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·30. Juli 2026

Džeko bleibt: 1,3 Millionen für einen 40-Jährigen

Artikelbild:Džeko bleibt: 1,3 Millionen für einen 40-Jährigen

40 Jahre alt, elf Zweitligaspiele, sechs Tore. Und ein Grundgehalt von 900.000 Euro bei einem Klub, dessen komplettes Jahresbudget rund 40 Millionen beträgt. Schalke hat sich in der Personalie Edin Džeko entschieden – gegen jede Tabelle der Vernunft.

Keine Verpflichtung. Eine Verlängerung

Erst die Korrektur, weil sie den ganzen Vorgang anders aussehen lässt: Džeko kommt nicht neu nach Gelsenkirchen. Er war schon da. Im Januar 2026 holten die Königsblauen den Bosnier ablösefrei von der AC Florenz in die 2. Bundesliga, mit sechs Toren und drei Vorlagen in elf Partien hatte er wesentlichen Anteil am Aufstieg nach drei Jahren Unterklassigkeit.


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Sein Vertrag endete am 30. Juni. Seitdem ist er offiziell vereinslos, war nicht Teil der Sommervorbereitung und wollte seine Zukunft ohnehin erst nach der WM entscheiden. Was jetzt vermeldet wird, ist also kein Transfercoup, sondern das Ende eines vier Wochen langen Zustands ohne Arbeitgeber. Ein Detail verrät, wie sehr Schalke damit gerechnet hat: Die Trikotnummer 10 wurde seit seinem Abgang nicht neu vergeben.

Der Zeitplan: Medizincheck am Sonntag, Unterschrift am Montag

Nach übereinstimmenden Berichten von Sky, Bild und der dpa haben sich beide Seiten auf einen Einjahresvertrag bis zum 30. Juni 2027 verständigt. Fabrizio Romano meldete die Zustimmung des Spielers und ergänzte, Džeko habe dafür Anfragen aus der Serie A, der MLS und von weiteren deutschen Klubs abgelehnt. Der Medizincheck ist für Sonntag und Montag angesetzt, die Unterschrift für Montagnachmittag.

Heißt: Einigung ja, Vollzug noch nicht. Bei einem 40-Jährigen ist diese Unterscheidung keine Formalie – ein Medizincheck ist in diesem Alter kein Durchlauf, sondern ein Termin mit Ausgang.

Die Zahlen, die es riskant machen

Die letzte Zeile der Tabelle ist die unangenehmste. Schalkes komplettes Budget für die Bundesliga-Saison liegt unter dem, was der FC Augsburg allein an Fernsehgeldern überwiesen bekommt. Sportvorstand Frank Baumann hat das vor gut einer Woche selbst eingeordnet: „Wir können nicht aus dem Vollen schöpfen.“ Aus diesem Topf gehen nun bis zu 1,3 Millionen an einen Stürmer, der im März 41 wird.

Muslić hat es durchgedrückt

Dass es überhaupt so weit kam, ist keine Vorstandsentscheidung, sondern eine Trainerentscheidung. Baumann klang wochenlang wie ein Mann, der auf die Bremse tritt – noch unter der Woche erklärte er bei Sky, es sei „nach wie vor beides möglich“. Miron Muslić dagegen wollte den Bosnier auch im Oberhaus, und er machte es sichtbar: Nach dem Testspiel gegen Fagiano Okayama (3:1) kündigte er an, dass noch Spieler „mit Charakter“ kommen würden, und konnte beim Namen Džeko ein Grinsen nicht unterdrücken.

Baumann flog schließlich selbst nach Dubrovnik, um an Džekos Urlaubsort zu verhandeln. Möglich wurde das Paket nach Sky-Angaben auch deshalb, weil Schalke mit Maximilian Wöber von Leeds United eine vergleichsweise günstige Lösung für die Abwehr fand und damit anderswo Spielraum gewann. Džeko wäre der sechste Sommerzugang neben Kevin Müller, Satoshi Tanaka, Junior Adamu, Wöber und Robin Gosens – mit dem er in Florenz zusammenspielte. Auch Jesper Lindström von der SSC Neapel soll folgen, ebenfalls ein Wunschspieler des Trainers.

Was Schalke sportlich davon hat – und was nicht

Für die Gegenrechnung braucht man kein Feinschmeckerwissen. Die Bundesliga läuft schneller, presst höher und verzeiht einem Mittelstürmer weniger Standzeiten als die zweite Liga. Elf Partien im Frühjahr sind keine Belastungsprobe für 34 Spieltage, und Džeko war schon in der Rückrunde kein Spieler für Volllast.

Was er mitbringt, steht dafür in seiner Vita: einstiger Bundesliga-Torschützenkönig in Wolfsburg, Titel mit Manchester City, Roma und Inter, über 370 Pflichtspieltore. Dazu ein Wert, der auf keinem Datenblatt steht. Als er im Januar erstmals über den Trainingsplatz lief, standen 1.200 Menschen am Ernst-Kuzorra-Weg; der Trikot-Flock mit seinem Namen war binnen Tagen ausverkauft. Ein Klub mit 40 Millionen Budget verkauft nicht nur Punkte, er verkauft Gründe zum Hinsehen.

Die sportliche Last liegt trotzdem woanders. Kapitän Kenan Karaman war mit 14 Treffern Schalkes Torschützenkönig der Aufstiegssaison und bleibt die Nummer eins im Zentrum. Džeko ist der Mann für die Momente, in denen ein Strafraum eine Adresse braucht – nicht der Mann für 90 Minuten Dauerlauf gegen Leverkusens Innenverteidigung.

Am 16. August kommt Real Madrid, am 24. August wird es ernst

Der Terminplan liefert die Bühne gleich mit. Zum 25-jährigen Jubiläum der Veltins-Arena empfängt Schalke am 16. August Real Madrid zum letzten Härtetest, eine Woche später beginnt beim Halleschen FC die erste DFB-Pokal-Runde, Ende August folgt der Bundesliga-Auftakt. Adrian Gantenbein fehlt nach seiner Syndesmoseverletzung mehrere Wochen, die rechte Abwehrseite ist eine offene Baustelle.

Ein Aufsteiger mit diesem Budget kann sich keine Sentimentalität leisten. Er kann sich aber auch keinen Sturm ohne Torriecher leisten. Schalke hat sich für das kleinere von zwei unbezahlbaren Problemen entschieden – und wird spätestens im Oktober wissen, ob es das kleinere war.

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