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Selina Eckstein·11. September 2026
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Selina Eckstein·11. September 2026
"Er kennt seine Rolle in der Mannschaft. Serhou Guirassy ist unser Stürmer Nummer eins. Er ist der Herausforderer." Mit diesen deutlichen Worten machte Niko Kovač auf der Pressekonferenz vor dem Saison-Auftakt gegen den Hamburger SV klar, wer im Dortmunder Angriff das Sagen hat. Doch im Fußball können zwei Wochen eine Ewigkeit sein. Mittlerweile sieht die schwarz-gelbe Welt ganz anders aus.
Denn Fabio Silva ist mittlerweile so wichtig, dass er sogar für einen Systemwechsel bei den Dortmundern sorgen könnte. Auch Guirassy selbst schwärmte von seinem Konkurrenten. "Fabio Silva und ich spielen sehr gerne zusammen und im Training haben wir viel Spaß. Er ist ein super Spieler", sagte er nach dem CL-Sieg gegen Villarreal am Mikrofon von 'Amazon Prime'.
Was die beiden noch übereinander sagen, siehst du hier im Video.
Auch Trainer Kovač geriet nach dem Erfolg gegen die Spanier ins Schwärmen. Fabio Silva erarbeitete sich immer wieder Großchancen und belohnte sich für seinen Aufwand. "Man sieht, dass wir auch dieses System mit zwei Stürmern genauso gut spielen können, wie mit einem Stürmer. Wenn wir neben Serhou (Guirassy, Anm.d.Red.) jetzt auch noch Fabio (Silva, Anm.d.Red.) dazu bekommen - und das bekommen wir - dann haben wir richtig was auf dem Kerbholz", freute sich der BVB-Coach.
Dass es aktuell solche Lobeshymnen auf den Portugiesen gibt, damit hätten wohl die wenigsten gerechnet. Im Sommer gab es Gerüchte um einen Wechsel, weil Silva die Erwartungen nur selten erfüllen konnte. Laut 'Sky' sei der Bundesligist ab einer Summe von 20 Millionen Euro gesprächsbereit gewesen. Sowohl eine Leihe als auch ein Verkauf seien geprüft worden.
Erst vor einem Jahr hatten sie ihn für 22,5 Millionen Euro von den Wolves verpflichtet. Es soll auch Angebote gegeben haben, Klubs aus Spanien, den Niederlanden und Portugal waren offenbar interessiert. Doch der Stürmer selbst lehnte letztlich ab. Stattdessen wolle er sich bei den Schwarz-Gelben durchsetzen, hieß es.
So verhinderte er auch möglicherweise einen Transfer von Jamie Leweling nach Dortmund. Kurz vor Ende des Transferfensters sollen die Verantwortlichen über einen Deal nachgedacht haben, allerdings nur, wenn Silva verkauft worden wäre. Wie 'Sky' berichtet, galt insbesondere Kovač als großer Befürworter des Transfers.
Silva wiederum ließ sich auch nach den Aussagen seines Trainers zur Stürmer-Situation nicht hängen. Statt zu schmollen, schob er Extra-Schichten und empfahl sich als Edel-Joker. In den ersten vier Pflichtspielen sammelte er als Einwechselspieler bereits vier Scorerpunkte (drei Tore, ein Assist) und belebte das Offensivspiel jedes Mal spürbar.
Bei den Bossen kommt das gut an. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man so einen Spieler auf der Bank sitzen hat. Das kann den Unterschied machen", sagte Lars Ricken nach dem CL-Spiel. Ole Book konnte die Leistungen ebenfalls nur loben und machte Silva Hoffnungen auf mehr Einsatzminuten: "Wenn Fabio so auftritt, wie in den letzten Spielen, unterstreicht er natürlich die Ambitionen für mehr Spielzeit."
Damit gerät das alte Rollenverständnis kräftig ins Wackeln. Aus dem einstigen "Herausforderer" ist innerhalb weniger Wochen ein unverzichtbarer Faktor geworden. Niko Kovač muss seine Stürmer-Hierarchie vom Saisonstart grundlegend überdenken. Denn Silva hat sich vom Backup zum echten Partner auf Augenhöhe gekämpft. Und wer weiß, vielleicht laufen die beiden schon gegen Paderborn als Doppelspitze auf.
📸 Christof Koepsel - 2026 Getty Images







































