90PLUS
·3. Oktober 2026
Erst die Rudelbildung, dann das Foul – Upamecanos Karte kostet Zidane den ersten Sieg im Stade de France

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·3. Oktober 2026

Paris. Als Dayot Upamecano das Spielfeld im Stade de France verließ, applaudierten die französischen Fans. Es war ein freundlicher Abschied für einen Spieler, der seiner Mannschaft gerade die Schlussphase eines umkämpften Abends erschwert hatte. Der Bayern-Verteidiger sah in der 85. Minute Gelb-Rot, Frankreich rettete das 1:1 gegen Italien in Unterzahl über die Zeit – und Zinédine Zidane erlebte bei seiner Heimpremiere den ersten Punktverlust als Nationaltrainer.
Sport1 nennt die erste Verwarnung „besonders unnötig“. In der 73. Minute forderte Frankreich nach einem vermeintlichen Foul an Désiré Doué vehement einen Elfmeter, es kam zur Rudelbildung, und in deren Mittelpunkt standen Upamecano und Italiens Moise Kean. Schiedsrichter zeigte Gelb.
Zwölf Minuten später folgte nach einem harten Foul die zweite Karte. Frankreich musste die Schlussphase zu zehnt bestreiten, Italien hatte die Chance zum Sieg: Der eingewechselte Nicolò Barella setzte eine Direktabnahme deutlich über die Latte, auch Kean hatte laut Sportschau sogar den „Matchball“. In der Nachspielzeit lenkte Gianluigi Donnarumma auf der anderen Seite noch einen Schuss von Eduardo Camavinga weg.
Diese Frage stellt Sport1 und sie liegt nahe. Ein Innenverteidiger, der nach einer Rudelbildung verwarnt ist, ist in den letzten 15 Minuten eines engen Spiels ein Risiko. Zidane wechselte ihn nicht aus. Ob er mit der Entscheidung haderte, ist nicht überliefert – nach dem Spiel sagte er, er sei „sehr zufrieden“ mit seiner Mannschaft.
Es ist nicht der erste Platzverweis für Upamecano im Nationaltrikot. Bereits im März sah er bei einem Testspiel gegen Brasilien wegen einer Notbremse Rot und setzte im folgenden Freundschaftsspiel gegen Kolumbien aus. In dieser Länderspielphase kommt noch etwas hinzu: Schon beim 1:0 in der Türkei vor einer Woche hatte er Gelb gesehen, weil er Arda Güler festhielt, als der sich vorbeimogeln wollte. Zwei Spiele von Beginn an, zwei Mal verwarnt, einmal vom Platz.
Sportlich war es ein Abend der Bayern-Profis, nur in entgegengesetzte Richtungen. Michael Olise brachte Frankreich in der 55. Minute in Führung: Rayan Cherki führte einen Freistoß kurz aus, Olise zirkelte den Ball an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor. Es war nach seinem Siegtreffer gegen Belgien vergangene Woche sein nächstes wichtiges Tor für Zidane.
Italien glich in der 68. Minute aus. Inter-Verteidiger Alessandro Bastoni drang in die französische Abwehr ein und schob flach am rechten Pfosten vorbei ins Netz. Roberto Mancinis Mannschaft hatte danach mehr vom Spiel, Frankreich wirkte laut Sportschau in der Defensive nicht immer sattelfest.
Die Konsequenz ist bereits vollzogen. Upamecano verließ das Lager der Équipe Tricolore am Samstag um 9.30 Uhr, wie der französische Verband mitteilte. Am Montag um 20.45 Uhr fehlt er gegen Belgien gesperrt. Im ersten Duell mit den Roten Teufeln vor einer Woche hatte Zidane ihn geschont, gegen die Türkei und Italien stand er in der Startelf.
Für den FC Bayern ist das, so zynisch es klingt, keine schlechte Nachricht. Der Klub bestreitet nach der Länderspielpause acht Pflichtspiele in 25 Tagen, und mit Jamal Musiala fällt bereits ein Leistungsträger nach einer Verletzung aus dem Nationalteam aus. Ein Innenverteidiger, der ein paar Tage früher zurückkommt und sich schonen kann, ist in dieser Phase willkommen. Am 10. Oktober geht es in Augsburg weiter.
Frankreich führt die Gruppe trotz des Remis mit sieben Punkten an.







































