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·14. Juli 2026
Ein Investment in die Gegenwart: Gezielt mehr Routine für die Defensive beim 1. FC Köln

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Elias Schnaubelt
14 Juli, 2026
In der Kulinarik gibt es bekanntlich viele Dinge, die mit der Zeit immer besser werden. Doch gilt das auch für Fußballprofis? Bei den beiden bisherigen und einer bevorstehenden Neuverpflichtungen für die Defensive scheint Routine ein Faktor für den 1. FC Köln zu sein. Denn Gideon Mensah, Luka Lochoshvili und die gehandelten Sechser Ellyes Skhiri oder Edson Álvarez bringen viel Erfahrung mit.
Gideon Mensah überzeugte gegen England (Foto: Mattia Ozbot/GettyImages)
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Die Frage nach dem perfekten Fußballeralter ist eine viel diskutierte und jeder scheint eine andere Meinung dazu zu haben. Während Spaniens Pau Cubarsi bereits mit 17 Jahren problemlos auf höchstem europäischem Niveau mithalten konnte, schaffte Virgil Van Dijk den Sprung in die absolute Weltklasse erst einige Jahre später. Es gibt große Schwankungen und selbstverständlich immer mal wieder Ausnahmen. Die meisten können sich aber auf einen Alterskorridor von Ende 20 bis Anfang 30 einigen. In diesem Alter konnten Spieler bereits genug Erfahrung sammeln, während gleichzeitig die Athletik noch vorhanden ist. Die bisherigen Defensiv-Transfers des FC sprechen eine deutliche Sprache: Beim FC sucht man offenbar für die Hintermannschaft Routine.
Gideon Mensah ist 27 Jahre alt. Der Ghanaer kommt auf mehr als 230 Pflichtspiele im Profibereich, lief bereits 44 Mal für sein Land in der A-Nationalmannschaft auf, spielte zuletzt die WM. Der Linksverteidiger ersetzt Kristoffer Lund. Der 24-Jährige wurde von den Geißböcken nicht übernommen. Auch Luka Lochoshvili sammelte deutlich mehr als 200 Pflichtspiele, das in zahlreichen Ländern Europas, spielte zudem mit Georgien die Europameisterschaft 2024, kommt auf 32 Länderspiele für sein Heimatland. „Er hat in den vergangenen Jahren auf unterschiedlichen Stationen wertvolle Erfahrungen gesammelt“, erklärte Thomas Kessler bei der Vorstellung des Spielers. Ein Textbaustein, der ähnlich auch bei der Verpflichtung von Gideon Mensah fiel. Dazu kommen die Gerüchte um Ellyes Skhiri (31 Jahre) und Edson Álvarez (28 Jahre) für die so wichtige Personalie im zentralen Mittelfeld. Die beiden Sechser werden als Nachfolger für den 24-jährigen Eric Martel gehandelt, der nun in Mainz spielt. Beide kommen auf rund 400 Pflichtspiele, dazu etliche Länderspiele.
Es besteht also kein Zweifel, dass der FC den jungen Spielern Jahmai Simpson-Pusey, Julian Pauli oder Rav van den Berg nun auch Routine an die Seite stellen will. Dass eine solche Struktur erfolgsversprechend sein kann, zeigt ein Blick auf die aktuell laufende Weltmeisterschaft. Kürzlich sind mit Argentinien, Spanien, England und Frankreich die letzten verbliebenen Nationen ins Halbfinale eingezogen. In den Viertelfinalspielen konnte die Defensivabteilung in Argentiniens Startelf mit 30,3 Jahren das höchste Durchschnittsalter vorweisen. Dahinter folgen Frankreich (28,3 Jahre), Spanien (27,6 Jahre) und England (26,9 Jahre). Ein Zufall? Oder doch ein Indiz für den Wert der Erfahrung im Verteidigen des eigenen Tores. Gerade auf diesem Niveau und dieser Bühne ist es von unschätzbarem Wert, druckresistente Abwehrrecken in den eigenen Reihen zu haben. Dass die Kölner diesen Weg einschlagen, ist demnach gut nachvollziehbar. Konstanz ist entscheidend. Hinten soll der Laden von den Routiniers dichtgehalten werden, vorne können die jungen Wirbelwinde für Furore sorgen.
Damit aus den Geißböcken keine Greisböcke werden, ist dieser Mix aus jungen, hungrigen Spielern und routinierten Veteranen entscheidend. Die Erfahrenen können so die Rookies an die Hand nehmen und Verantwortung übernehmen, während die Jungen sich im Schatten entwickeln können und die Mannschaft mit Hunger und Elan voranbringen. Das gesteigerte Interesse der Kölner an Spielern mit internationaler Erfahrung deutet darauf hin, dass der gegenwärtige Erfolg vermehrt in den Fokus gerückt wird. Einige der (potenziellen) Neuzugänge bewegen sich im vermeintlich besten Fußballeralter und müssen sich nicht erst noch dahin entwickeln. Daran muss sich der Kader in der neuen Saison selbstverständlich aber auch messen lassen. Zumal die Aussicht gering ist, mit Spielern in dieser Altersspanne nochmal einen hohen Wiederverkaufswert zu generieren.
Gerade der FC muss die Finanzen stets im Blick behalten. Die letzten Jahre wollte such der FC zum Ausbildungsverein entwickeln. Spieler wie Jonas Urbig, Damion Downs oder Max Finkgräfe konnten gewinnbringend verkauft werden und spielten so notwendiges Geld in die klammen Kassen. Noch immer ist der Verein finanziell nicht auf Rosen gebettet. Glücklicherweise hat man mit Said El Mala noch einen riesigen uneingelösten Scheck im Kader, der den Druck dahingehend erheblich verringert. Das erleichtert die Verlagerung der Prioritäten von Ausbildung und Weiterverkauf hin zu Erfolg im Hier und Jetzt.







































