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·17. September 2026

Drei Minuten, zwei Tore, ein Kopfball gegen den Ex-Klub: Beşiktaş zerlegt Marseille

Artikelbild:Drei Minuten, zwei Tore, ein Kopfball gegen den Ex-Klub: Beşiktaş zerlegt Marseille

Istanbul. Zwischen der 56. und der 59. Minute hat Beşiktaş am Donnerstagabend entschieden, was 55 Minuten lang offen war. Václav Černý schob mit dem Innenrist an den Innenpfosten, Amir Murillo stieg nach einer Ecke von Kapitän Orkun Kökçü hoch und köpfte ein – gegen Olympique Marseille, seinen früheren Klub. Aus einem 1:1 wurde ein 3:1, aus einem umkämpften Spiel ein Schaulaufen. Am Ende stand ein 4:1 im Tüpraş-Stadion, der perfekte Auftakt in die Europa-League-Ligaphase und der nächste Beleg dafür, dass Vincenzo Italianos Mannschaft gerade die beste Form der Süper Lig hat.

Der 20-Jährige, der für Trossard einsprang

Italiano musste umstellen. Leandro Trossard, im Sommer für 18 Millionen Euro von Arsenal gekommen, fiel mit Beschwerden aus – der Trainer hatte es am Nachmittag selbst bestätigt. An seiner Stelle begann İlhan Fakılı. Nach 15 Minuten hatte der junge Türke sein Tor: Junior Olaitan schickte ihn hinter die Abwehr, Fakılı blieb allein vor dem Torwart und schloss flach ins Eck ab. Es war die Belohnung für eine starke erste Viertelstunde, in der Beşiktaş Marseille in die eigene Hälfte gedrückt hatte.


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Der Ausgleich kam aus dem Nichts und aus einem eigenen Fehler. Beşiktaş verlor im Mittelfeld den Ball, Himad Abdelli schickte Keyliane Abdallah, der von rechts in den Strafraum zog und flach ins kurze Eck traf (29.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hätte Kökçü die Führung zurückholen können – Vlahović legte ihm den Ball auf, Torwart De Lange hielt. 1:1 zur Pause.

Die zweite Halbzeit: Kökçü liefert beide Vorlagen

Was dann folgte, war die effektivste Viertelstunde des Beşiktaş-Jahres. In der 56. Minute traf Černý nach schnellem Umschaltspiel, drei Minuten später köpfte Murillo eine Kökçü-Ecke ein. Beide Tore bereitete der Kapitän vor. Der Panamaer Murillo, der bis 2025 für Marseille spielte, verzichtete nicht auf den Jubel – und sagte danach bei Sporx: „Wir haben es verdient. Ich bin sehr glücklich über die drei Punkte und den Sieg.“

Die Schlussphase gehörte den Einwechselspielern. Černý musste verletzt raus, für ihn kam Ernest Poku – die Leihgabe aus Leverkusen –, und der Niederländer erzielte in der 81. Minute nach Zuspiel von Olaitan sein erstes Beşiktaş-Tor. 4:1, das dritte Vier-Tore-Spiel der Saison für die Schwarz-Weißen.

Die Serie

Die Zahlen aus Habertürk lesen sich beeindruckend: In Europa hat Beşiktaş in dieser Saison Midtjylland (1:0), Hradec Králové (1:0), Kauno Žalgiris (3:0) und nun Marseille (4:1) geschlagen. In der Liga stehen Siege gegen Eyüpspor (1:0), Çorum FK (6:2) und Erzurumspor (3:0), dazu das 2:1 im Derby bei Fenerbahçe. Zu Hause ist der Klub in dieser Saison ohne Punktverlust – 19 erzielte, drei kassierte Tore.

Bemerkenswert ist die Breite. Vlahović, nach einer Sperre wegen des Škriniar-Zwists im Derby zurück in der Startelf, traf diesmal nicht, arbeitete aber als Wandspieler; Kökçü liefert Vorlagen; Murillo trifft als Rechtsverteidiger; Poku als Joker. Und im Tor steht Alexander Nübel, der laut dem türkischen Fanportal-Kommentar „einen Hauch von Neuer“ versprüht – in der Vorsaison war er noch Stuttgarts Nummer eins, jetzt hält er in Istanbul die Null in sieben von elf Spielen.

Was das für die Ligaphase heißt

Beşiktaş hatte sich über drei Qualifikationsrunden in die Europa League gespielt, beginnend in der zweiten Runde gegen Midtjylland. Der Lohn ist eine Ligaphase mit Marseille, Hoffenheim, Crystal Palace, Celtic, Hapoel Beer-Sheva, Bayer Leverkusen, Union Saint-Gilloise und Omonia – machbar, aber nicht geschenkt. Nach dem ersten Spieltag steht Beşiktaş mit drei Punkten auf Rang vier, Marseille auf 32.

Für Italiano, der im Sommer aus Bologna kam und inzwischen Kökçü, Vlahović, Trossard, Nübel, Ouattara und Poku zur Verfügung hat, war es das bislang deutlichste Zeichen. Ein Klub, der in der Vorsaison Vierter wurde und in diesem Sommer drei Zugänge aus der Champions League holte, hat gerade eine Mannschaft, die Spiele in drei Minuten entscheidet. Am Wochenende geht es in der Süper Lig weiter – mit einem Trainer, der seit dem Derby in Kadıköy nicht mehr verloren hat.

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