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·6. August 2026
Die Premier League startet zwei Wochen nach der zweiten Liga

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Am 7. August rollt in England der erste Pflichtspielball, am 14. beginnt die Championship, am 16. steigt der Community Shield. Die Premier League wartet bis zum 21. – und über diese eine Zahl wird geredet, als wäre sie ein Betriebsunfall.
Eröffnet wird am Freitagabend im Emirates: Meister Arsenal empfängt Aufsteiger Coventry City, 20 Uhr Ortszeit, live bei Sky Sports. Der letzte Spieltag folgt am 30. Mai 2027, alle zehn Partien zeitgleich. Dazwischen liegen 33 Wochenenden und fünf englische Wochen. Eine Woche später als gewohnt, an beiden Enden.
Die Liga hat ihre Rechnung offengelegt, als sie die Termine bestätigte: 89 freie Tage seit dem Ende der Vorsaison, 33 Tage seit dem WM-Finale am 19. Juli, Saisonende eine Woche vor dem Champions-League-Endspiel am 5. Juni 2027. Dazu die Zusage, dass zwischen Weihnachten und Neujahr keine zwei Spielrunden binnen 60 Stunden stattfinden.
Der eigentliche Umbau ist noch älter. Die Verlegung stützt sich auf eine Änderung des FIFA-Rahmenkalenders, die der FIFA-Rat bereits im März 2023 durchgewinkt hat. Ein Notfallplan sieht anders aus.
Vor der Saison 2025/26 bat Manchester City die Premier League darum, den eigenen Saisonstart nach der Klub-WM nach hinten zu schieben. Die Liga lehnte ab. Pep Guardiola bedankte sich anschließend öffentlich und hörbar sarkastisch dafür, dass man ihm die zwei Wochen Erholung verweigert hatte. Parallel dazu liefen die Beschwerden von FIFPRO Europe und den European Leagues gegen den überfüllten FIFA-Kalender bei der EU-Kommission.
Damals hieß es, die Liga nehme keine Rücksicht auf ihre Spieler. Jetzt nimmt sie welche. Und plötzlich heißt es Chaos.
Hier liegt der Teil der Geschichte, der in den Aufreger-Postings selten auftaucht. Von dieser Saison an verschmelzen die Länderspielfenster von September und Oktober zu einem einzigen Block: 21. September bis 6. Oktober, bis zu vier Länderspiele am Stück statt zweimal zwei. Das traditionelle Oktober-Fenster entfällt ersatzlos.
Genau daraus finanziert sich der spätere Anpfiff. Die BBC beschreibt den Mechanismus nüchtern: Wer ein Länderspielfenster streicht, gewinnt eine zusätzliche Woche für den Vereinsfußball. Diese Woche steht jetzt im August.
Die kuriose Nebenwirkung trägt die Liga trotzdem. Am 19. und 20. September wird zum vorerst letzten Mal gespielt, weiter geht es erst am 10. und 11. Oktober. Vier, fünf Spieltage – dann drei Wochen Stille. Wer von zerrissener Saisonvorbereitung sprechen will, sollte dorthin zeigen, nicht auf den Juli.
Reibung gibt es. Sie sitzt nur woanders. England spielt in diesem August mit drei Geschwindigkeiten: Der Carabao Cup startet für die EFL-Klubs am Wochenende des 7. bis 9. August, die drei Ligen darunter beginnen am 14. August mit Wolverhampton gegen Blackburn, die Premier League eine Woche danach. Premier-League-Klubs steigen in den Ligapokal ohnehin erst in Runde zwei und drei ein.
Brighton & Hove Albion hat es am unangenehmsten erwischt. Die Seagulls müssen als Tabellenachter in den Playoff zur Conference League – Hin- und Rückspiel am 20. und 27. August. Das erste Pflichtspiel der Saison ist damit ein europäisches K.o.-Duell, einen Tag vor dem eigenen Ligaauftakt. Auch der Community Shield musste ausweichen: Weil Wembley an diesem Wochenende Konzerte beherbergt, treffen Arsenal und Manchester City am 16. August im Principality Stadium in Cardiff aufeinander.
Die Frage ist also nicht, ob dieser Kalender Belastung erzeugt. Das tut er. Die Frage ist, an welcher Stelle. Fünf englische Wochen bei 33 Spielwochenenden, dazu Pokalrunden, Europapokal und ein Saisonende, das exakt sieben Tage vor dem Champions-League-Finale liegt: Wer im August eine Woche schenkt, holt sie sich irgendwann zurück. Nur eben im Februar und März, wenn niemand mehr Schlagzeilen darüber schreibt.
Kalender werden nicht länger. Sie werden nur an anderer Stelle kürzer.







































