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·15. Februar 2026

Essens Sindermann hält Remis in Wolfsburg fest

Artikelbild: Essens Sindermann hält Remis in Wolfsburg fest

Die SGS Essen sorgte am 18. Spieltag in der Google Pixel Frauen-Bundesliga für eine große Überraschung. Das Team von Trainerin Heleen Jaques erkämpfte beim aktuellen Vizemeister und Tabellenzweiten VfL Wolfsburg ein 1:1 (0:1) und sicherte sich damit einen wertvollen Punktgewinn im Kampf um den Klassenverbleib.

Vor 2526 Zuschauer*innen im AOK Stadion gingen die Wölfinnen, die das Hinspiel in Essen noch 8:0 für sich entschieden hatten, schon früh in Führung. Die französische Nationalspielerin Kessya Bussy (4.) traf bereits in der Anfangsphase. Kurz nach der Pause gelang jedoch Essens Rückkehrerin Ella Touon (48.) bei ihrem Comeback im SGS-Trikot der Ausgleich.


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Die Gäste verteidigten das Remis leidenschaftlich bis zum Abpfiff. Vor allem in der Nachspielzeit hielt die starke Torhüterin Kim Sindermann den Punktgewinn mit mehreren Glanzparaden fest. Der VfL musste sich erstmals nach fünf Siegen in Serie wieder mit einem Zähler begnügen und rangiert elf Punkte hinter Titelverteidiger FC Bayern München.

Heleen Jaques: "Total stolz"

"Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß, denn es ist nicht unser Anspruch, hier nur mit einem 1:1 vom Platz zu gehen", sagte Wolfsburgs Trainer Stephen Lerch: "Wir sind gut ins Spiel gekommen und gehen früh in Führung - genau so hatten wir uns das vorgenommen. In der ersten Halbzeit waren wir klar überlegen, haben es aber verpasst, die entscheidende Lücke zu finden und aus unserer Überlegenheit mehr Kapital zu schlagen. Beim Gegentor sahen wir nicht gut aus, das müssen wir klar so ansprechen. Danach hat uns in manchen Situationen auch das nötige Spielglück gefehlt. Unter dem Strich war es einfach zu wenig, um die drei Punkte mitzunehmen. Deshalb ist das ein sehr bitterer Tag für uns."

Seine Essener Kollegin Heleen Jaques meinte: "Ich bin total stolz auf das gesamte Team. Wir haben in den zurückliegenden Wochen extrem hart gearbeitet und uns jetzt einen ganz wichtigen Punkt erkämpft. Die Mannschaft hat unsere taktischen Vorgaben perfekt umgesetzt und hat sehr diszipliniert verteidigt. Wir waren ruhig und kompakt, haben die richtigen Momente gefunden, um den Gegner anzulaufen. Das war ein großer Schritt nach vorne."

VfL mit vier Umstellungen

Im Vergleich zum Playoff-Hinspiel in der UEFA Champions League gegen Juventus Turin (2:2) rotierte VfL-Trainer Stephan Lerch auf vier Positionen. Für Thea Bjelde, die einen Schlag auf die Nase erhalten hatte und deshalb nicht einsatzfähig war, sowie Caitlin Dijkstra, Alexandra Popp und die Ex-Essenerin Vivien Endemann (alle Bank) starteten Nationalspielerin Sophia Kleinherne, Guro Bergsvand, Justine Kielland und Kessya Bussy.

Bei der SGS Essen nahm Trainerin Heleen Jaques gegenüber dem 0:0 beim 1. FC Köln lediglich zwei Umstellungen vor. Leonie Köpp und Rückkehrerin Ella Touon liefen für Shari van Belle und die verletzte Vanessa Fürst (muskuläre Probleme) auf.

Insgesamt bleibt die Personallage der Gäste äußerst angespannt. So kam die Parie für Kapitänin Jacqueline Meißner nach überstandener Krankheit noch zu früh. Gleiches galt für Beke Sterner, die nach ihrer langwierigen Sprunggelenksverletzung kurz vor der Rückkehr in den Kader steht. Ebenfalls passen mussten Laureta Elmazi (Adduktorenprobleme), Kassandra Potsi (Ödem am Fuß) sowie die langzeitverletzten Jana Feldkamp (Knie), Jette ter Horst (Knorpelschaden), Mailin Tenhagen und Lilli Purtscheller (beide Kreuzbandriss).

Kessya Bussy setzt gut nach

Die Gastgeberinnen entwickelten von Beginn an viel Druck - und belohnten sich schnell. Im Anschluss an einen Eckball von Justine Kielland bekamen die Essenerinnen den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Einen ersten Nachschuss von Nationalspielerin Janina Minge konnte Ella Touon noch auf der Torlinie abwehren, im Nachsetzen reagierte jedoch Kessya Bussy am schnellsten und beförderte die Kugel zum 1:0 (4.) über die Linie.

In der Folgezeit ließen die tiefstehenden Gäste aber mit einer konzentrierten Defensivleistung nicht mehr allzu viele klare Torchancen des VfL zu. Die besten Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen, vergaben Mittelstürmerin Lineth Beerensteyn, die den Ball nach einer Rechtsflanke von Svenja Huth im Fallen nicht richtig traf, und Janina Minge, die einen Freistoß von Justine Kielland per Hinterkopf verlängerte, das Essener Tor dabei aber knapp verfehlte.

Auf der Gegenseite wollte die SGS Essen auf Umschaltmomente setzen, konnte aber kaum einmal für Entlastung sorgen. Den einzigen Torschuss verzeichnete Ella Touon, die sich aus etwa 25 Metern ein Herz fasste und mit links abzog. Der Ball flog aber deutlich am Kasten der Wölfinnen vorbei, so dass die ehemalige SGS-Torfrau Stina Johannes gar nicht erst eingreifen musste und bis zur Pause weitgehend beschäftigungslos blieb.

Ella Touon trifft sehenswert

In die zweite Halbzeit starteten die Gäste aus dem Ruhrgebiet deutlich mutiger - und durften ebenfalls nach ihrem ersten Torschuss jubeln. Nach einem hohen Ballgewinn von Leonie Köpp brachte Lany Mia Bäcker den Ball zu Ella Touon, die von der Strafraumgrenze mit einem sehenswerten Linksschuss ins linke obere Toreck zum überraschenden 1:1 (48.) traf.

Nach einer Stunde reagierte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch mit einem Dreifachwechsel. Anführerin Alexandra Popp, Lena Lattwein und Caitlin Dijkstra kamen für Lineth Beerensteyn, Janina Minge und Sophia Kleinherne. Der VfL drängte zwar auf die erneute Führung, fand gegen die dichtgestaffelte Essener Hintermannschaft aber kaum Lösungen. Vielmehr kam die SGS sogar zu einigen vielversprechenden Umschaltaktionen. Ein Fallrückzieher von Ramona Maier ging jedoch über das Tor, ein Abschluss von Leonie Köpp wurde eine sichere Beute von Stina Johannes.

Erst in der achtminütigen Nachspielzeit kam der VfL Wolfsburg zu hochkarätigen Chancen. Ella Peddemors, Justine Kielland und die ebenfalls eingewechselte Ex-Essenerin Vivien Endemann kamen jedoch aus kurzer Entfernung zum Abschluss, scheiterten jedoch allesamt an der herausragend aufgelegten SGS-Torfrau Kim Sindermann, die so das Unentschieden für ihre Mannschaft festhielt.

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