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·4. März 2026
Ein Reservist fürs „Herzstück“? Die große Chance von Leon Goretzka

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Für sein „Herzstück“ hatte Julian Nagelsmann seit jeher klare Vorstellungen. Für die wichtigen Rollen im zentralen Mittelfeld brauche es „Spieler, die auf dieser Position im Rhythmus sind“, hatte der Bundestrainer noch im Sommer betont. Rund sieben Monate später hat sich Nagelsmann jedoch allem Anschein nach von dieser Überzeugung verabschiedet – und Leon Goretzka große Hoffnungen auf einen WM-Stammplatz gemacht.
Dem Goretzka, der beim FC Bayern als Reservist aktuell nicht viel für seinen „Rhythmus“ tun kann. „Stand jetzt“, betonte Nagelsmann in seinem viel beachteten kicker-Interview, habe der 31-Jährige bei der Endrunde im Sommer „gute Chancen zu spielen“. Und das alles, wie auch Nagelsmann bekannte, „trotz weniger Spielzeit bei Bayern“.
In den vergangenen sieben Pflichtspielen der Münchner stand Goretzka nur einmal in der Startelf. Ansonsten: maximal Kurzeinsätze, dreimal Zuschauer. Das könnte sich mit Blick auf die quasi entschiedene Meisterschaft und die schwierigen Aufgaben in der Champions League und im Pokal zwar schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach ändern, in wichtigen Spielen wird Goretzka jedoch kaum an den gesetzten Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic vorbeikommen.
Im DFB-Team ist die Situation jedoch gänzlich anders. Erstens, weil Kapitän Kimmich als aktuell wohl bester deutscher Zentrumsspieler hinten rechts aushelfen muss. Zweitens, weil die recht logische Alternative mit Pavlovic und Dortmunds Felix Nmecha auf der Doppelsechs laut Nagelsmann nicht der optimalen Besetzung entspräche. Er brauche, meinte der Bundestrainer, „für den offensiveren Part ein etwas anderes Profil“. Heißt: Goretzka.
Als klassischer „Box-to-Box“-Spieler erfüllt er Nagelsmanns Anforderungen anscheinend besser als Nmecha – Goretzka kommt das gerade recht. Sein auslaufender Vertrag bei den Bayern wird nicht verlängert, Atlético Madrid und Top-Klubs aus Italien gelten als Interessenten. Mit einer starken WM könnte sich Goretzka noch einmal empfehlen, auch für größere Kaliber.

Foto: Getty Images
Nagelsmann schenkt ihm nach stabilen Leistungen in den jüngsten Länderspielen vollstes Vertrauen – auch aufgrund der vom Bundestrainer hervorgehobenen defensiven Qualitäten. Im Qualispiel gegen Nordirland etwa habe Goretzka „60 Bälle weggeköpft“. Das ist natürlich maßlos übertrieben – in Wahrheit waren es fünf gewonnene Kopfballduelle bei neun Versuchen -, unterstreicht aber Goretzkas neuen Stellenwert.
Bei der Heim-EM 2024 hatte der Bundestrainer noch auf den Münchner verzichtet. Zu groß war die Sorge, dass sich dieser nicht mit einer Reservistenrolle abfinden würde. Selbst als Pavlovic kurzfristig für das Turnier ausfiel, blieb Goretzka zu Hause. Es folgte eine Aussprache, im März vergangenen Jahres wurde der Mittelfeldspieler wieder nominiert.
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