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·18. September 2026
Drei Vorlagen von Reese, zwei Pfosten für Darmstadt: Wolfsburgs erster Heimsieg seit acht Monaten

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Wolfsburg. Zu Beginn der zweiten Halbzeit fehlten dem SV Darmstadt 98 Millimeter zum 2:2. Patric Pfeiffers Distanzschuss sprang vom rechten Innenpfosten an der Torlinie entlang, traf den linken Pfosten und sprang zurück ins Feld. Es war die Szene, die diesen Abend hätte drehen können. Stattdessen fiel auf der anderen Seite das 3:1, und am Ende stand ein 5:1 für den VfL Wolfsburg – der erste Heimsieg seit mehr als acht Monaten und das deutlichste Ergebnis dieser Zweitliga-Saison für den Aufstiegsfavoriten.
Der Mann des Abends stand nicht in der Torschützenliste. Fabian Reese, im Sommer von Hertha gekommen und inzwischen Kapitän, bereitete drei der fünf Treffer vor. Beim 1:0 in der 14. Minute legte er für Alexander Bernhardsson auf – ein Tor mit sechs Prozent Torwahrscheinlichkeit, laut Bundesliga Match Facts das unwahrscheinlichste des Spiels. Beim 3:1 in der 61. Minute dribbelte er sich links mit einem Übersteiger frei und flankte an den zweiten Pfosten, wo Bernhardsson volley vollendete. Wie schon beim ersten Treffer traf der Schwede mit seinem schwächeren rechten Fuß.
Dazwischen und danach lieferte Robert Glatzel, der nach überstandener Verletzung in die Startelf zurückkehrte und Kento Shiogai verdrängte: 2:1 in der 40. Minute, 5:1 kurz vor Schluss. Sommerzugang Muhammed Damar erzielte in der 67. Minute mit einem satten Schuss seine erste Torbeteiligung im VfL-Trikot und damit die Vorentscheidung.
Das Ergebnis suggeriert einen Spaziergang. Die Daten tun das nicht. Der Expected-Goals-Wert lag bei 1,79 für Wolfsburg und 0,86 für Darmstadt – ein Verhältnis, das bei einem 5:1 überrascht. Die Sportschau hielt fest, dass Darmstadt „noch mehr gute Gelegenheiten“ hatte als das eine Tor. Milan Smit hatte in der 29. Minute nach einem Fehlpass von Joakim Mæhle ausgeglichen, Pfeiffer traf zweimal das Aluminium.
Wolfsburg war effizient, nicht überlegen. Für einen Klub, der in dieser Saison bereits ein 3:0 gegen Cottbus zu einem 4:4 verspielt hat, ist das trotzdem ein Fortschritt: Diesmal hielt die Führung, und aus den Chancen wurden Tore.
Eine Personalie fällt auf. Yannick Gerhardt begann anstelle von Maximilian Arnold – dem Spieler, der 2026 noch Kapitän war und dessen Name für Wolfsburg steht wie kein anderer. Arnold saß „erneut“ nur auf der Bank, wie bundesliga.com formuliert. Die Binde trägt inzwischen Reese, der Neuzugang.
Es ist die sichtbarste Konsequenz aus dem Abstieg: Ein Klub, der in der Bundesliga zwölf Spiele ohne Sieg blieb und am Ende doch abstieg, hat die Hierarchie neu sortiert. Dass die neue funktioniert, hat der Freitagabend gezeigt. Dass die alte damit umgehen muss, wird noch Thema.
Wolfsburg kletterte zumindest vorübergehend auf Platz vier und hält den Anschluss an die Spitzengruppe um Hertha und Nürnberg. Am kommenden Freitag geht es um 20.30 Uhr genau dorthin: nach Nürnberg, zum Tabellenzweiten unter Miroslav Klose. Es ist das erste Spitzenspiel der Saison für die Wölfe – und der erste Test, ob dieser Abend mehr war als ein Ergebnis gegen einen Vorletzten.
Darmstadt rutschte auf den vorletzten Platz ab und könnte am Samstag von Kiel überholt werden. Florian Kohfeldts Mannschaft empfängt am Samstagmittag Energie Cottbus. Nach diesem Abend braucht sie Punkte, nicht Pfostentreffer.







































