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·30. September 2026

England gewinnt in Prag – aber erst gegen zehn Tschechen

Artikelbild:England gewinnt in Prag – aber erst gegen zehn Tschechen

Ein Platzverweis nach 25 Minuten, ein Gegner ohne Punkt, zwei Tore nach der Pause. England hat in Prag gewonnen, was zu gewinnen war. Über die Frage, wie gut diese Mannschaft ist, sagt das 2:0 wenig.

Eine Halbzeit lang ratlos

Thomas Tuchel hatte nach dem 2:3 gegen Spanien viermal gewechselt, Jude Bellingham saß zunächst draußen. Die Partie kippte früh: Tschechiens Pavel Sulc sah nach 25 Minuten Rot. Was folgte, war aus englischer Sicht ernüchternd. 20 Minuten Überzahl bis zur Pause, viel Ballbesitz, kein Tor. Tschechien hatte sogar die erste gute Chance des Spiels gehabt.


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Tuchel reagierte in der Kabine. Eberechi Eze kam für Myles Lewis-Skelly, und keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff stand es 1:0: Flanke Trent Alexander-Arnold, Kopfball Anthony Gordon. So einfach kann es gehen, wenn einer den Ball scharf genug in den Strafraum bringt.

Kane macht, was Kane macht

Der Pfosten rettete die Gastgeber nach einer guten Stunde noch einmal. In der 69. Minute landete der Ball dann halblinks im Strafraum bei Harry Kane. Linker Fuß, 2:0, Feierabend. Zwei Minuten später durfte der Kapitän gehen, Bellingham kam.

Für Kane war es der zweite Treffer in dieser Länderspielphase. Gegen Spanien hatte er ebenfalls getroffen, allerdings auch einen Elfmeter vergeben. An ihm liegt es nicht. Das war schon bei der WM so, die England als Dritter beendete.

Reicht das gegen die Großen?

Die Frage ist nicht, ob Kane liefert. Die Frage ist, was um ihn herum passiert, wenn der Gegner nicht in Unterzahl spielt. Gegen Spanien kassierte England drei Tore, gegen zehn Tschechen brauchte es die Pause und eine Umstellung, um überhaupt gefährlich zu werden. Dazwischen liegt viel Luft.

Tuchel selbst sprach anschließend von einem verdienten Sieg und lobte die Steigerung nach der Pause. Beides stimmt. In der Gruppe A3 steht England damit bei drei Punkten, gleichauf mit Kroatien und drei hinter Spanien. Eine Mannschaft mit Titelanspruch misst man aber nicht an Abenden, an denen der Gegner nach 25 Minuten einen Mann weniger hat.

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