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·22. April 2026

Englische Premier League – Ohne Jamie Vardy Leicesters bitterer Absturz

Artikelbild:Englische Premier League –  Ohne Jamie Vardy Leicesters bitterer Absturz

Zehn Jahre nach der Sensationsmeisterschaft von 2016 ist Leicester City bis in die 3. Liga abgestürzt. Der Niedergang der „Füchse“ kommt mit voller Wucht – sportlich, wirtschaftlich und emotional.

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Patson Daka von Leicester City wirkt beim Championship-Spiel gegen Hull City am 21. April 2026 im King Power Stadium in Leicester enttäuscht. (Michael Regan / Getty Images)


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Vom Märchen zum Absturz

Gary Lineker klammerte sich an die gute alte Zeit und zeigte in seiner Instagram-Story am Mittwochmorgen das berühmte Tor von Eden Hazard, das Leicester City 2016 zum Sensationsmeister gemacht hatte. Doch selbst dieses Bild konnte den Schmerz nicht lindern: Zehn Jahre nach dem größten Coup der englischen Fußballgeschichte ist der Fall in die League One traurige Realität. Noch deutlicher formulierte es die Sun: „Der Verein“ sei „von oben bis unten verrottet“.

Auch die Anhänger machten ihrem Ärger nach dem 2:2 am drittletzten Spieltag der Championship gegen Hull City Luft und forderten: „Sack the board“ – also die Vereinsführung raus. Leicester steht damit am tiefsten Punkt einer Entwicklung, die aus einem Fußballmärchen eine komplette Zerfallsstory gemacht hat.

Srivaddhanaprabha unter Druck

Im Zentrum der Kritik steht der thailändische Multi-Milliardär Aiyawatt „Top“ Srivaddhanaprabha, der Sohn des 2018 tödlich verunglückten Meistermachers. Zwar feierte Leicester unter seiner Führung 2021 noch den FA Cup und den englischen Supercup. Und obwohl „Top“ dreistellige Millionenbeträge in den Klub pumpte, sind die Tage des hemmungslosen Geldverbrennens vorbei: Das Duty-Free-Imperium des Besitzers bekam in der Pandemie Risse, zuletzt halfen Bankanleihen.

Der letzte große Meisterheld, Jamie Vardy, verließ den Klub im vergangenen Sommer in Richtung Italien – für Leicester ein Einschnitt, der als Verlust der Seele gilt. Dazu kommt, dass das berühmte Diamantenauge Steve Walsh, Entdecker von Vardy, N’Golo Kanté und Riyad Mahrez, schon lange nicht mehr da ist. Statt auf hungrige, entwicklungsfähige Spieler zu setzen, zahlte der Verein etablierten Kräften die mit Abstand höchsten Gehälter der 2. Liga – und scheiterte damit.

Finanzloch, Punktabzug und ungewisse Zukunft

Die wirtschaftlichen Folgen sind brutal: Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Verlust bei 71,1 Millionen Pfund, in den letzten drei Jahren summierte er sich auf 180 Millionen. Im Februar wurde Leicester deshalb mit einem Abzug von sechs Punkten bestraft. Robert Huth, ehemaliger deutscher Nationalspieler und als „Berlin Wall“ selbst Meisterheld, nahm Srivaddhanaprabha dennoch in Schutz. „Es ist sehr einfach, ihn zu kritisieren“, sagte er der BBC. „Top“ sei nach dem Tod seines Vaters „sehr jung in Verantwortung gekommen“.

Für ihn wie für den ebenfalls unter Druck stehenden Sportchef Jon Rudkin gelte: „Sie lieben Leicester und wollen nur das Beste, aber sie brauchen Hilfe.“ Nachdem der direkte Absturz aus der Premier League in die League One besiegelt war, stellte sich „Top“ vor das Stadion zu den aufgebrachten Fans. Er werde weitermachen, kündigte der Klubchef an. In einer Stellungnahme sagte er außerdem, er teile „den Schmerz“ der Anhänger: „Es gibt keine Ausreden.“ Nun müsse man „die notwendigen Entscheidungen“ treffen.

Sportlich deutet wenig auf eine schnelle Wende hin. Der nächste Chefcoach dürfte bereits der achte seit der Entlassung von Brendan Rodgers vor drei Jahren werden. Zwar erhält Leicester wegen des Premier-League-Abstiegs 2025 noch einmal 40 Millionen Pfund an „Fallschirm“-Zahlungen, doch der Großteil dieses Geldes soll bereits verpfändet sein. Die leise Hoffnung auf einen rettenden Punktabzug für West Bromwich dürfte sich kaum erfüllen. Was bleibt, sind die Erinnerungen an Hazard, Vardy und das königsblaue Wunder von 2016.

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