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·13. August 2026

Diesen einen Satz sollte man Messi glauben

Artikelbild:Diesen einen Satz sollte man Messi glauben

Zur Halbzeit eingewechselt und gefeiert, torlos geblieben: Seine Zeilen bei Instagram wiegen schwerer als dieses Spiel in Miami.

Zur Halbzeit kam er, und die Zuschauer jubelten, als wäre mit dieser Einwechslung alles wieder in Ordnung. Lionel Messi, 39 Jahre alt, betrat am Mittwochabend im letzten Gruppenspiel des Leagues Cup gegen den mexikanischen Verein León den Platz, wenige Tage nach dem Tod seines Vaters Jorge, wenige Tage nach der Beerdigung in Argentinien. Er blieb torlos.


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Der Jubel hat überdeckt, was der Argentinier selbst zuvor bei Instagram geschrieben hatte. Er habe „einfach nur Fußball gespielt, und jetzt habe ich große Zweifel, ob ich das noch lange tun werde“. Dazu der Satz: „Ich weiß nicht, was ich ohne dich tun und wie ich weitermachen soll.“ Wer diese Zeilen als Trauerrhetorik abbucht, unterschätzt sie.

Jorge Messi starb in der Nacht zu Samstag im Alter von 68 Jahren in einer Klinik in seiner Heimatstadt Rosario. Er war nicht nur der Vater, er war der Agent seines Sohnes – die Person, die das Berufsleben dieses Ausnahmespielers organisiert hat. Mit ihr verschwindet nicht bloß eine Bezugsperson, sondern die Instanz, die Messis Karriere über Jahre in Form gehalten hat.

Es spricht viel dafür, diesen Zweifel als das zu nehmen, was er im Moment des Schreibens war: der Satz eines Trauernden. Messi fehlte am vergangenen Wochenende bei der Niederlage gegen Monterrey, reiste in die Heimat, nahm am Sonntag mit seiner Familie an der Beerdigung teil, kam am Dienstag zurück nach Miami und stellte sich am Mittwoch Trainer Guillermo Hoyos zur Verfügung. Wer so handelt, kündigt nichts an, sondern arbeitet gegen die Leere.

Nur hat Messi seine Zweifel nicht auf ein Leben im Allgemeinen bezogen, sondern präzise auf den Beruf: ob er das Fußballspielen noch lange tun werde. Das ist keine Floskel aus dem Kondolenzbaukasten, das ist eine Auskunft über die eigene Zukunft. Und sie kommt ohne Filter, ohne Pressekonferenz, ohne die diplomatische Vorsicht, für die früher der Mann zuständig war, den er gerade begraben hat.

Dass Inter Miami dieses Spiel 2:3 verlor und überraschend den Einzug in die K.o.-Phase des Leagues Cup verpasste, gehört zur Antwort, auch wenn 45 Minuten eines trauernden Spielers keine Bilanz sind. Der MLS-Meister scheitert an der Gruppenphase eines Wettbewerbs der Teams aus den USA, Kanada und Mexiko – und der Mann, dessen Erscheinen jahrelang jede Statik veränderte, konnte daran nichts drehen. Die Einwechslung war ein Signal an die Zuschauer, kein Versprechen für die kommenden Jahre.

Der Fußball hat ein eingeübtes Verfahren für solche Fälle: Er lässt den Spieler spielen, feiert seine Rückkehr und erklärt damit die Sache für erledigt. Der Applaus vom Mittwochabend hat genau diese Funktion. Er beantwortet die Frage, die Messi selbst gestellt hat, nicht – er stellt sie nur leiser.

Was bleibt von einem Spieler, wenn die Person fehlt, die seinen Beruf mitverwaltet hat? Diese Frage muss Messi selbst beantworten, und es wäre respektlos, ihm dabei den Zeitplan der Ligen und Turniere unterzuschieben. Wer mit 39 in einer solchen Woche über das Ende nachdenkt, denkt nicht laut, sondern ernst.

Wer wissen will, wie lange dieser Ausnahmespieler noch auflaufen wird, braucht keine Vertragsmeldung abzuwarten: Die ehrlichste Auskunft seiner Karriere steht seit vergangener Woche bei Instagram.

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