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Helge Wohltmann·30. Juni 2026

Drei wichtige Qualitäten: Paraguay-Coach erklärt Unterschied zu Deutschland

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Paraguay hat Deutschland überraschend aus der WM geworfen. Gustavo Alfaro, der Trainer der Südamerikaner erklärte danach, was den Unterschied ausgemacht habe.

Bei Deutschland hätten, bei allem Respekt, Spieler auf dem Platz gestanden, die alles haben, die in den besten Leistungszentren Europas ausgebildet wurden. Paraguay habe Spieler, die "barfuß auf der Erde unserer Heimat spielen, deren Eltern Opfer auf sich nehmen, um sie zum Training zu bringen und deren Geld oft nicht bis zum Ende des Monats reicht. All das, damit ihre Kinder sich ihre Träume erfüllen können."


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Die Spieler würden diese Opferbereitschaft natürlich wahrnehmen. Sie wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, bei einem solchen Turnier dabei zu sein und sind dementsprechend motiviert. "Das ist das ideale Szenario", so Alfaro.

Es gehe ihm dabei gar nicht mal, um die Annehmlichkeiten. Die würde er sich und seinen Spielern bei der Ausbildung und während der Turniere auch wünschen: "Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deshalb gewonnen haben und die anderen wegen ihrer Leistungszentren verloren haben. Hoffentlich erreichen wir auch irgendwann dieses oberste Level. Es hat einen Grund, warum sie den Titel vier Mal geholt haben."

Den Spielern helfe es jedoch, dass sie wüssten, woher sie kommen. Die Opfer, die ihre Eltern gebracht haben. "Ich verleugne nicht meine Wurzeln", machte Alfaro deutlich, dass es ganz fundamentale Charaktereigenschaften seien. "Ich verleugne meine Wurzeln auf keinen Fall. Sie machen uns zu dem, was wir sind. Es ist das, was diese Mannschaft ausmacht."

Er habe irgendwann drei, vier Spieler auf den Platz gehabt, die nicht mehr konnten, aber weiter gemacht hätten, "weil sie Herz haben". Paraguay müsse das gewünschte Resultat mit den Mitteln erreichen, die ihnen zur Verfügung stünden. "Mit einem Standard, einem Konter, einem langen Ball. Ich hätte gerne weitere Möglichkeiten, aber bisher sind wir dafür noch nicht bereit."

Das Schlimmste sei, wenn sein Team weder offensiv noch defensiv zu sich fände. Beim 1:4 gegen die USA sei das der Fall gewesen. Gegen Deutschland sei klar gewesen, dass es auf die Defensive ankommen würde, also habe man sich darauf konzentriert. "Man kann sich nicht aussuchen, was man machen muss. Man muss das tun, was das Spiel erfordert. Wenn das bedeutet, dass ich einen Verteidiger mehr aufstellen muss, stelle ich einen Verteidiger mehr auf."

Dann wurde er etwas poetischer: "Wir müssen zu der Musik tanzen, die uns gespielt wird. Manchmal ist es eine Cumbia, manchmal ein Tango, manchmal eine Rumba, heute war es eine Polka."

Pragmatismus, Herz, Opferbereitschaft. Das sind die Eigenschaften, mit den denen Paraguay ins Achtelfinale eingezogen ist.


📸 Robert Cianflone - 2026 Getty Images

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