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·22. Juli 2026

Embolo bricht sein Schweigen: Das Wort, das im Post fehlt

Artikelbild:Embolo bricht sein Schweigen: Das Wort, das im Post fehlt

Das Netz wartete auf ein trotziges Wort. Es kam keins. Stattdessen: zehn Tage Funkstille – und dann ein Post, in dem ausgerechnet der Begriff fehlt, um den sich alles dreht. Breel Embolo hat sein Schweigen gebrochen, ohne das auszusprechen, worauf halb Fußball-Europa wartete.

Was Embolo schrieb – und was nicht

Erinnern wir uns: 72. Minute im Viertelfinale gegen Argentinien, Spielstand 1:1, die Schweiz im Aufwind. Dann geht Embolo an der Seitenlinie zu Boden, der VAR schaltet sich ein, Schiedsrichter Pinheiro zeigt Gelb-Rot. In Unterzahl verliert die Nati 1:3 nach Verlängerung. Der Basler weint beim Verlassen des Rasens, die Mitspieler trösten ihn. Eine tragische Figur, kein trotziger Sünder.


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Zehn Tage lang sagte er nichts. Dann der Instagram-Post am Montagabend: Er habe Zeit gebraucht, die Niederlage zu verarbeiten, es gebe keine Worte für die Enttäuschung. Dank an Team, Staff, Fans. Und der kämpferische Schluss: „Wir werden stärker zurückkommen.“ Was in dem ganzen Statement nicht vorkommt? Die Schwalbe. Kein Wort der Rechtfertigung, aber eben auch keine Entschuldigung. Er umschifft die Szene komplett.

Der Shitstorm, der ausblieb

Und genau hier passt die Erwartung nicht zur Realität. Wer den großen Empörungssturm suchte, fand vor allem – Zuspruch. Schon beim Empfang der Nati hatten Fans mit Plakaten klargemacht, dass sie hinter ihm stehen. Unter dem Post kommentierten Nationalmannschaftskollegen unterstützend. Schweizer Kolumnisten nahmen ihn demonstrativ in Schutz, warfen den Kritikern mangelnde Fußball-Kenntnis vor. Klar, harsche Stimmen gab es auch – „lernt es einfach nie“, schrieb ein Nutzer. Aber der dominante Ton war Mitgefühl, nicht Pranger.

Das Interessante an diesem Fall ist deshalb nicht ein enthemmter Star, der sich uneinsichtig gibt. Es ist die Leerstelle. Ein Post, der alles sagt außer dem einen Satz, den viele hören wollten – und ein Publikum, das ihm die Auslassung mehrheitlich durchgehen lässt. Manchmal verrät das, was jemand weglässt, mehr als jedes Geständnis.

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