Ex-Löwe Kleider in Schweinfurt: Torwarttrainer und Busfahrer in Personalunion - mit 74 Jahren | OneFootball

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·1. Mai 2026

Ex-Löwe Kleider in Schweinfurt: Torwarttrainer und Busfahrer in Personalunion - mit 74 Jahren

Artikelbild:Ex-Löwe Kleider in Schweinfurt: Torwarttrainer und Busfahrer in Personalunion - mit 74 Jahren

Wenn man über das Duell zwischen Schweinfurt und 1860 spricht, ploppt zwangsläufig eine Erinnerung auf, die bis heute unvergessen ist: der 11. Mai 1990. 40.000 Fans im völlig überbuchten Grünwalder, warmer Regen, Freude und Stolz bei Werner Lorant als Gästetrainer – und Karsten Wettberg als Löwen-Coach am Boden. Das 3:3 reicht den Unterfranken zur Bayernliga-Meisterschaft, 1860 ist im Aufstiegskampf erneut geschlagen. Noch heute reden die Älteren von diesem Highlight, das als eines der größten Spiele in die Löwen-Historie eingegangen ist.

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Am Samstag ab 14 Uhr treffen die beiden Teams wieder aufeinander, allerdings ist im Sachs-Stadion die Luft raus: Während Schweinfurt längst als Absteiger aus der Dritten Liga feststeht und nach dem Aus von Präsident Markus Wolf vor einem Neuanfang steht, hat der Löwe frühzeitig die Krallen eingefahren – wieder nur Mittelmaß!


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Und trotzdem gibt es einen Mann, der bei diesem belanglosen Bayern-Duell die Blicke auf sich zieht: Norbert Kleider. Der 74-Jährige ist nicht nur Torwarttrainer der Schnüdel, sondern gleichzeitig auch Busfahrer des Teams – und was dem Ganzen zusätzliche Würze verleiht: Kleider hat auch eine Löwen-Vergangenheit. Er kann Geschichten über die Größe des Klubs erzählen, wofür ihn vor allem die jüngeren 1860-Fans beneiden. Er hat noch Derbys zwischen Blau und Rot erlebt.

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Zwischen 1979 und 1982 war er Torwart des TSV 1860. In der Saison 79/80 absolvierte er fünf Bundesliga-Spiele für die Giesinger – seine Bilanz: vier Unentschieden und nur eine Niederlage. „Gegen die Bayern, mit 1:2 haben wir verloren“, erinnert sich der gebürtige Schweinfurter im Gespräch mit db24. „Ich kam 1979 als Nummer zwei von Bayern Hof aus der Zweiten Liga zu 1860 hinter Thomas Zander. Dafür hatte ich meinen Beamten-Status bei der Bundespolizei aufgegeben. Das war damals eine schwere Entscheidung, aber Erste Liga, die Stadt München und Sechzig als Traditionsverein – da konnte ich nicht nein sagen“, erklärt Kleider rückblickend: „Es war die richtige Entscheidung. Ich bereue das nicht.“Doch danach ging es rasend schnell nach unten – Misswirtschaft pur bei 1860. Nach dem Bundesliga-Abstieg 1981 wuchsen die Schulden an, und trotz Platz vier in der Zweiten Liga wurde den Löwen 1982 die Lizenz entzogen. Acht Millionen Mark Schulden. „Das Ende war schrecklich mit der Insolvenz“, weiß Kleider: „Ich bin wieder nach Schweinfurt zurück, Sechzig hatte mich gesperrt. Ich durfte ein Jahr nicht Fußball spielen. Die Schweinfurter haben mich aufgefangen.“

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Dafür ist Kleider, der als db24-Tippexperte mit einem Schweinfurter 2:1-Sieg rechnet, dem Klub bis heute dankbar. Auch deswegen hat er von den 05ern nie wieder losgelassen. Mit 74 Jahren ist er der älteste Profitrainer im deutschen Fußball. „Wir steigen ab, wir gehen wieder zurück in den Amateurstatus. Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Aber ich würde gerne noch ein Jahr weitermachen. Meine Frau würde das feiern und sich freuen, dass ich unterwegs bin (lacht).“

Für seine Fitness tut Kleider alles: Radfahren, Training an den Geräten – alles. Und wenn Not am Mann ist, kutschiert er sogar die Schweinfurter Eishockey-Mannschaft. Kleider – ein Ex-Löwe, der nicht stehen bleibt. Typen wie er sind im Fußballgeschäft rar geworden.

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