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·19. Februar 2026

EA FC 26: Prestiannis FUT-Karte nach Rassismus-Eklat mit Rekord-Wert

Artikelbild:EA FC 26: Prestiannis FUT-Karte nach Rassismus-Eklat mit Rekord-Wert

Das Hinspiel der Zwischenrunde der Champions League zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon am Dienstag wurde durch einen traurigen Skandal überschattet, wonach Benfica-Profi Gianluca Prestianni den Real-Spieler Vinícius Júnior angeblich rassistisch beleidigt habe. Dieser Eklat hat nun Folgen für EA FC 26, wonach der Wert der FUT-Karte des Argentiniers auf dem Markt in die Höhe geschossen ist. 

Es sind Szenen, wie man sie im modernen Fußball oder sonst irgendwo einfach nicht haben will: Ein Spieler beleidigt einen anderen aufgrund von dessen Hautfarbe. So vermeintlich geschehen beim CL-Zwischenrunden-Hinspiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid, wo Benficas Gianluigi Prestianni seinen dunkelhäutigen Gegenspieler Vinícius Júnior umgangssprachlich als "Affe" beleidigt haben soll. Sowohl der Brasilianer als auch dessen Mitspieler Kylian Mbappé geben an, dies eindeutig gehört zu haben. Der Argentinier selbst hatte während der Szene seinen Mund mit seinem Trikot bedeckt, sodass seine Lippenbewegungen für die Kameras im Nachhinein nicht zu erkennen sind. Anstatt, dass man Rassismus allgemein verurteilt und sich hinter die Aufklärung dieser Geschichte stellt, scheinen es einige Fans offenbar besonders lustig zu finden, den Preis der FUT-Silber-Karte von Prestianni in EA FC 26 künstlich in die Höhe zu treiben und somit "erstrebenswerter" zu machen.


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Prestianni-Karte auf FUT-Höchstwert seit Launch 

Eigentlich ist die FUT-Karte von Gianluca Prestianni kaum der Erwähnung wert. Mit einem Gesamt-Rating von 71 und keinem einzigen PlayStyle in Gold würde man eigentlich meinen, dass sie in der Masse der übrigen Karten schnell untergehen würde, stattdessen erfreute sich die Silber-Karte des 20-Jährigen danach im Spiel größter Beliebtheit. Auf dem Ultimate-Team-Transfermarkt wurde sie besonders aktiv gesucht und gehandelt, was wiederum dazu führte, dass der Preis der Karte deutlich in die Höhe stieg. Hatte die Karte am Montag laut der Datenbank "FUTBIN" noch einen Marktwert von 570 In-Game-Münzen, lag der Wert der Karte am Mittwoch bei 3.250 FUT-Coins. Das letzte Mal, als Prestianni einen solchen FUT-Wert hatte, war zum Launch des Spiels im September des vergangenen Jahres, als sich der FUT-Markt an sich noch nicht eingependelt hatte. Der Höchstwert nach dem Launch, auf dem die Prestianni-Karte ansonsten kam, war am 21. Januar, als sie einen organischen Marktwert von 1.218 FUT-Coins erreichen konnte, also kaum mehr als ein Drittel dessen, was die Karte nach dem Rassismus-Eklat gegenüber Viícius Júnior im Spiel wert war. Inzwischen ist der Kurs der Karte wieder deutlich gefallen und liegt bei einem Wert von 2.300 FUT-Coins, Tendenz sinkend.

Rassismus oder Opportunismus? 

Die Frage, warum die FUT-Karte von Gianluca Prestianni nach dem Rassismus-Eklat in der Champions League so massiv an Wert gewann, ist zumindest auf dem zweiten Blick gar nicht so leicht zu beantworten. Der erste Impuls mag dahin gehen, anzunehmen, dass Spieler-Fans sich mit dem Flügelflitzer "solidarisch" zeigen, bzw. sich damit öffentlich gegen den umstrittenen Madrilenen Vinícius Júnior stellen wollen, oder andere sich einfach am Chaos und der Geschmacklosigkeit erfreuen, doch auf dem zweiten Blick könnte tatsächlich mehr dahinter stecken: Betrachtet man die Marktwert-Entwicklung nämlich aus Händler-Sicht, bekommt das Ganze eine neue Tiefe. Sollten die derzeit noch andauernden Untersuchungen die Anschuldigungen gegen Prestianni bestätigen, könnte dies theoretisch dazu führen, dass EA SPORTS die Karte zumindest vorübergehend aus dem Spiel nimmt und sie organisch nicht erneut erworben werden kann. Würde dies geschehen, würde der Wert seiner noch existierenden FUT-Karten dementsprechend aufgrund der geringen Verfügbarkeit enorm ansteigen, worauf nun einige Spieler womöglich spekulieren. Würde man die Prestianni-Karte dann verkaufen, könnte man so einen enormen Profit an FUT-Coins generieren.

Spieler-Karten nach früheren Skandalen zwischenzeitlich aus dem Spiel entfernt 

Solche Entwicklungen sind tatsächlich nicht ohne Präzedenzfall, denn bereits in FIFA 20 kam es zu einer ähnlichen Marktentwicklung, nachdem die Icon-Karte von Niederlande-Legende Marco van Basten zwischenzeitlich aus dem Spiel entfernt wurde, nachdem dieser vor laufenden Kameras – nach eigenen Angaben als "Scherz" – den Nazi-Gruß zeigte. Ähnlich verlief es auch später auch bei den Spielern Mason Greenwood und Benjamin Mendy gegeben, nachdem Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt oder im Mendys Fall sogar wegen Vergewaltigung öffentlich wurden. Nachdem es zu keinen Verurteilungen gekommen war, wurden die Spieler-Karten in späteren Ausgaben der Spiele-Reihe wieder eingefügt. Auch Marco van Basten ist inzwischen als Icon-Karte in EA FC 26 wieder erhältlich. Aber auch nach dem tragischen Tod aktiver Profis, wie zuletzt im Fall von Liverpools Diogo Jota, gab es anschließend einen großen Ansturm auf dessen FUT-Karte, bevor sie aus dem Spiel entfernt wurde.

Auch wenn markttechnische Überlegungen, bzw. Opportunismus beim Wertanstieg der FUT-Karte von Gianluca Prestianni eine Rolle spielen mag, ist davon auszugehen, dass in vielen Fällen auch ein krudes Weltbild oder ein geschmackloser Sinn für "Humor" der Spieler hinter den Marktentwicklungen der Prestianni-Karte steckt. Leider ist davon auszugehen, dass sich ein solches Verhalten innerhalb der FUT-Spielergemeinde bei ähnlichen Geschichten in der Zukunft nicht ändern wird. Ob es vonseiten von Entwickler EA SPORTS irgendwelche Konsequenzen des Vorfalls geben wird, bleibt abzuwarten.

Foro: Carlos Rodrigues / Getty Images 

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