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·15. September 2026
Die Kritiker verstummen: 4 Gründe, warum Adeyemi bei Barça durchstartet

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·15. September 2026

Wenn man Fans und Experten bitten würde, die Stärken von Karim Adeyemi zu beschreiben, dann würden diese ziemlich sicher bei den folgenden Attributen herauskommen: Tempo und Dribbling. Beides in Perfektion sah man bei Adeyemis Treffer für den FC Barcelona gegen UD Levante, wo er den Ball nahe der Mittellinie bekam und nach einem tollen Sololauf eiskalt vollstreckte.
Dabei waren es genau jene Abschlussfähigkeiten, die die Fans von Borussia Dortmund regelmäßig zur Verzweiflung trieben. Doch in Barcelona zeichnet sich bislang ein völlig anderes Bild. In sechs Spielen kommt er dort bereits auf vier Scorerpunkte und das, obwohl er bislang nur 202 Minuten spielte. Im Schnitt ist er also fast alle 50 Minuten an einem Tor beteiligt.
Es sind Statistiken, die Adeyemi bei seinem überraschenden Wechsel zum spanischen Top-Verein kaum einer zugetraut hatte. Doch warum blüht der 24-Jährige bei Barça mit einem größeren Konkurrenzkampf plötzlich auf?
Hansi Flick ist dabei ein wichtiger Faktor. Der 63-Jährige verhalf Adeyemi bereits zu seinem Debüt in der Nationalmannschaft und gilt als absoluter Fan von ihm. Daher soll die Verpflichtung im Sommer auch vor allem auf sein Drängen hin erfolgt sein.

Verstehen sich gut: Karim Adeyemi und Hansi Flick | Ciancaphoto Studio/GettyImages
Gleichzeitig ist Flick mehr ein Menschenfänger als es Niko Kovac oder auch Edin Terzic in Dortmund waren. Flicks System ist voll auf die Offensive zugeschnitten, wohingegen Adeyemi beim BVB häufig in einem System agieren musste, dass auf Pragmatismus und eine sichere Defensive zugeschnitten war. Die Position des klassischen Flügelstürmers gab es vor allem in Kovacs System einfach nicht, da dieser am liebsten mit Schienenspielern und einer Dreierkette spielen lässt. Dieses taktische Korsett passte nicht zum 24-Jährigen. Im 4-3-3 von Hansi Flick ist das anders. Dort kann Adeyemi endlich wieder die klassische Flügelstürmerposition bekleiden – mit allem, was dazu gehört. Beim Blick auf die Heatmap zeigt sich zum einen, dass er in Barcelona deutlich stärker nach hinten arbeitet und regelrecht an der Außenlinie klebt. Das sind zwei elementare Aufgabe von Flügelstürmern, zumal sich sein Wirkungsbereich generell deutlich mehr auf Außen verschoben hat als noch beim BVB.

Adeyemis Heatmap in La Liga für Barça | fotmob

Adeyemis Heatmap in der Bundesliga 25/26 für den BVB | fotmob
Der größte Unterschied ist aber, dass Adeyemi in Barcelona auf der linken Seite agiert, und nicht wie in Dortmund auf der rechten Seite. Diese Position ist auf den Rechtsfuß Adeyemi deutlich besser zugeschnitten, der so viel häufiger nach innen ziehen und abschließen kann, wie auch gegen Levante oder in der Champions League gegen Feyernoord Rotterdam gesehen.

Gegen Feyernoord Rotterdam traf Adeyemi per wunderschönem Schlenzer | NurPhoto/GettyImages
Auf der rechten Seite wirkte Adeyemi in Dortmund gegen Ende zunehmend verloren und konnte dem Spiel nicht mehr seinen Stempel aufdrücken. Zumal er in Dortmund generell häufig hin und her geschoben wurde, die ideale Position fand weder Terzic noch Kovac. Beim BVB agierte er in 52 Spielen als Rechtsaußen, in 43 Spielen als Linksaußen und in 50 Spielen als hängende Spitze bzw. Mittelstürmer. Echte Konstanz kann da kaum entstehen.
In Barcelona zeichnet sich ein anderes Bild – auch dank Raphinha.
Der Brasilianer wurde von Hansi Flick in dieser Saison zum Mittelstürmer umfunktioniert, mit bisher durchschlagendem Erfolg. Raphinha ist der Top-Scorer in den fünf europäischen Top-Ligen, er traf schon achtmal und sammelte drei Vorlagen. Dadurch, dass der 29-Jährige ins Zentrum gerückt ist, wurde die Planstelle auf Linksaußen frei. Dort teilen sich bislang Adeyemi und Anthony Gordon die Einsatzminuten, wobei beide überzeugen. Adeyemi hat dabei eine klar definierte Rolle und kann sich auf seine Stärken konzentrieren. Er muss nicht wie noch in Dortmund teilweise auf andere Positionen ausweichen.

Raphinha ist in überragender Form | Alex Caparros/GettyImages
Dabei hat der 24-Jährige zweifelsohne davon profitiert, dass Barça den Transfer von Julian Alvarez nicht unter Dach und Fach bringen konnte. Der Argentinier hätte sonst den Platz im Sturmzentrum beansprucht, während Raphinha auf links geblieben wäre.
Gleichzeitig glänzt Raphinha auch als mitspielender Stürmer und setzt so Adeyemi immer wieder ein. Das ist ein weiterer Punkt: Die Qualität der Mitspieler ist in Barcelona deutlich höher als beim BVB. Raphinha und Lamine Yamal brauchen so viel Aufmerksamkeit, dass Adeyemi mehr Freiheiten bekommt.
Zudem profitiert er auch enorm von den Spielern, die hinter ihm spielen. Pedri, Rodri oder auch Fermin Lopez sind allesamt überragende Fußballer und wissen ganz genau, wie sie Adeyemi am besten einsetzen müssen. Diese Dichte an Top-Spielern suchte man im Dortmunder Mittelfeld vergebens.
Barça spielt schon früh in der Saison wie aus einem Guss, was auch am Mittelfeld liegt. Pedri und Rodi bilden gemeinsam mit Fermin eine Mittelfeldzentrale, die aktuell die wohl beste Europas ist. Das macht das Spiel für Adeyemi enorm einfacher, der nicht mehr so oft selbst kreieren muss, wie es teilweise beim BVB der Fall war.
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