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Philipp Overhoff·30. Mai 2026

🦸 Er kann zum CL-Helden werden: Ist das der kontroverseste Transfer ever?

Artikelbild:🦸 Er kann zum CL-Helden werden: Ist das der kontroverseste Transfer ever?

Es gibt diese Art von Fußballspielern, die in Fans die Extreme wecken. Man liebt sie, oder man hasst sie. Man würde für sie bei jeder hitzigen Diskussion in die Bresche springen, oder sie bei der nächstbesten Gelegenheit verteufeln. Man würde sie sofort zum eigenen Klub holen, oder man würde sie nicht einmal mit der Kneifzange anfassen.

Viktor Gyökeres scheint genau diese Art Spieler zu sein. Schon seit Monaten reiben sich Arsenal- und Fußballfans weltweit am 27-jährigen Schweden auf.


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Es gibt eine Fraktion, welche im 67-Millionen-Euro-Mann überspitzt gesagt einen besseren Leichtathleten sieht. Kommentare wie "der kann nur schnell laufen und hart schießen" liest man in den sozialen Medien zuhauf. Immer wieder wird Gyökeres aufgrund seiner technischen Limitierungen und der hohen Ablöse zum Ziel von Spott und Häme.

Und dann gibt es jene Fraktion, die im Stürmer einen der entscheidenden Gründe für Arsenals ersten Meistertitel seit 2004 ausgemacht hat. Dazu zählt unter anderem England-Legende Wayne Rooney. Erst vor wenigen Tagen bezeichnete der 40-Jährige Gyökeres als beste Verpflichtung der vergangenen Premier-League-Spielzeit. Aber welches der beiden Lager hat nun Recht?

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📸 Michael Regan - 2026 Getty Images

21 Tore in der Debüt-Saison

Nun ja, wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie in den meisten Fällen irgendwo in der Mitte. In jedem Fall ist Gyökeres nicht so schlecht, wie er teilweise gemacht wird. Wettbewerbsübergreifend zeigte sich der Neuzugang in dieser Saison für 21 Treffer und drei Vorlagen verantwortlich. Über einen Zeitraum von 54 Pflichtspielen ist das für einen 70-Millionen-Mann wahrlich keine überragende, aber eben doch eine gute Quote – vor allem in einer Mannschaft, die sich nicht in erster Linie über das Toreschießen definiert.

Der Vorwurf vieler Kritiker lautet an dieser Stelle: Gyökeres trifft fast ausschließlich gegen die vermeintlich kleinen Gegner und säuft in Topspielen regelmäßig ab. So ganz ist diese These nicht von der Hand zu weisen. Nur zweimal netzte der Skandinavier gegen ein Team, das sich zum Zeitpunkt der Partie in den Top Ten der Premier League befand.

Doch es ist bei Weitem nicht so, als wäre Gyökeres in allen wichtigen Duellen auf Tauchstation gegangen. Am 35. Spieltag beispielsweise schoss er die Gunners mit zwei Toren und einer Vorlage gegen den FC Fulham zurück an die Tabellenspitze. Im Halbfinal-Hinspiel der Champions League brachte er Arsenal gegen Atlético außerdem mit 1:0 in Führung.

Technisch zu schlecht für einen Weltklub?

Die zweite Hauptthese der Gyökeres-Gegner lautet: Der Angreifer gibt seiner Mannschaft mit Ausnahme des Toreschießens einfach nicht genug. Überhaupt sei er als Ziel- und Wandspieler eine reine Katastrophe und im Kombinieren sowieso. Über weite Strecken der Saison sehnten sich viele Arsenal-Fans daher nach einer Rückkehr des langzeitverletzten Kai Havertz.

Da dieser jedoch nur einen Bruchteil der möglichen Einsätze machte, war Gyökeres in der Nord-Londoner Sturmspitze lange auf sich allein gestellt. Und tatsächlich gab es diese Spiele, in denen Arteta seine Neuverpflichtung wohl lieber auf die Bank gesetzt hätte, es aus Mangel an Alternativen aber schlichtweg nicht konnte. Natürlich lieferte Gyökeres einige schlechte Auftritte ab und natürlich kommt er nicht ansatzweise an das technische Niveau von Havertz heran.

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Trotzdem wäre es vermessen, ihm einen positiven Impact auf die Offensive der Gunners abzusprechen. Mit seiner unheimlich physischen Spielweise erweiterte er den Arteta-Ball um eine Komponente, die dem Angriff in den letzten Jahren noch häufig abging. Als Paradebeispiel kann hier das Halbfinal-Rückspiel in der Königsklasse herhalten: Gyökeres lief fast 11 Kilometer, zog 18 Sprints an und machte den Atlético-Verteidigern mit seiner Bulligkeit das Leben schwer. Ein Tor gelang ihm an jenem Abend nicht. Dennoch demonstrierte er, dass er das Arsenal-Spiel auch positiv beeinflussen kann, wenn er nicht trifft.

Gyökeres und Arsenal vor Krönung

Gyökeres ist somit entscheidend daran beteiligt, dass der England-Champ heute Abend im CL-Finale von Budapest steht und Titelverteidiger Paris Saint-Germain herausfordert. Ob Arteta zunächst auf ihn oder Havertz setzen wird, ist dabei völlig offen.

Dass der Stürmerstar spielen wird, gilt jedoch als unstrittig. Gegen die alles andere als groß gewachsene Defensiv-Zentrale von PSG besitzt Gyökeres sogar gute Voraussetzungen, um seinen Beitrag zu einem erfolgreichen Endspiel zu leisten.

Womöglich darf er sich in wenigen Stunden sogar als Champions-League-Sieger bezeichnen. Als Champions-League-Sieger und Premier-League-Meister. Für einen Spieler, der in den vergangenen Monaten mehr Fett wegbekam als ein Teilnehmer bei "The Biggest Loser", liest sich diese Ausbeute doch gar nicht mal so schlecht.


📸 GLYN KIRK - AFP or licensors

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