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·16. Mai 2026
Dortmunds neuer Dembele? Das ist Hamzath Mohamadou

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·16. Mai 2026

Borussia Dortmund galt lange als optimale Station für junge Spieler, die sich auf dem Weg zu einem absoluten Top-Klub entwickeln wollten. Für Jude Bellingham, Jadon Sancho und Erling Haaland wurde der Zwischenstopp im Ruhrgebiet zu einem entscheidenden Schritt ihrer Karriere. Gleichzeitig liegt es schon einige Zeit zurück, dass sich ein echtes Eigengewächs dauerhaft in der Profimannschaft der Schwarz-Gelben etablierte und dort zum Star reifte.
Mit Hamzath Mohamadou besitzt der BVB nun allerdings eines der spannendsten Talente im deutschen Nachwuchsfußball. Der deutsche U15-Nationalspieler gilt als wohl größtes Talent des 2011er Jahrgangs und weckt in Dortmund, aber auch deutschlandweit große Hoffnungen. Die Perspektive ist klar: Mohamadou soll langfristig den Sprung in die Profimannschaft schaffen.
Interne Vergleiche mit Ousmane Dembele, berichtetes Interesse von Paris Saint-Germain und Real Madrid sowie 17 Torbeteiligungen gegen zwei Jahre ältere Gegenspieler. Schon mit 15 Jahren schreibt Mohamadou Schlagzeilen. Doch wer ist dieses Ausnahmetalent eigentlich? Und was zeichnet ihn fußballerisch aus?

Foto: Imago Images
Seine fußballerische Ausbildung begann Hamzath Mohamadou beim VfL Wolfsburg. Dort wurde früh sichtbar, dass der Offensivspieler zu den auffälligsten Talenten seines Jahrgangs gehört. Das Besondere zudem: Mohamadou ist ein klassischer Flügelspieler, extrem schnell, unglaublich trickreich und dennoch effektiv. Er verfügt also genau über jenes Profil, das im deutschen Nachwuchsfußball extrem selten ist.
Die Scouts von Borussia Dortmund wurden früh auf ihn aufmerksam und taten alles dafür, Mohamadou ins Ruhrgebiet zu holen. So verließ der damals 13-Jährige die Autostadt und zog in das Internat des BVB nach Dortmund-Brackel. Schon in den ersten Einheiten und Spielen wurde den Verantwortlichen bewusst, welches Talent sie verpflichtet hatten. Zur Saison 2025/26 holte Cheftrainer Marco Lehmann Mohamadou direkt in die U17, obwohl er eigentlich noch für die U15 spielberechtigt gewesen wäre.
Ein Blick auf seine Statistiken reicht aus, um zu erkennen, dass dieser Schritt absolut berechtigt war. Mit 17 Scorern überragte Mohamadou und produzierte zahlreiche Dribbling-Highlights.
Auch über die Liga hinaus machte Mohamadou auf sich aufmerksam. Beim internationalen MTU-Cup in Friedrichshafen zeigte er sich auf großer Nachwuchsbühne und überragte auch dort. Borussia Dortmund gewann das Turnier, Mohamadou wurde von den Veranstaltern zum besten Spieler gewählt.
Sein Engagement, aber auch seine Bodenständigkeit wurden beim BVB honoriert, sodass Mohamadou sogar in der U19 des BVB in der Youth League zum Einsatz kam. Dort benötigte er lediglich 14 Minuten, um sich auch auf internationaler Bühne in die Scorerliste einzutragen.
Für die U17 des BVB endete die Saison dagegen bitter. Im Viertelfinale der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft unterlagen die Schwarz-Gelben der TSG Hoffenheim mit 1:2. Besonders schmerzhaft: Mohamadou hatte sich bereits vor der Endrunde einen Außenbandriss zugezogen und verpasste die entscheidenden K.o.-Spiele. Der BVB selbst sprach vor dem ersten Endrundenspiel von einer Pause von drei bis vier Monaten.
So blieb am Ende ein Saisonverlauf, der sein außergewöhnliches Potenzial bestätigte, aber vorerst abrupt stoppte. Mohamadou hatte sich innerhalb weniger Monate vom spannenden Neuzugang aus Wolfsburg zu dem vielversprechendsten Nachwuchsspieler Borussia Dortmunds entwickelt. Die große Frage ist nun, wie schnell er nach seiner Verletzung zurückfindet und wann der nächste Schritt in Richtung Profibereich folgt.

