Umfeld klar geworden war, dass Interesse und Bedarf vorhanden sind, ging Lenny das Projekt nicht als „Nebenbei-Kram“ an, sondern wie eine 1-Mann-Redaktion: Analyse, Konzept, Umsetzung. Ergebnis: Vier Dinge mussten stimmen, damit das Wölferadio nicht nur startet – sondern bleibt. Erstens relevante Themen und weitergehende Analysen. Nicht nur das Offensichtliche nacherzählen, sondern einordnen, bewerten, hinterfragen. Zweitens Gäste mit echtem Mehrwert. Menschen, die mehr liefern als die bekannten Infoquellen, Stimmen, die Perspektiven öffnen – und dabei immer wieder die Fan-Sicht als Anknüpfungspunkt behalten, so wie es auch der Wolfs-Blog vorlebt. Drittens ein Produkt, das professionell klingt. Sound, Stil, Schnitt, Atmosphäre – man hört sofort, ob etwas „hingerotzt“ oder mit Anspruch gemacht ist. Lenny wusste aus dem Fernsehen: Gute Inhalte wirken doppelt, wenn die Verpackung stimmt. Und viertens Kontinuität und Struktur. Nicht alle paar Wochen mal, sondern regelmäßig, am besten wöchentlich, mit wiederkehrender Sendestruktur, damit sich Hörgewohnheiten bilden. Wer eine Community will, muss verlässlich sein.
Alleinstellungsmerkmal: da. Signature-Sound: noch nicht.Ein Vorteil war offensichtlich: Das Alleinstellungsmerkmal war quasi eingebaut – denn es gab schlicht keinen VfL-Podcast. Aber ein Alleinstellungsmerkmal alleine macht noch keine Marke. Es fehlte das, was man beim Einschalten nach zwei Sekunden erkennt: der Signature-Sound. Also die große Frage: Wie klingt eigentlich ein Wölferadio?
„Nur der VfL“ – ein Song als LiebesbeweisFür ein Intro brauchte es mehr als ein paar Töne. Es brauchte Identität. Und weil Lenny als Hobbymusiker sowieso an Instrumente, Recording und Klang dachte, lag die Lösung nahe: Warum nicht gleich einen eigenen VfL-Song schreiben? So entstand „Nur der VfL“. In der Ur-Fassung selbst eingespielt, von VfL-Fan Sönke eingesungen – und bis heute fester Bestandteil jeder Folge: „Nur der VfL“ bildet den Abschluss. Damals war das, ganz ohne Pathos, ein musikalischer Liebesbeweis aus der Ferne an den eigenen Klub. Für den Podcast-Sound wurde das Intro des Songs zusätzlich mit emotionalen TV-Kommentaren unterlegt – diese Gänsehaut-Schnipsel, die Fußballmomente größer machen. Ergebnis: ein Einstieg, der nicht einfach nur Startsignal ist, sondern Einstimmung.
Rubriken, Jingles, Rhythmus – der Bauplan der SendungAuch der Sendungsaufbau bekam früh eine klare Form: Aktualität, Hintergründe, Analyse, Blick auf den kommenden Gegner, dazu Fanthemen – und das Ganze bitte so, dass es nicht nach Seminar klingt, sondern nach Fußballabend. Dafür entstanden verschiedene Rubriken inklusive Jingles. Und zum Start kam sogar TV-Power dazu: Mit Jana, einer Kollegin von Lenny, bekam das Wölferadio eine markante Stimme für Rubriken-Ankündigungen – etwa fürs Kurzpassspiel oder, damals noch fester Bestandteil, den „Eintracht Braunschweig Witz der Woche“. Das war bewusst: Wiedererkennung, Rhythmus, ein bisschen Augenzwinkern.
Die größte Herausforderung: Gäste. Gäste. Gäste.Bis heute ist die Gästeakquise die Königsdisziplin. Denn wer kommt schon in einen brandneuen, unbekannten Podcast? Lenny löste das zunächst pragmatisch – mit dem, was er hatte: seinem Journalisten-Netzwerk in Köln. Viele dort konnten zwar mit dem VfL Wolfsburg wenig anfangen, aber sie hatten ihr eigenes Vereinsherz. Und wenn der VfL gegen ihren Klub spielte, waren sie plötzlich interessiert – als Experte, als Fan, als Stimme. So brauchte es für den Start direkt einen Experten zum ersten Gegner: Eintracht Frankfurt. Die Wahl fiel auf David Whigham, heute Chefredakteur von N-TV. Und ja: Im rheinländischen Dachgeschoss herrschte Nervosität. Neues Format, erste Folge, erster Gast – und die Frage im Kopf, die jeder kennt, der schon einmal auf „Record“ gedrückt hat: Klingt das nach etwas? Oder nach peinlich?
Die Antwort kam schneller als gedacht. Nach den ersten Sendungen war das Feedback wohlwollend – und eindeutig: bitte mehr davon. Und damit kippte das Wölferadio vom Experiment zur Aufgabe. Intensiv, wöchentlich, mit Vorbereitung – und für Lenny zusätzlich in einer Phase, in der privat gerade alles noch einmal lauter wurde: Er war damals gerade zum zweiten Mal Vater geworden. Trotzdem: Der Aufwand wurde zur Herzensangelegenheit. Und dann passierte das, womit man am Anfang nie fest rechnet: Die wöchentliche Sendung entwickelte sich zu Lennys Überraschung zu einem echten Fußball-Talk mit bekannten Personen aus Medien, Funk und Fernsehen. Plötzlich war das Dachgeschoss nicht nur Studio, sondern Bühne.
In Teil 3 lest ihr: Gäste, Granaten und Logo-GeheimnisWelche illustren Gäste das Wölferadio über die Jahre bereichert haben, wer war der erste VfL-Profi im Wölferadio und warum es mit manchen VfL-Gegnern in der Sendung sogar hitzig wurde – und woher eigentlich das markante Wölferadio-Logo stammt, das lest ihr in Teil 3 der Reihe „10 Jahre Wölferadio“.









































