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·23. September 2026
Eriksen und Wolfsburg trennen sich – ein Abschied ohne letztes Spiel

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Am 10. September 2025 holte der VfL Wolfsburg einen Spieler mit 310 Premier-League-Einsätzen, 147 Länderspielen und einer Geschichte, die jeder kennt. 378 Tage später ist er wieder weg. Kein Abschiedsspiel, keine Ehrenrunde, ein Satz auf X.
Der Verein und Christian Eriksen haben sich einvernehmlich auf eine vorzeitige Auflösung des bis 2027 laufenden Vertrags geeinigt. Die Begründung des VfL ist kurz und sagt trotzdem alles: Für Eriksen sei es aktuell wichtig, „näher bei seiner Familie in Dänemark“ zu sein. Wer den Sommer des 34-Jährigen verfolgt hat, braucht keine weitere Erklärung.
Fünf Jahre nach dem Herzstillstand von Kopenhagen brach Eriksen im WM-Vorbereitungsspiel gegen die Ukraine erneut zusammen. Mitspieler bildeten den Sichtschutz, das Stadion in Odense skandierte seinen Namen, das Spiel wurde beim Stand von 2:1 abgebrochen. Diesmal stand er wieder auf und ging zu Fuß zum Krankenwagen. Teamarzt Morten Boesen sagte noch am Abend: „Soweit ich das beurteilen kann, funktioniert der Herzschrittmacher einwandfrei.“ Am Tag darauf meldete der Verband, es gehe Eriksen gut, er sei bei seiner Familie.
Die WM in Nordamerika fand ohne ihn statt. Seither hat Eriksen kein Pflichtspiel mehr bestritten. Er hielt sich in Dänemark auf und absolvierte ein individuelles Reha-Programm, während Wolfsburg in die Zweitliga-Saison startete. Die Gespräche über seine Zukunft nach dem Abstieg, die für die Woche nach dem Länderspiel angesetzt waren, wurden nie in der geplanten Form geführt.
Eriksens Zeit in Grün-Weiß lässt sich in einer Zeile zusammenfassen und ist damit nicht erzählt. 25 Pflichtspiele, zwei Tore, sechs Vorlagen, drei Trainer, ein Abstieg. Sebastian Schindzielorz hatte ihn als Vorbild für die jungen Spieler geholt, als Ergänzung zu Kapitän Maximilian Arnold, als Spieler, der auf höchstem Niveau alles gesehen hat. Was er dann sah, war eine Saison, in der Paul Simonis im November gehen musste, Daniel Bauer übernahm und Dieter Hecking im März kam, um den Klassenerhalt zu retten. In der Relegation gegen Paderborn führte Wolfsburg früh, spielte in Unterzahl und verlor in der Verlängerung. Der erste Abstieg in 29 Jahren, der erste der Vereinsgeschichte überhaupt.
Eriksen war in dieser Saison nie der Unterschiedsspieler, den der Name versprach. Er war der Spieler, der den Ball unter Druck festmachte und die Vorlage aus dem Halbfeld spielte, wenn sonst niemand mehr eine Idee hatte. Sechs Assists in einer Mannschaft mit 56 Gegentoren sind kein Glanz. Sie sind Handwerk in einer Umgebung, die kein Handwerk mehr zuließ.
Anfang September brachte die Bild Odense BK ins Spiel, Eriksens Jugendklub, auf dessen Plätzen er sich schon 2021 nach Kopenhagen zurück in Form gebracht hatte. Kontakt zum VfL gab es damals nicht, das dänische Transferfenster ist seit dem 3. September geschlossen. Ob und wann Eriksen in den Profifußball zurückkehrt, ist offen – und diese Frage gehört im Moment nicht auf die Sportseite.
Wolfsburg hat Fabian Reese, Robert Glatzel und Hauke Wahl geholt und unter Tobias Strobl das erklärte Ziel, sofort wieder aufzusteigen. Der Kader braucht Eriksens Platz. Der Mensch braucht Odense, drei Kinder und Ruhe. Dass beides in einer Pressemitteilung mit Handschlag-Emoji zusammenpasst, ist nicht selbstverständlich. Ein Abschied, bei dem der Verein nicht an eine Ablöse denkt und der Spieler nicht an ein Comeback: So sehen die Trennungen aus, die man nicht kommentiert, sondern respektiert.















