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·24. September 2026
Eine Eckfahne kostet Israel das Spiel – Österreich braucht trotzdem bis zur 90. Minute

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Linz. In der 55. Minute köpfte Sayed Abu Farkhi den Ausgleich für Israel, lief zur Eckfahne, zog sie aus dem Boden und legte sie an wie ein Gewehr. Es war eine Geste, die man im internationalen Fußball selten sieht – und der 20-Jährige hatte drei Minuten zuvor bereits Gelb gesehen. Schiedsrichter Georgi Kabakov zeigte die zweite Karte. Israel spielte die letzten 34 Minuten in Unterzahl. Österreich brauchte 34 davon, um daraus etwas zu machen.
Am Ende stand ein 3:1, zwei Tore fielen in der Nachspielzeit, und Ralf Rangnicks Neustart nach der WM begann mit drei Punkten und einer Menge offener Fragen.
Vor 15.200 Zuschauern in Linz zeigte Österreich lange wenig. Der kicker fasste es zur Pause so zusammen: Ein Elfmeter sei der Öffner gewesen, davor habe es „vor allem im letzten Drittel an Ideen“ gefehlt. Israel erwies sich als spielstark und zwang die Gastgeber zu viel Laufarbeit. „Noch ist vom vielbeschworenen Neustart wenig zu sehen.“
Bemerkenswert dabei: Von den elf Startelfspielern war nur Marco Grüll nicht bei der WM in Nordamerika dabei gewesen. Rangnick hatte im Kader zwar sechs Debütanten und neun Spieler ohne WM-Erfahrung, begann aber mit den bewährten Kräften.
In der 34. Minute war für Michael Gregoritsch Schluss. Der Augsburger, in seinem ersten Spiel als Kapitän, hatte sich am Knöchel verletzt und musste vom Feld. Für ihn kam Sasa Kalajdzic – im eigenen Stadion, denn der LASK-Stürmer spielt in Linz. Zum ersten Mal an diesem Abend wurde es laut.
Und Kalajdzic lieferte sofort: Sechs Minuten nach seiner Einwechslung wurde er im Strafraum von Nachmias gelegt, der VAR prüfte, Kabakov zeigte auf den Punkt. Romano Schmid trat an und schoss flach und scharf ins Eck – 1:0 in der 43. Minute, im 50. Spiel unter Rangnick. Posch vergab in der Nachspielzeit noch die Chance zum 2:0.
Rangnick war mit der Leistung sichtbar unzufrieden und brachte zur Pause Paul Wanner für Grüll. Es half zunächst nicht. In der 55. Minute fälschte ausgerechnet Kalajdzic einen Schuss aus der zweiten Reihe ab, Österreich bekam den Ball nicht geklärt, die Flanke segelte in den Strafraum, und Abu Farkhi setzte sich im Luftduell gegen Philipp Lienhart durch. Torhüter Alexander Schlager machte dabei laut den Salzburger Nachrichten „nicht die beste Figur“.
Was folgte, kostete Israel das Spiel. Der Torschütze rannte zur Eckfahne, riss sie heraus und imitierte damit eine Waffe. Da er kurz zuvor nach einem Gerangel im eigenen Strafraum bereits verwarnt worden war, folgte die Ampelkarte. Der kicker notierte trocken: „Gelb-Rote Karte: Abu Farkhi (56., Dummheit).“
Danach fand das Spiel fast nur noch in Israels Hälfte statt, ohne dass Österreich durchkam. Schmid schoss aus 25 Metern zu zentral, Kalajdzic köpfte zu zentral, Posch verpasste ein Zuspiel knapp. Rangnick wechselte munter: In der 73. Minute kamen mit Lukas Horvath und Christoph Lang zwei LASK-Spieler zu ihren Länderspieldebüts – im eigenen Stadion. In der 82. Minute folgte Carney Chukwuemeka.
Die Erlösung kam in der 90. Minute. Paul Wanner schlug eine Flanke, die Heute.at als „Traumflanke“ beschrieb, und Phillipp Mwene traf – sein erstes Länderspieltor im 33. Spiel. Drei Minuten später legte Kalajdzic nach Vorlage seines LASK-Kollegen Lang das 3:1 nach. Zwei Linzer entschieden das Spiel in Linz.
Drei Punkte zum Auftakt, die Heim-Rekordserie auf 15 Spiele ohne Niederlage ausgebaut, und ein Sieg gegen einen Gegner, der eine Stunde lang mithielt. Das ist die positive Lesart.
Die andere: Ohne den Platzverweis wäre es vermutlich kein Sieg geworden. Rangnick hatte nach der WM den Umbruch eingeleitet, zehn Spieler aus dem WM-Kader fehlen im aktuellen Aufgebot – Alaba, Arnautović, Sabitzer und Baumgartner an der Spitze. Von diesem Umbruch war in der ersten Stunde wenig zu sehen, weil der Teamchef zunächst auf die Bewährten setzte. Erst die Einwechslungen brachten die Wende: Kalajdzic mit Elfmeter und Tor, Wanner mit der Vorlage, Lang mit dem Assist.
Und dann ist da Gregoritsch. Der 32-Jährige hatte am vergangenen Samstag mit seinem 38. Bundesliga-Tor für Augsburg einen Vereinsrekord aufgestellt, führte Österreich erstmals als Kapitän aufs Feld – und musste nach 34 Minuten mit einer Knöchelverletzung runter. Am Sonntag um 18 Uhr kommt der Kosovo nach Wien.







