Foto: Imago Images
Dass Mohamadou in Dortmund immer wieder mit Ousmane Dembele verglichen wird, kommt nicht von ungefähr. Natürlich ist ein solcher Vergleich für einen 15-Jährigen groß und sollte vorsichtig eingeordnet werden. Dennoch beschreibt er ziemlich gut, welche Art von Spieler Mohamadou ist: ein Flügelspieler, der jederzeit das Gefühl vermittelt, eine defensive Ordnung mit einer einzigen Aktion aufbrechen zu können.
Sein Spiel lebt stark von Tempo, Mut und Unberechenbarkeit. Mohamadou sucht häufig das direkte Duell, nimmt Gegenspieler bewusst auf und versucht, aus isolierten Eins-gegen-eins-Situationen Dynamik zu erzeugen. Dabei wirkt er nicht wie ein Flügelspieler, der nur außen an seinem Gegenspieler vorbeigehen will. Vielmehr variiert er seine Aktionen sehr gut. Mal bleibt er breit und attackiert die Linie, mal zieht er mit dem Ball nach innen, mal löst er sich mit einer Körpertäuschung aus engen Situationen.
Sein Trainer Marco Lehmann beschreibt ihn folgendermaßen: „Hamzath ist ein außergewöhnlicher Spieler und auf einem richtig guten Weg. Dass er als U15-Spieler bei uns in der U17 mitspielt, ist nicht selbstverständlich. Er hat eine enorme Spielfreude, ist mutig und stark im Dribbling. Er hat eine sehr enge Ballführung und ist technisch sehr versiert.“
Gerade diese Unberechenbarkeit macht ihn für Verteidiger so unangenehm. Mohamadou verfügt über eine sehr enge Ballführung, setzt viele kleine Kontakte und kann dadurch auch bei hohem Tempo kurzfristig die Richtung ändern. Er bringt Gegenspieler mit Schultern, Hüfte und schnellen Gewichtsverlagerungen aus dem Gleichgewicht, bevor er explosiv in den entstehenden Raum beschleunigt.
Besonders auffällig ist dabei, dass seine Dribblings optisch ansprechend sind, aber auch zumeist einen klaren Zweck erfüllen. Er sucht Raumgewinn, Strafraumnähe oder den direkten Weg in gefährliche Zonen. Seine 17 Torbeteiligungen in der U17 zeigen, dass er seine individuelle Qualität bereits jetzt regelmäßig in konkreten offensiven Ertrag übersetzen kann.
Dass er genau jenes Profil mitbringt, das im deutschen Fußball so unterrepräsentiert ist, macht ihn natürlich umso spannender. In einer Ausbildungskultur, in der viele Talente taktisch sauber, technisch ordentlich und kollektiv gut eingebunden sind, sind echte Unterschiedsspieler auf dem Flügel besonders wertvoll. Mohamadou ist einer dieser Spieler, für die man ins Stadion geht oder den Fernseher einschaltet, weil man begeistert werden will.

Foto: Imago Images
Dass Mohamadous Entwicklung längst nicht nur in Dortmund verfolgt wird, überrascht kaum. Nach seinen starken Auftritten im BVB-Nachwuchs sollen auch internationale Top-Klubs wie Paris Saint-Germain und Real Madrid Interesse am deutschen U15-Nationalspieler gezeigt haben, wie die „Bild“ berichtete.
Umso wichtiger war es aus Dortmunder Sicht, Mohamadou früh eine klare Perspektive aufzuzeigen. Dem Bericht zufolge soll der 15-Jährige ab der kommenden Saison schrittweise an den Profikader herangeführt werden. Ein Pflichtspieldebüt ist allerdings erst ab seinem 16. Geburtstag möglich. Bis dahin bleibt dem BVB Zeit, ihn behutsam aufzubauen, an höhere Intensitäten zu gewöhnen und ihn nach seinem Außenbandriss sauber zur Topform zurückzuführen.
Noch ist Mohamadou weit davon entfernt, ein fertiger Profispieler zu sein. Er ist ein 2011er Jahrgang, befindet sich mitten in seiner körperlichen und taktischen Entwicklung und wird in den kommenden Jahren noch viele Schritte machen müssen. Genau deshalb sollte jeder Vergleich mit Ousmane Dembele vorsichtig eingeordnet werden.
Trotzdem ist offensichtlich, warum der Hype um ihn entsteht. Mit seinem seltenen Profil auf höchstem Nachwuchsniveau und seinem bereits jetzt bemerkenswerten Output gegen ältere Gegenspieler besitzt Borussia Dortmund eines der spannendsten Zukunftsprojekte im deutschen Fußball. Für den BVB ist Mohamadou vielleicht die größte Hoffnung darauf, dass sich wieder ein echtes Eigengewächs aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum bis in die Profimannschaft arbeitet.
Der Weg dorthin ist noch lang. Aber bei Hamzath Mohamadou wirkt er zumindest nicht unrealistisch.

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