DFB
·2. Juli 2026
Erst die Männer, jetzt die Frauen: Marie-Louise Eta neue Union-Trainerin

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·2. Juli 2026

Drei von 14 Klubs nehmen die Saison 2026/2027 in der Google Pixel Frauen-Bundesliga mit einer neuen Cheftrainerin (Marie-Louise Eta beim 1. FC Union Berlin) oder mit einem neuen Cheftrainer (Marco Konrad beim SC Freiburg und Omar Adlani beim 1. FC Nürnberg) in Angriff. Mit großem Abstand am längsten als Trainer im Amt ist Niko Arnautis bei Eintracht Frankfurt. DFB.de mit einem Überblick.
Schon seit Sommer 2023 ist Marie-Louise Eta für den 1. FC Union Berlin tätig. Bei den "Eisernen" arbeitete die frühere Junioren-Nationalspielerin bereits als Co-Trainerin der U 19-Junioren und des Profiteams der Männer, als Individualtrainerin der Frauen sowie als Cheftrainerin der männlichen U 19 und zuletzt auch der Profimannschaft der Männer, die sie im Endspurt zum Klassenverbleib in der Bundesliga führte. Zur neuen Saison übernimmt die 34 Jahre alte Eta als neue Cheftrainerin das Profiteam der Frauen und folgt dabei auf Ailien Poese, die nach vier erfolgreichen Jahren mit zwei Aufstiegen und dem Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse künftig im Nachwuchsleistungszentrum als Cheftrainerin der Juniorinnen fungieren wird.
"Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen des Vereins und die Möglichkeit, als Cheftrainerin der Frauen-Profimannschaft den nächsten Schritt zu gehen", erklärt Eta. "Die positive Entwicklung der Mannschaft in der ersten Bundesligasaison habe ich aufmerksam verfolgt. Das Team, in dem ich einige Spielerinnen aus dem Vorjahr bereits kenne, hat Großartiges geleistet. Darauf werden wir aufbauen und die Mannschaft weiter voranbringen."
Jennifer Zietz, Geschäftsführerin Profifußball Frauen beim 1. FC Union, betont: "Loui hat bereits in beiden Profiabteilungen wertvolle Erfahrungen gesammelt und war in unserer Aufstiegssaison mit ihrer Kompetenz und ihrer Persönlichkeit ein wichtiger Bestandteil des Teams. Aufgrund ihrer erfolgreichen Arbeit als Trainerin im Verein sowie ihrer Erfahrungen als Bundesligaspielerin sind wir überzeugt, gemeinsam die nächsten Schritte gehen und unseren Ambitionen gerecht werden zu können."
Erst gut eine Woche vor dem offiziellen Trainingsstart am 6. Juli trat Marco Konrad beim SC Freiburg die Nachfolge von Edmond Kapllani als Cheftrainer an. Für den 51-Jährigen ist es die erste Station im Frauenfußball. Zuletzt arbeitete der frühere Trainer des FV Ravensburg, SC Pfullendorf und FV Illertissen bis zum Winter 2025 als Co-Trainer bei der SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga. Im Zuge seiner Ausbildung zum Fußballlehrer hospitierte der gebürtige Höchstädter im damaligen Trainerteam von Christian Streich bei den SC-Männern.
"Marco zeigt große Vorfreude, mit einem jungen Team zu arbeiten und die Entwicklung der Mannschaft, aber auch der individuellen Spielerinnen weiter nach vorne zu treiben", erklärt Birgit Bauer-Schick, Freiburgs Bereichsleiterin für den Frauen- und Mädchenfußball. "Wir sind überzeugt davon, dass wir mit seinem Fachwissen, seiner Persönlichkeit und seiner Leidenschaft den nächsten Schritt gehen können."
Konrad selbst sagt: "Als der Anruf aus Freiburg kam, musste ich nicht lange überlegen. Ich habe vor ein paar Jahren bereits Einblick in den Verein erhalten dürfen und freue mich auf das, was auf mich zukommt. Der Sport-Club steht für bodenständige und professionelle Arbeit in allen Bereichen. Ich habe großen Ehrgeiz, gemeinsam mit der Mannschaft und dem Trainerteam Erfolge zu feiern und eine langfristige Entwicklung anzustoßen."
