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·27. Juli 2026
Erstaunlich viel Insel-Flair beim 1. FC Köln – Die Transfer-Zukunft des FC entscheidet sich in England

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Hendrik Broschart
27 Juli, 2026
Mit Tim und Moritz Steidten und den Personalien Said El Mala und Jakub Kaminski auf der einen aber Jahmai Simpson-Pusey und Reigan Heskey auf der anderen Seite rückt der englische Markt immer mehr in den Fokus beim 1. FC Köln.
Thomas Kessler und Tim Steidten vom 1. FC Köln
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In vier Wochen beginnt für den 1. FC Köln die neue Saison. Bis dahin bleibt Sportchef Thomas Kessler zwar noch etwas Zeit, doch weitere Neuzugänge stehen noch aus. Luka Lochoshvili, Gideon Mensah und Reigan Heskey sowie Paul Okon-Engstler wurden bislang verpflichtet. In diesem Sommer gab es bislang vor allem auf der Abgangsseite Bewegung. Auf der Zugangsseite tat sich zwar etwas, allerdings bei elf Abgängen verhältnismäßig wenig.
Das Transferfenster wird sich erst zum „Deadline Day” am 1. September schließen. Bis dahin haben Kessler und Co. also reichlich Zeit, um weiter nachzurüsten – und gerade der Markt in England dürfte ein Thema werden oder bleiben. Dass der FC den englischen Markt für sich entdeckt hat, ist längst kein Geheimnis mehr. Ebenso wenig, dass man am Geißbockheim bereit ist, für junge Spieler mit Entwicklungspotenzial aus England tiefer in die Tasche zu greifen. So streckten sich die Domstädter für die Verpflichtung Rav van den Bergs enorm und legten ganze (kolportierte) acht Millionen Euro auf den Verhandlungstisch, um den Niederländer vom englischen Zweitligisten Middlesbrough loszueisen. Es folgte im vergangenen Winter die Leihe von Jahmai Simpson-Pusey, der dann im Sommer Manchester City fest abgekauft wurde. Nun eben mit Reigan Heskey der nächste Spieler von den Skyblues. Auch Chido Obi von Manchester United und Mikey Moore von den Tottenham Hotspur gerieten in den Fokus der Kölner.
Bekräftigt wird dieser Kurs auch durch eine Personalentscheidung in der sportlichen Führung: Seit März dieses Jahres verstärkt mit Tim Steidten ein ausgewiesener England-Kenner das Team um Kessler. Vor seinem Engagement in Köln war Steidten zuletzt Technischer Direktor beim Premier-League-Klub West Ham United. Für den Club aus dem Londoner East End war er bis Anfang Februar 2025 tätig. Doch damit nicht genug. Anfang Juni wurde bekannt, dass der Verein auch dessen jüngeren Bruder Moritz Steidten an den Rhein holt. Dieser verdiente sein Geld zuletzt als Leiter der Scouting-Abteilung der Hammers unter der Regie seines älteren Bruders Tim. Die doppelte Steidten-Entscheidung ist als klares Bekenntnis zur Internationalisierung zu lesen – auch im Scouting. Mit den Steidten-Brüdern soll sich der Blick des FC nun spürbar über den deutschen Markt hinweg weiten, insbesondere in Richtung England.
Der Fokus auf England hat natürlich einen einfachen Grund. In keiner anderen Liga in Europa werden so viele Millionen bewegt, nirgends ist der Markt so lukrativ. In junge Spieler Millionen zu investieren, um sie dann für ein Vielfaches nach England zurückgehen zu lassen, klingt nach einem stemmbaren Risiko. Wobei die Wahrheit doch deutlich komplizierter sein dürfte. Wie lukrativ der Markt wiederum auf der Abgangsseite ist, zeigt sich an den kolportierten Wunschvorstellungen der Ablöse für Abschiedskandidaten. Said El Mala soll den Kölnern 50 Millionen aus England einspielen – wenn er denn noch verkauft wird, Jakub Kaminski hätte aus der Premier League 20 Millionen gebracht, es wurden 17 aus Portugal. Bis dahin wird sich zeigen, wie ernst es der FC mit dem englischen Markt tatsächlich meint.
Um zu verstehen, wann und in welchem Umfang der FC in diesem Sommer auf dem Transfermarkt aktiv werden kann und will, kommt man also kaum daran vorbei, den Blick über den Ärmelkanal zu richten und die Bewegungen in dieser Liga der Superlative zu verfolgen. Genau das hat man beim FC spätestens mit der Verpflichtung der beiden Steidtens verinnerlicht. Und lange dürfte es nicht mehr dauern, bis daraus noch weitere konkrete Ergebnisse folgen.
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