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·14. September 2026
Erste Klopp-Nominierung: Mit diesen Überraschungen rechnet keiner

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Jürgen Klopp steht vor seiner ersten Kadernominierung als Bundestrainer und hat Überraschungen bereits angekündigt. Der neue DFB-Chef will jungen Talenten Chancen eröffnen, dürfte aber zugleich auf einen Kern erfahrener WM-Fahrer setzen. Wie groß der Umbruch tatsächlich ausfällt, zeichnet sich bereits ab. Wann Klopp den DFB-Kader nominiert und welche Fragen vor der Bekanntgabe offen sind, haben wir bereits ausführlich zusammengefasst.
Aleksandar Pavlović begrüßt Jürgen Klopp nach dem 7:1-Sieg Deutschlands gegen Curaçao im WM-2026-Gruppenspiel am 14. Juni 2026 im Houston Stadium in Houston, Texas. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)
Auch die möglichen Neuzugänge stehen im Fokus: Der aktuelle DFB-Kader und die Nationalspieler geben einen Überblick über die personelle Ausgangslage. Besonders spannend ist zudem die Torwartposition nach dem endgültigen Abschied von Manuel Neuer. Zwölf Torhüter gelten als Kandidaten für Klopp.
Welche Baustellen der neue Bundestrainer insgesamt angehen muss und welche jungen Spieler dabei eine Rolle spielen könnten, zeigt außerdem unsere Analyse zu den Baustellen der Nationalmannschaft unter Klopp.
Deutschland spielt in der UEFA Nations League 2026/27 in der Gruppe A2 gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien. Vier der sechs Gruppenspiele stehen schon im September und Oktober an, alle vier laufen live im Free-TV.
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Am Donnerstag um 10.00 Uhr will Klopp seinen vorläufigen Kreis von 57 Feldspielern auf 20 Akteure und drei Torhüter reduzieren. Mehr Profis könnte er nur dann berufen, wenn dies mit Blick auf sein Debüt am 24. September in den Niederlanden möglich ist.
Bei seinem Besuch an seiner früheren Schule in Dornstetten wirkte Klopp sichtlich gelöst, umgeben von zahlreichen jungen Menschen und mit einem breiten Lächeln. Das Gruppenfoto vor der Großbaustelle des Gymnasiums lieferte zugleich ein Bild für den angekündigten Umbruch: Bewährtes soll weichen, neue Gesichter sollen die Nationalmannschaft prägen.
Der 59-Jährige hatte bei seiner Präsentation klargestellt, dass einige Spieler auf eine Berufung wohl nicht vorbereitet sein werden. „Es werden Spieler Möglichkeiten bekommen, die noch gar nicht damit rechnen“, sagte Klopp. Den Pool der Kandidaten bezifferte er auf „57 Feldspieler“.
Mit Blick auf mögliche Neulinge ließ der Bundestrainer keinen Zweifel an seinem Ansatz. „Weil ich gerne mutig sein werde. Das war ich schon immer und werde ich auch bleiben.“ Klopp sieht in Deutschland „unglaublich viel Talent“ und verwies besonders auf den erfolgreichen Nachwuchs: „Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden. Die müssten jetzt 20 sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen.“
Seine Botschaft an alle Profis mit DFB-Perspektive fiel eindeutig aus: „Jeder, der berechtigt ist, für das Nationalteam zu spielen, sollte sich anstrengen – denn ich werde gucken.“ Klopp hat genau das in den vergangenen Wochen getan. Auf seiner Deutschland-Reise besuchte er mehrere Bundesliga-Standorte, beobachtete zahlreiche Spieler im Training und führte dutzende persönliche Gespräche oder Telefonate.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf erwartet, dass der neue Nationalcoach den Blick bewusst erweitert. „Er sieht durchaus Potenzial, sagt, dass er mehr und mehr andere Spieler in den Blick nehmen möchte“, sagte Neuendorf. Eine vollständige personelle Neuausrichtung gilt trotz Klopps Erneuerungsanspruch jedoch als unwahrscheinlich.
Unter den frischen Kandidaten befinden sich Paris Brunner, Yann Bisseck, Tom Bischof, Finn Jeltsch, Philipp Treu und Nicolò Tresoldi. Francis Onyeka und Kennet Eichhorn wurden gerade erst mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Eichhorn hat allerdings gesundheitliche Probleme.
Andere Nachwuchskräfte wie Younes Ebnoutalib und Dzenan Pejcinovic standen nach ihren starken Starts zuletzt weniger im Fokus. Dafür haben sich zuvor aussortierte Profis wieder in Stellung gebracht. Karim Adeyemi, Jonathan Burkardt, Matthias Ginter und Kevin Schade zählen dazu. Auch Niclas Füllkrug trifft wieder.
Als mögliche Profiteure des jüngsten WM-Desasters gelten zudem der angeschlagene Leon Goretzka, Leroy Sané und Nick Woltemade. Serge Gnabry, Assan Ouédraogo, Angelo Stiller und Rocco Reitz kommen aus Verletzungen oder fehlen. Jamal Musiala, Lennart Karl, Nico Schlotterbeck und Felix Nmecha sind dagegen rechtzeitig wieder fit.
Besonders spannend wird die Entscheidung im Tor. Nach Manuel Neuers endgültigem Rücktritt ist die Hierarchie so ungeklärt wie seit langer Zeit nicht mehr. Neben Antonio Rüdiger war Neuer der einzige Akteur, der nach dem WM-Desaster seinen Rückzug erklärte.
Marc-André ter Stegen, Oliver Baumann, Jonas Urbig, Alexander Nübel, Noah Atubolu und sogar Klopps früherer Liverpool-Schützling Loris Karius bringen jeweils Argumente mit. Einen klaren Favoriten gibt es allerdings nicht.
Trotz seines Drangs nach neuen Impulsen hat Klopp bereits erkennen lassen, dass er auf viele Spieler aus dem WM-Kader bauen dürfte. „Wir hatten viele gute Spieler bei der WM, die nicht sonderlich gut gespielt haben“, erklärte der Bundestrainer. Genau dort sieht er seinen Auftrag als Antreiber und Entwickler.
Joshua Kimmich dürfte dabei eine Schlüsselrolle behalten. Der Münchner, der als prägendes Gesicht der „Generation nix“ drei WM-Enttäuschungen nacheinander mitverantwortet hat, soll weiterhin als Kapitän vorangehen. DFB-Sportchef Rudi Völler bezeichnete ihn als „Fahnenträger“ und „tollen Kapitän“.
Kimmich soll eine Mannschaft führen, die das enttäuschte Land wieder mitreißt. Klopps Ziel ist klar formuliert: „Ich möchte erreichen“, sagte er, „dass die Leute nach dem Spiel nach Hause gehen und sagen: ‚Wow‘.“ Der erste Überraschungseffekt soll nun bereits mit seiner ersten Nominierung folgen.


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