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·22. September 2026

Droht eine zweite Galáctico-Ära? Real Madrid vor einem Déjà-vu

Artikelbild:Droht eine zweite Galáctico-Ära? Real Madrid vor einem Déjà-vu
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Wiederholt sich die Geschichte der Galaktischen? – Fotos: Getty Images

Sechs Champions-League-Titel in einer Dekade, darunter ein lupenreiner Henkelpott-Hattrick – Real Madrid hat in den vergangenen Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die ihresgleichen sucht. Umso bemerkenswerter ist, wie viele Fragezeichen sich inzwischen rund um die Königlichen angesammelt haben. Es geht dabei nicht allein um gewonnene oder verlorene Titel, sondern um die Entwicklung eines Vereins, bei dem Individualität und Marketing zunehmend im Mittelpunkt stehen, während andere Faktoren wie Balance und Hierarchie offensichtlich leiden. Damit drängt sich eine bedeutende Frage auf: Droht eine zweite Galáctico-Ära? Immerhin weist die damalige Epoche in den frühen 2000er-Jahren einige erstaunliche Parallelen zur Gegenwart auf.


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Große Namen ohne Konzept

Die erste Parallele zeigt sich bereits bei der Kaderplanung. In der Saison 2003/04 verpflichtete Real Madrid mit David Beckham einen der größten Stars des Weltfußballs und zugleich ein absolutes Prestigeobjekt für Präsident Florentino Pérez. Der Engländer besaß nicht nur enorme sportliche und mediale Strahlkraft, sondern verkörperte genau jene globale Vermarktungsdimension, für die Pérez mit seiner Galáctico-Politik stand. Dabei war mit Luís Figo bereits ein Weltstar mit ähnlicher Positionierung im Kader. Während mit Beckham ein weiterer Superstar hinzukam, verließ mit Claude Makélélé ausgerechnet jener Spieler den Verein, der für das sportliche Gleichgewicht der Mannschaft von enormer Bedeutung war. Auch Kapitän Fernando Hierro verabschiedete sich, während mit Fernando Morientes ein Eigengewächs und wichtiger Torjäger zunächst verliehen wurde. Auf der einen Seite also noch mehr Glamour, auf der anderen Seite gingen Spieler, die für Balance, Hierarchie und Identität standen. Mehr als 20 Jahre später lassen sich erstaunliche Parallelen erkennen: Mit Kylian Mbappé kam 2024 der lang ersehnte Superstar nach Madrid – ebenfalls ein absolutes Objekt der Begierde und ein Prestige-Transfer für Pérez. Wie Beckham verkörpert auch Mbappé sportliche Weltklasse, globale Bekanntheit und eine enorme Vermarktungswirkung. Und auch bei ihm stellte sich die Frage, wie er sich in einen ohnehin mit Stars besetzten Angriff einfügen würde: Mit Vinícius Júnior spielte bereits einer der größten Namen des Kaders auf der linken Seite. Gleichzeitig verlor Real Toni Kroos durch dessen Karriereende, Luka Modrić verließ den Verein später ebenfalls. Mit Nacho Fernández ging zudem nicht nur der Kapitän, sondern eine Identitätsfigur, die den Klub wie kaum ein anderer verkörperte. Das Pendant zu Morientes dürfte Joselu gewesen sein: Erneut ein Spieler mit Madridista-DNA, der zwar nicht den Glamour eines Galáctico besaß, dafür aber Tore und eine andere Dimension in den Kader brachte. Es geht dabei nicht darum, einzelne Transfers als falsch zu bezeichnen. Die Parallele liegt vielmehr in der grundsätzlichen Entwicklung: Auf der einen Seite kommen die großen Namen, die sportlich wie wirtschaftlich für enorme Strahlkraft sorgen. Auf der anderen Seite verschwinden Spieler, deren Wert für Balance, Hierarchie und Identität weniger spektakulär, aber möglicherweise umso wichtiger ist. Wird ein Kader also in erster Linie nach seinen sportlichen Bedürfnissen zusammengestellt oder zunehmend nach der Strahlkraft und dem Prestige der verfügbaren Namen ohne ersichtliches Konzept?

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