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·8. Mai 2026
„Dieser Spielertyp fehlt aktuell“: Kahn sieht Bayern-Baustelle im Mittelfeld

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·8. Mai 2026

Das Champions-League-Aus gegen Paris Saint-Germain hat beim FC Bayern eine neue Diskussion über die Qualität und Struktur des Kaders ausgelöst. Besonders Oliver Kahn sieht dabei eine zentrale Schwachstelle im aktuellen Team der Münchner – und zieht einen interessanten Vergleich zu Ex-Bayern-Star Thiago.
Für Oliver Kahn liegt einer der entscheidenden Unterschiede zur europäischen Spitze aktuell im Zentrum des Bayern-Spiels. Im Gespräch mit Sky machte der ehemalige Vorstandsboss des Rekordmeisters deutlich, dass dem FC Bayern ein spezieller Spielertyp im Mittelfeld fehle. „Die Spielertypen im Bayern-Mittelfeld – mit Leon Goretzka, Aleks Pavlovic und Joshua Kimmich – sind sich in ihrer Art sehr ähnlich“, erklärte Kahn.
Grundsätzlich könne das zwar funktionieren, dennoch fehle dem Team aktuell ein Spieler mit außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten und kreativen Lösungen unter Druck.
Dabei zog der frühere Weltklasse-Keeper einen direkten Vergleich zu Thiago Alcántara, der zwischen 2013 und 2020 das Bayern-Spiel entscheidend geprägt hatte. „Wir haben uns damals schon immer die Frage gestellt mit Thiago, der aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Faktor war, weil er nämlich komplett anders war“, betonte Kahn.
Besonders dessen technische Qualität hebt der 56-Jährige hervor: „Diese besondere Technik, das Ausspielen von Gegenspielern, diese außergewöhnlichen Pässe. Dieser Spielertyp fehlt aktuell.“
Kahn geht davon aus, dass sich die Verantwortlichen an der Säbener Straße mit genau diesem Thema intensiv beschäftigen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich die Verantwortlichen genau darüber Gedanken machen und dass man so einen Mittelfeldspieler perspektivisch wieder gerne im Kader hätte.“

Foto: IMAGO
Neben der Diskussion um das Mittelfeld äußerte sich Kahn auch grundsätzlich zur Kaderstruktur des FC Bayern.
Vor allem nach dem Halbfinal-Aus gegen PSG wird zunehmend hinterfragt, ob die Münchner im Vergleich zu absoluten Topteams wie Paris oder Arsenal genügend Qualität in der Breite besitzen.
Kahn sieht darin jedoch nicht nur eine sportliche, sondern vor allem auch eine philosophische Frage. „Diese Diskussion gibt es schon immer: Ist der Kader des FC Bayern – gerade mit Blick auf die Bank – zu dünn besetzt?“, erklärte der ehemalige Bayern-Boss.
Gleichzeitig verwies er auf die enorme finanzielle Power anderer europäischer Spitzenvereine. „Wenn man sieht, was Arsenal einwechseln kann, kommen dort Spieler für 70, 80 oder 100 Millionen Euro von der Bank.“
Für den FC Bayern müsse jedoch immer auch die wirtschaftliche Balance berücksichtigt werden. „Die Vereinsphilosophie war immer, am Jahresende eine positive Bilanz zu erzielen und keine übermäßigen Risiken einzugehen“, stellte Kahn klar.
Genau daraus ergibt sich aus seiner Sicht ein grundlegender Zielkonflikt. „Wenn Bayern anfängt, auch die Bank mit 100-Millionen-Spielern zu besetzen, braucht man nicht mehr über die Entwicklung junger Spieler zu sprechen. Die Plätze sind dann besetzt.“
Kahn machte dabei deutlich, dass sich der Rekordmeister langfristig klar entscheiden müsse, welchen Weg man gehen möchte. „Entweder ich verfolge konsequent die Idee, junge Spieler wie Lennart Karl zu integrieren, oder ich fülle die Bank mit Spielern im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Das ist eine klare Philosophieentscheidung.“
Gerade nach dem bitteren Aus gegen PSG dürften diese Fragen den FC Bayern in den kommenden Wochen und Monaten intensiv beschäftigen.







































