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·7. Juli 2026

Die zwei Seiten des Abgangs von Jakub Kaminski: Sportlich ein herber Verlust, doch der wirtschaftliche Erfolg überwiegt

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Simon Bartsch

7 Juli, 2026

Seine Ankunft war von Skepsis begleitet, sein Abgang von einem sportlichen Verlust. Jakub Kaminski wird für die Kölner nicht leicht zu ersetzen sein, doch es überwiegen der wirtschaftliche Erfolg sowie wichtige Erkenntnisse über den Kölner Weg. Jakub Kaminskis Abschied vom 1. FC Köln hat zwei Seiten.

Seine letzten Auftritte für den VfL Wolfsburg haben nicht die ganz großen Hoffnungen bei den FC-Fans geweckt. Schon bald kristallisierte sich Jakub Kaminski als der Königstransfer des vergangenen Sommers heraus. Der Spieler ist nicht ersetzbar, der Transfererlös ein mehr als nötiges Mittel bei der Kaderplanung.

Jakub Kaminski ist noch Spieler des 1. FC Köln. Aber es gibt wohl Interessenten

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Am Montag ging es dann ganz schnell. Jakub Kaminski landete am frühen Nachmittag in Lissabon, machte sich dann auf den Weg zum Medizincheck, um anschließend den Kontrakt bei den Adlern zu unterschreiben. Der Pole wird künftig für Benfica auflaufen, schon in zwei Wochen steht das Duell in der Europa-League-Qualifikation gegen St. Gallen an. Es winkt eine Saison im europäischen Wettbewerb beim Tabellendritten der vergangenen Saison. Beim FC will man sich auf die Suche nach einer Alternative machen. Rein nominell steht Said El Mala für die Linksaußen-Position zur Verfügung. Der 19-Jährige soll zwar Stand jetzt in Köln bleiben, ist aber ein ganz anderer Spieler als Kaminski. Sollten die Kölner also tatsächlich einen adäquaten Ersatz für den Polen suchen, wird es ein Spieler mit einem anderen Profil. Der sportliche Verlust ist bei den Kölnern groß. Nicht umsonst wurde Kaminski von Lukas Kwasniok in der Spielzeit mehrfach als „bester Spieler des Kaders“ geadelt. Das Vertrauen zahlte der 24-Jährige nicht nur mit sieben Toren und fünf Assists zurück.

Wirtschaftlicher Erfolg

Kaminski war in zahlreichen Kategorien der Topspieler der Geißböcke, auf dem Platz im Grunde überall zu finden, überall einsetzbar. Dazu auch in der Mannschaft ein wichtiger Faktor. Eine Saison lang hat der Spieler beim FC für Euphorie gesorgt, war Teil der Lebensversicherung. Einen direkten Eins-zu-eins-Ersatz werden die Kölner wohl nicht so leicht bis gar nicht finden können. Der Verlust des Spielers schmerzt und fühlt sich möglicherweise nach einer Transfer-„Niederlage“ an. Doch auf der anderen Seite stehen dann da die annähernd 20 Millionen Euro, (wie berichtet liegt die Ablöse aufgrund des Wechsels zu einem Europa-League-Teilnehmer ein wenig niedriger). Und in diesen stecken gleich mehrere Wahrheiten. 5,5 Millionen hat der FC gerade erst als feste Ablöse an den VfL Wolfsburg überwiesen. Das vor gut zwei Monaten, nun geben die Geißböcke den Spieler für ein Vielfaches ab. Thomas Kessler hat ein goldenes Händchen bewiesen und einen Weg vorgegeben, den man beim FC auch in Zukunft nur zu gerne weiter folgen würde. Junge Spieler für wenig Geld verpflichten, sie entwickeln und wirtschaftlich gewinnbringend abgeben.

Thomas Kessler hat einen anderen Spielraum

Kaminski ist und bleibt für den FC eine absolute Erfolgsgeschichte – wirtschaftlich. Zum einen weil er nach Anthony Modeste der zweitteuerste Transfer-Abgang der Vereinsgeschichte ist, zum anderen weil er eine der größten wirtschaftlichen Entwicklungen innerhalb eines Jahres durchgemacht hat. Auch, wenn der Abgang sportlich nicht zu in voller Gänze zu kompensieren ist, wird der wirtschaftliche Nutzen überwiegen. Denn so wird der FC einen Großteil des Erlöses in den neuen Kader stecken können. Selbst wenn, die Kölner – so wie es Philipp Türoff und Co. immer wieder betonten – auch ohne jene Verkäufe handlungsfähig sind, so sind sie mit diesen Kaminski-Millionen definitiv handlungsfähiger. Kessler hat nun einen anderen Spielraum, der den Klassenerhalt am Ende des Tages oder der Saison wahrscheinlicher machen kann. Gleichzeitig sind die Millionen ein Beleg für die gute Arbeit des Sportgeschäftsführers, der sich offenbar mehr traut als sein Vorgänger, vielleicht mehr trauen darf oder kann.

Der Weg ist nun ein anderer. Ein riskanter, aber ganz sicher auch ein nachhaltiger. Auch in diesem Sommer wird nicht jeder Transfer sitzen. Doch, wenn Kessler und sein Team erneut auf die ein oder andere richtige Karte setzen, dann wird es auch im kommenden Sommer wieder frisches Geld bei weiteren Abgängen geben. Möglicherweise ist das der richtige Weg. Kaminski ist weg, das Geld ist da, nun wird an den weiteren Baustellen gearbeitet.


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