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·6. Februar 2026

"Ein Schock": Wie Brinkmann den Naderi-Abgang erlebte

Artikelbild:"Ein Schock": Wie Brinkmann den Naderi-Abgang erlebte

Wie schon in den letzten Wochen gibt es beim F.C. Hansa Rostock auch vor der Partie gegen die TSG Hoffenheim II (Sonntag, 13:30 Uhr) weiterhin nur ein Thema: Ryan Naderi. Nachdem sich Trainer Daniel Brinkmann zuletzt nicht mehr zur Personalie äußern wollte, nahm er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag ausführlich Stellung, ordnete den Transfer als "Schock" und sportlichen Verlust ein, betonte jedoch die große finanzielle Bedeutung für den Verein und machte klar, dass an den sportlichen Zielen unverändert festgehalten werde.

Anruf mitten in der Nacht

Der Abgang von Naderi hat Hansa Rostock und Trainer Daniel Brinkmann überraschend getroffen. Wie der Coach schilderte, rechnete er nach dem Spiel gegen Ingolstadt am vergangenen Samstag zunächst nicht mehr mit Bewegung in der Personalie. "Ich war eigentlich ganz guter Dinge, dass wir in der Konstellation in die neue Woche starten", sagte Brinkmann am Freitag. Die Wende kam mitten in der Nacht – ausgelöst durch einen Anruf von Sportdirektor Amir Shapourzadeh. "Ich sah nachts einen Anruf und eine WhatsApp von Amir. Um 5.30 Uhr haben wir das erste Mal telefoniert."


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Es folgten weitere Gespräche und eine größere Zoom-Konferenz, in der das 5,5-Millionen-Euro-Angebot der Glasgow Rangers diskutiert wurde. Brinkmann sprach rückblickend von einem Moment, der ihn unerwartet traf: "Im ersten Moment war es ein Schock, weil es unglaublich war, dass das Angebot nochmal stark erhöht worden ist." Aus sportlicher Sicht sei der Verlust erheblich gewesen. "Mit Ryan verlieren wir einen Spieler, der wirklich richtig gut für uns war", erklärte der Hansa-Trainer und räumte ein, dass Trainer naturgemäß auch egoistisch denken. Schließlich werde man am Erfolg gemessen und wolle "mit dem bestmöglichen Kader arbeiten".

Brinkmann mit Weitsicht

Gleichzeitig betonte Brinkmann, dass die Dimension des Transfers über sportliche Aspekte hinausging. Es sei ein Punkt erreicht worden, "wo es um mehr und wo es auch um andere Jobs geht, nicht nur um meinen". Der Transfererlös eröffne dem Verein Möglichkeiten, sich langfristig besser aufzustellen – etwa durch verbesserte Infrastruktur, höhere Kaderbudgets oder das Ablösen von Verbindlichkeiten. Deshalb habe er sich letztlich nicht mehr gegen den Transfer gestellt und ihn auch als Chance für den Spieler gesehen.

"Man kann stolz darauf sein, dazu beigetragen zu haben, einen Spieler zu den Glasgow Rangers zu bringen – und das für eine unglaubliche Summe." Nie zuvor in der Vereinsgeschichte der Kogge hatte ein Spieler einen höheren Transfererlös eingebracht, auch in der Drittliga-Historie stellte die Summe einen Rekord dar.

Ziele bleiben unverändert

Nachdem feststand, Naderi ziehen zu lassen, beschäftigen sich die Verantwortlichen damit, sich nach einem Ersatz umzuschauen. Brinkmann räumte ein, dass es "zwei, drei" Kandidaten gegeben habe, diese aber nicht mehr realisierbar gewesen seien – auch aus finanziellen Gründen. So hatte es bereits Shapourzadeh verlauten lassen. Andere Optionen seien bewusst verworfen worden, da der Verein vom bestehenden Kader überzeugt sei: "Der ist richtig gut." Auch die sportlichen Ziele bleiben unverändert. "Wir haben versucht, der Mannschaft klarzumachen, dass wir gar nichts an Zielen korrigieren." Heißt: Am anvisierten Aufstieg hält der FCH trotz des Abgangs seines Top-Torjägers weiter fest.

Der Trainer setzt nun auf Lösungen aus dem eigenen Aufgebot. Man könne die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen und variabler agieren. Spieler wie Christian Kinsombi oder Maximilian Kraus könnten stärker in den Fokus rücken, ebenso David Hummel oder Emil Holten. Auch taktisch sieht der Coach viele Möglichkeiten. Grundsätzlich müsse nicht viel verändert werden, da man Positionen "eins zu eins ersetzen" könne. Gleichzeitig seien verschiedene Systeme denkbar, etwa mit einer Spitze oder variablen Außenstürmern. "Wir haben viele Alternativen", erklärte Brinkmann und sprach von der Chance, noch flexibler zu werden.

"Ich brauche auch keinen Trost"

Trotz des Abgangs bleibt der Trainer optimistisch. Zwar erhöhe sich ohne einen Topspieler nicht die Chance auf den anvisierten Aufstieg, "aber den Kopf in den Sand zu stecken, kommt gar nicht in Frage. Ich brauche auch keinen Trost, denn ich habe einen geilen Job bei einem geilen Verein." Seine Aufgabe sei es nun, Lösungen zu suchen. "Wir werden alles daran setzen, maximalen Erfolg zu haben. Und wenn nicht, dann greifen wir einfach weiter an. Daher lautet das Motto: "Vollgas und dann schauen wir, was dabei rauskommt." Die erste Antwort darauf wird es bereits am Sonntag in Hoffenheim geben.

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