90PLUS
·24. September 2026
Dortmund oben, Bayern lauert – wird das jetzt tatsächlich spannend? 🏆

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·24. September 2026

Vier Spiele, vier Siege, drei Zu-Null-Erfolge. Borussia Dortmund geht als Tabellenführer in die erste Länderspielpause der Saison. Ernsthaft: Wann hatten wir das zuletzt? 🤔 Richtig, noch nie unter Niko Kovac – und an der Bundesliga-Spitze stand der BVB zuletzt am letzten Spieltag der Saison 2022/23, bevor Mainz dem Klub zuhause mit einem 2:2 den Titel aus der Hand riss. Seitdem: gefühlt eine Ewigkeit Bayern-Dauerabo, unterbrochen nur von Xabi Alonsos ungeschlagener Leverkusener Mannschaft.
Jetzt grüßt plötzlich wieder Schwarzgelb von ganz oben. Und nein, das ist nach vier Spieltagen natürlich noch kein Grund, die Meisterschale nach Dortmund zu bestellen. Aber interessant ist es allemal. ⚫🟡
Wer glaubt, das sei nur eine gute Serie gegen leichte Gegner: Nein. Beim 1:0 in Stuttgart, gegen einen „verdammt schweren Gegner“, wie Kovac vor der Partie sagte, brauchte es einen Doppelwechsel und ein Zuspiel von Jobe Bellingham auf Maximilian Beier, um die drei Punkte zu holen. Vorher gab’s ein 3:0 gegen Paderborn mit einem spektakulären Fallrückzieher von Felix Nmecha – und erstmals seit elf Jahren gewann der BVB seine ersten drei Ligaspiele. Zuletzt war das 2015/16 unter Thomas Tuchel gelungen.
Und dazwischen gab’s ein 3:2 gegen Hoffenheim, bei dem Joey Veerman zur Halbzeit für Felix Nmecha kam, nachdem Dortmund 0:1 hinten lag. Danach drehte der BVB die Partie komplett. Läuft.
Der eigentliche Unterschied zu den Vorjahren sitzt aber nicht nur auf dem Feld, sondern auch im Büro: Ole Book, seit März neuer Sportdirektor, hat in seinem ersten Transferfenster einen Kader zusammengestellt, der schon jetzt liefert. Karetsas, Konstantelias, Veerman, Gadou, dazu Ethan Nwaneri auf Leihbasis von Arsenal – und bislang gibt es tatsächlich wenig Anlass, über Fehlgriffe zu reden.
Selbst als sich Konstantelias direkt am ersten Spieltag gegen Hamburg das Kreuzband riss, reagierte der Klub sofort und lieh Nwaneri als Verstärkung. Das war kein Zufall, sondern genau die Reaktion, die der BVB offiziell mit dem längeren Ausfall des Griechen begründete. Krisenmanagement statt Krise – auch das gab’s bei Dortmund lange nicht.
Klingt gut, keine Frage. Nur: Der FC Bayern München steht nach vier Spielen ebenfalls bei einer starken Bilanz – und zwar bei zehn Punkten. Auf das 5:1 gegen Stuttgart folgte ein 0:0 beim Aufsteiger Schalke, anschließend ein 2:1 bei Elversberg und dann das 7:0 gegen Union Berlin. Macht zehn Punkte, 14:2 Tore und nur zwei Zähler Rückstand auf Dortmund.
Das ist keine Krise, das ist Business as usual unter Vincent Kompany. Der Belgier hat Bayern in seinen ersten beiden Spielzeiten jeweils zur Meisterschaft geführt und 2026 zusätzlich den DFB-Pokal gewonnen. Das Double ist also ebenfalls frisch poliert.
Wer also darauf hofft, dass die Münchner von alleine stolpern, sollte sich nicht zu früh freuen. 😅
Hier wird’s interessant.
Seit dem Fast-Titel 2023 und Leverkusens Wahnsinns-Saison ohne eine einzige Niederlage gab es in der Bundesliga im Grunde kein echtes Titelrennen mehr – zumindest nicht eines, bei dem Bayern ernsthaft über längere Zeit um die Meisterschaft bangen musste. 2025/26 holten die Münchner den Titel mit 89 Punkten und 16 Zählern Vorsprung auf Dortmund.
Von den Spielzeiten vor der Leverkusener Meisterschaft brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. 🥱
Jetzt nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen den FC Bayern. 11 Meisterschaften in Folge sehen super in der Pokalvitrine aus. 🏆🏆🏆🏆🏆🏆🏆🏆🏆🏆🏆
Sehe ich ja selbst bei mir, wenn ich den Fußballmanager anwerfe. Spätestens so nach dem Dutzend überlege ich mir dann aber, ob es doch nicht Sinn macht, von vorne anzufangen. Lässt sich für die Bundesliga natürlich schlecht umsetzen…
Ein starker BVB wäre für die ganze Liga deshalb ein Geschenk. Auch aus nostalgischen Gründen. Es war schließlich die Dortmund-Bayern-Rivalität unter Jürgen Klopp, die die Bundesliga in den frühen 2010ern auf ein anderes Level gehoben hat: zwei Meisterschaften in Serie, ein Pokalfinale mit 5:2-Gala gegen die Bayern und als Krönung 2013 das rein deutsche Champions-League-Finale in Wembley, das erst spät durch Arjen Robbens Tor entschieden wurde.
Jetzt steht Dortmund wieder oben. Zum ersten Mal seit 1.212 Tagen.
Und plötzlich fühlt sich selbst ein vierter Spieltag ein bisschen anders an.
Ob Kovac diesen Vergleich standhält? Zweifel bleiben. Vor allem bei den ganz großen Spielen hat der BVB unter ihm noch nichts bewiesen, was automatisch für einen Titelkampf über 34 Spieltage reichen würde.
Andererseits: Dortmund gewinnt gerade Spiele, die man gewinnen muss. Hamburg wurde 2:0 geschlagen, Hoffenheim nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 bezwungen, Paderborn souverän 3:0 besiegt und Stuttgart auswärts mit 1:0 niedergerungen. Vier Spiele, zwölf Punkte, 9:2 Tore.
Das ist nicht spektakulär. Das ist vielleicht sogar das Spannende daran.
Der BVB gewinnt momentan nicht jedes Spiel mit Glanz und Gloria. Er gewinnt einfach. Und genau das war in den vergangenen Jahren nicht unbedingt die größte Dortmunder Spezialität.
Nach Jahren gähnender Bayern-Langeweile reicht mir aktuell deshalb schon, dass am vierten Spieltag überhaupt wieder jemand ganz oben mitspielt, der nicht aus München kommt.
Ob daraus am Ende ein echtes Rennen wird?
Fragt mich nochmal im November. 🔮