Ebenfalls auf einen neuen Cheftrainer setzt der 1. FC Nürnberg, der sich im Endspurt der abgelaufenen Saison von seinem Aufstiegstrainer Thomas Oostendorp getrennt hatte. Nachdem Co-Trainerin Isabel Bauer als Interimstrainerin mit dem Team den Klassenverbleib perfekt gemacht hatte, unterstützt sie ab sofort wieder als Assistentin mit dem Schwerpunkt Analyse den neuen Cheftrainer Omar Adlani. Der 34-Jährige bringt bereits einige Erfahrungen aus dem Frauenfußball mit, war bereits in Finnland (FC Honka) und zuletzt in der Schweiz (FC Basel) als Cheftrainer tätig. Dazu war er im Nachwuchsbereich bereits für finnische sowie kanadische U-Nationalmannschaften aktiv.
"Ich freue mich sehr und bin stolz darauf, Teil dieses traditionsreichen Vereins zu werden", betont Adlani. "Ich möchte mich beim 1. FC Nürnberg für das Vertrauen bedanken. Schon in den ersten Gesprächen habe ich die Ambitionen, die Leidenschaft und die klare Vision für die Zukunft gespürt. Ich freue mich darauf, mit den Spielerinnen und dem Staff zusammenzuarbeiten und alles zu geben, um den Verein weiterzuentwickeln und gemeinsam erfolgreich zu sein."
Alles andere als neu beim Hamburger SV ist Rodolfo Cardoso. Der 57 Jahre alte Argentinier war nicht nur viele Jahre für den Klub in der Bundesliga am Ball, sondern arbeitet schon seit 2005 als Trainer für den HSV, vor allem im Nachwuchsbereich. Nachdem er während der abgelaufenen Saison vier Spieltage vor Schluss das Frauenteam zunächst übergangsweise übernommen und zum Klassenverbleib geführt hatte, wird Cardoso auch künftig in der Google Pixel Frauen-Bundesliga an der Seitenlinie stehen. Das steht seit wenigen Tagen fest.
"Unser Ziel ist es, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln, junge Spielerinnen individuell zu fördern und unsere Spielidee weiter zu schärfen", erklärt Vorständin Kathleen Krüger: "Rodolfo und sein Trainerteam bringen dafür die fachliche Qualität, die Erfahrung und die Überzeugungskraft mit, die wir für den nächsten Entwicklungsschritt der Mannschaft, aber auch des gesamten Frauenfußballs beim HSV benötigen."
Der jetzt fest installierte Cheftrainer wird nun seinen vollen Fokus auf den Frauenfußball richten. "Ich liebe einfach Fußball. Die Zusammenarbeit mit den Spielerinnen, dem Staff und allen Beteiligten hat mir von Beginn an große Freude bereitet", so Cardoso. "Deshalb freue ich mich sehr darauf, diesen Weg gemeinsam fortzusetzen, die Zugänge kennenzulernen und die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen. Wir wollen ein Team formen, das bereit ist, füreinander zu arbeiten und sich jeden Tag verbessern zu wollen. Genau diese Mentalität benötigen wir, um erneut in der Bundesliga zu bestehen."
Ebenfalls erst während der Rückserie der abgelaufenen Spielzeit stieg Nico Schneck am 26. März beim VfB Stuttgart ein und machte als Nachfolger von Heiko Gerber mit den Schwäbinnen den erstmaligen Aufstieg in die Frauen-Bundesliga perfekt. Nun soll der 38 Jahre alte vorherige Co-Trainer des SC Freiburg die VfB-Frauen in der kommenden Spielzeit etablieren.
Schneck startete seine Trainerlaufbahn an der Seite von Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich im Profibereich der Männer - zunächst beim SSV Jahn Regensburg (2016 bis 2017) sowie im Anschluss bei Bayer 04 Leverkusen (2017 bis 2018). Zuvor trug er selbst das Trikot des SSV Jahn Regensburg II und beendete dort seine aktive Karriere. Seit der Saison 2020/2021 ist der gebürtige Pfullendorfer im Frauenfußball tätig. Seine erste Station war der MSV Duisburg (Co- und Cheftrainer). Nach knapp drei Jahren schloss er sich dem DFB an und assistierte der damaligen U 16-Cheftrainerin Melanie Behringer (Juli 2023 bis Juni 2024). Im Juni 2024 wechselte Nico Schneck schließlich zum SC Freiburg, übernahm die Mannschaft zunächst als Interimstrainer und rückte seit Januar 2025 wieder in die Rolle als Co-Trainer neben Theresa Merk und zuletzt Edmond Kapllani.
