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·14. September 2026
Drei Kandidaten, drei Erzählungen, ein Ballon d’Or

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Kylian Mbappé erklärt in einem Interview, im vergangenen Jahr sei niemand besser gewesen als er. Lamine Yamal sieht auf Weltniveau genau zwei Spieler, sich selbst und Mbappé. Und Ousmane Dembélé, der amtierende Gewinner, antwortet mit einem Satz über die letzte Reihe im Klassenzimmer.
Am 8. September veröffentlichte France Football die 30 Nominierten, am 26. Oktober wird im London Palladium abgerechnet. Dazwischen liegt eine Phase, in der 100 Journalisten – einer pro Land aus den Top 100 der FIFA-Rangliste – ihre Stimmzettel ausfüllen. Genau in diese Phase fallen Interviews, die keine Zufälle sind.
Mbappé hat den offensivsten Weg gewählt. Er sei vom Ballon d’Or der Messi-und-Ronaldo-Ära geprägt, sagte er: Der Preis gehe an Spieler, die sich abheben, nicht an gute Durchschnittsprofis. Sein Satz „There was no one better than me last season“ ist als Bewerbung gemeint und wurde auch so verstanden. Immerhin räumte er ein, dass man das objektiv auch anders sehen könne.
Und damit liegt die Debatte offen, weil beide Lager belastbare Argumente haben. Mbappé wurde bei der WM in Nordamerika zum besten Torschützen und holte zum zweiten Mal in Folge den Pichichi, 25 Treffer in 31 Ligaspielen. Nur endete die Saison bei Real Madrid ohne Trophäe. Yamal gewann die Meisterschaft und mit Spanien den Weltmeistertitel, blieb beim Turnier selbst aber unauffällig: ein Tor, eine Vorlage in acht Einsätzen. Er stützt seine Forderung folgerichtig auf das, was in der Vitrine steht – er verdiene die Auszeichnung wegen der gewonnenen Titel.
Der Franzose hatte schon in seinem France-Football-Gespräch erklärt, der Preis bleibe aus seiner Sicht in Paris, und als Dreierauswahl Khvicha Kvaratskhelia, Harry Kane und Mbappé genannt – sich selbst nannte er nicht, aus Prinzip. Nach dem 1:0-Auswärtssieg in Brest kam am Sonntagabend die Ergänzung, die jeder in Frankreich sofort zuordnen konnte: Er habe immer hinten im Klassenzimmer gesessen und gearbeitet, „je n’ai jamais été l’élu“ – der Auserwählte sei er nie gewesen.
Das ist eine Spitze, und zwar eine gut gesetzte. Mbappé hatte zuvor in derselben Debatte formuliert, Dembélé sei stets als Talent gesehen worden, er selbst als der Auserwählte. Wer daraus einen offenen Zoff macht, überzeichnet allerdings: Dembélé nannte keinen Namen, erhob keinen Vorwurf und stellte sich ausdrücklich druckfrei. Man kann in Paris auch widersprechen, ohne die Stimme zu heben.
Interessant ist weniger, wer gewinnt, als dass drei Weltklassespieler es für nötig halten, über den Modus zu reden statt über den Ball. Mbappé argumentiert für einen Individualpreis, Yamal für einen Titelpreis, Dembélé für einen Arbeitspreis. Drei Definitionen, ein Pokal, hundert Wähler mit hundert eigenen Gewichtungen.
Am 26. Oktober wird einer von ihnen auf der Bühne stehen und sagen, es sei Teamarbeit gewesen. Die anderen beiden werden wissen, dass sie sechs Wochen lang etwas anderes behauptet haben.
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