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·23. April 2026

Exklusives „Rot gegen Rassismus“-Event für Mitglieder

Artikelbild:Exklusives „Rot gegen Rassismus“-Event für Mitglieder

„Was kann ich konkret tun, wenn ich im Stadion diskriminierende Sprüche höre?“ Die Frage kommt aus der Mitte des Raums. In der Diskussionsrunde am Millerntorstadion ist ein reger Austausch entstanden: Kein Smalltalk, keine Floskeln – Erfahrungen werden thematisiert, genauso auch Unsicherheit, Zweifel und der gemeinsame Wunsch, sich beim Engagement für Vielfalt noch besser aufzustellen. Die Veranstaltung „Zwei Clubs – eine Haltung: Best Practices gegen Diskriminierung“ ist ein geschützter Raum, in dem 30 Mitglieder des FC Bayern und des FC St. Pauli einander offen begegnen.

Über 200 Mitglieder des Deutschen Meisters hatten sich für den Workshop angemeldet, erläutert Benny Folkmann, Geschäftsführer des FC Bayern und mit Andreas Werner Leiter der FCB-Initiative „Rot gegen Rassismus“. Man habe den Rahmen „aber bewusst klein gehalten, um einen ,Safe Space‘ zu schaffen, in dem wir alle voneinander lernen und in die Diskussion gehen können“. Bereits zum dritten Mal setzten die beiden Vereine nun eine gemeinsame Aktivierung zum Thema Vielfalt um. „Wenn zwei Vereine, die auf den ersten Blick häufig sportlich und kulturell in unterschiedlichen Welten verortet scheinen, bei einem Thema geschlossen auftreten, sendet das eine Botschaft“, so Folkmann: „Der Einsatz gegen Diskriminierung ist keine Frage von Vereinsfarben. Er ist eine gemeinsame Verantwortung.“ Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli, pflichtet bei: „Vereine sind unfassbar wichtige Zellen für ein demokratisches Miteinander. Im vergangenen Jahr waren wir beim FC Bayern mit unseren Mitgliedern zu Gast, nun sitzen wir hier gemeinsam am Millerntor – wir sind darauf stolz, was sich hier zwischen uns entwickelt hat.“


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Wegzuschauen ist keine Option

Bereits in der Begrüßung hatten Folkmann, das langjährige St. Pauli-Aufsichtsrat Roger Hasenbein und Niklas Grabbe vom Gastgeberverein deutlich gemacht, worum es geht: Diskriminierung begegnet uns im Alltag, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße – und auch im Stadion. Wegzuschauen ist keine Option. Es braucht Organisation, Mut und Strukturen, um konsequent dagegen vorzugehen. Im Anschluss ging es auf einen Stadionrundgang mit verschiedenen Stationen: An der Gedenktafel zur Vereinsgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus wurde deutlich, wie wichtig Erinnerungskultur ist, um Gegenwart verantwortungsvoll zu gestalten. Das St. Pauli Museum umriss einen Bogen zwischen historischer Aufarbeitung und aktueller Fan- und Vereinskultur. Dazu wurden Angebote wie der Dolmetschbereich für hörgeschädigte Menschen besprochen: gelebte Barrierefreiheit, nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Teil des Stadionerlebnisses.

Im Austausch der Mitglieder mit Göttlich, Folkmann und Patrick Mushatsi-Kareba (Geschäftsführer Vertrieb & Marketing des FC St. Pauli) wird spürbar, wie ähnlich die Herausforderungen beider Vereine sind. Es geht um Barrierefreiheit in den Stadien, um respektvollen Umgang mit Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, um Schulungen für Ordnungskräfte bei diskriminierenden Vorfällen, um das mögliche Vorgehen, falls sich rechtsextremen Fangruppierungen formieren. Mushatsi-Kareba erinnert daran, wie wichtig es ist, „nicht nur auf Defizite zu schauen, sondern auch auf das, was schon erreicht wurde – als Ermutigung, weiterzugehen“. Ins Bild passt, wie Erik-Maurice Böhm, Theresa Grosfeld und Rio Grumbrecht vom „Rot gegen Rassismus“-Kernteam mit den Anwesenden die FCB-Initiative für Vielfalt erörtern: Das Leitmotiv lautet „Begegnung“, und dafür steht die Veranstaltung im Ligaraum am Millerntor.

So wird dieser Nachmittag zu einem Beispiel dafür, wie wichtig es ist, wenn zwei Clubs ihre Kräfte bündeln. „Der Einsatz gegen Diskriminierung ist kein Projekt mit einem Abschlussdatum, sondern ein Prozess, der ehrliche Reflexion verlangt, offenen Austausch und die stetige Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen“, lautet das Fazit von Folkmann:. „Diese Veranstaltung ,Zwei Clubs – eine Haltung‘ zeigt: Fußball kann genau dieser Ort sein – wenn wir ihn gemeinsam dazu machen.“

Katharina Naschenweg und Karin Danner beim Projekt „Rot gegen Rassismus“:

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