Der zweite Aufsteiger, der 1. FSV Mainz 05, wird bereits seit dem 19. Oktober 2022 von Takashi Yamashita trainiert. Damals lief das Team noch unter dem Dach des TSV Schott Mainz auf. Nach dem Wechsel zum FSV führte der 41 Jahre alte Japaner die Rheinhessinnen zweimal in Folge zur Meisterschaft in der Frauen-Regionalliga Südwest, verpasste aber beim ersten Titelgewinn noch in den Aufstiegsspielen den Sprung in die 2. Frauen-Bundesliga. Ein Jahr später holte das Team den Aufstieg nach und schaffte zum Ende der abgelaufenen Spielzeit dann gemeinsam mit dem VfB Stuttgart den direkten Durchmarsch in die höchste deutsche Frauen-Spielklasse.
Der mit Abstand dienstälteste Trainer in der Google Pixel Frauen-Bundesliga ist Niko Arnautis. Seit dem 29. September 2017 steht der 46-Jährige bereits in Frankfurt an der Seitenlinie - zwischen 2017 und 2020 für den Vorgängerverein 1. FFC Frankfurt und seit der Fusion im Jahr 2020 auch für Eintracht Frankfurt. In diesem Zeitraum stand der Deutsch-Grieche bei mehr als 250 Pflichtspielen in der Verantwortung als Cheftrainer und erreichte mit den Hessinnen zuletzt viermal in Folge den dritten Rang und damit die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb. In der Saison 2023/2024 gelang der Einzug in die Gruppenphase der UEFA Women's Champions League.
"Ich freue mich sehr, dass wir den gemeinsamen Weg fortsetzen", sagte Arnautis bei seiner jüngsten Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2028. "Wir konnten als gesamtes Team sehr viel bewegen und uns Schritt für Schritt entwickeln. Ich freue mich sehr auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen, die wir alle gemeinsam sehr positiv angehen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch in Zukunft erfolgreich sein werden. Meine Motivation ist riesig, die Geschichte weiterzuschreiben. Für mich ist Eintracht Frankfurt eine absolute Herzensangelegenheit. Ich bin hier geboren, liebe und lebe diesen Verein und bin froh und dankbar für das Vertrauen der Verantwortlichen."
Jeweils seit dem 1. Juli 2024 sind Roberto Pätzold (46) bei Bayer 04 Leverkusen und Jonas Stephan (34) bei RB Leipzig im Amt. Beide werden damit in ihre dritte Saison als Cheftrainer in der höchsten deutschen Frauen-Spielklasse starten.
Neben Marie-Louise Eta sind noch drei weitere Cheftrainerinnen in der Frauen-Bundesliga tätig. Ex-Nationalspielerin Britta Carlson (48) leitete beim 1. FC Köln nach ihrem Amtsantritt am 2. Januar 2025 eine positive Entwicklung ein. Gleiches gilt für Friederike "Fritzy" Kromp (41), die seit dem 1. Juli 2025 den SV Werder Bremen betreut. Die beiden früheren DFB-Trainerinnen spielten mit ihren Teams die jeweils erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte. Der FC wurde mit 37 Punkten Tabellensiebter, der SV Werder schloss die Spielzeit 2025/2026 mit 43 Zählern auf Platz sechs ab. Auf Rang vier (46 Punkte) und damit knapp außerhalb der internationalen Plätze landete die TSG Hoffenheim, bei der Eva-Maria Virsinger am 5. Januar 2026 die Nachfolge von Theodoros Dedes antrat. Die 31-Jährige war zuvor viereinhalb Jahre Co-Trainerin beim VfL Wolfsburg und ist nun erstmals als Cheftrainerin tätig.
Ebenso wie "Fritzy Kromp" sind auch José Barcala (44) beim FC Bayern München und Stephan Lerch (41) beim VfL Wolfsburg seit dem 1. Juli 2025 im Amt. Der Spanier Barcala führte den FCB in seiner ersten Saison zum erneuten Gewinn des Doubles und in das Halbfinale der "Königsklasse". Seinen Vertrag verlängerte er vor wenigen Wochen vorzeitig bis zum 30. Juni 2028. "José hat in seiner ersten Saison eindrucksvoll gezeigt, dass er unsere Werte lebt und unsere Mannschaft sportlich auf ein neues Level hebt", so Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball beim FC Bayern.
Lerch, der schon von 2017 bis 2021 Trainer in Wolfsburg war und dabei drei Deutsche Meisterschaften und viermal den DFB-Pokal gewann, musste sich nach seiner Rückkehr zu den "Wölfinnen" in beiden nationalen Wettbewerben mit Platz zwei hinter den Münchnerinnen begnügen. In der Champions League erreichte der VfL das Viertelfinale. In der kommenden Saison werden Lerch und die Wolfsburgerinnen einen neuen Anlauf nehmen, um Titelverteidiger FC Bayern München herauszufordern.







































