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·24. April 2026
"Extrem unfair": Hirsch schimpft über Spielweise der Alemannia

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Anstatt zumindest vorerst auf Platz 2 zu springen, musste der MSV Duisburg durch die 1:3-Niederlage in Aachen einen Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen. Trainer Dietmar Hirsch bezeichnete sich im Nachgang selbst als "schlechter Verlierer", weil er sowohl mit dem Schiedsrichter als auch der Spielweise der Alemannia haderte.
Mit dem Anschlusstreffer durch ein Eigentor von Petros Bagkalianis (78.) schöpfte der MSV nach dem Aachener Doppelschlag in der ersten Halbzeit (32. / 36.) nochmal kurzzeitig Hoffnung, doch nachdem erst Pseftis zweimal bärenstark parierte (83.) und dann Bitter den Ball auf der anderen Seite zum 1:3 im eigenen Tor unterbrachte (86.), war die Partie gelaufen. Entsprechend frustriert zeigte sich Trainer Dietmar Hirsch bei "MagentaSport", wobei er "nicht sauer, sondern enttäuscht" sei. "Ich verliere nicht gerne", betonte der 54-Jährige und bezeichnete sich selbst als "schlechter Verlierer". Warum, das führte Duisburgs Coach danach aus.
Zum einen haderte Hirsch mit Schiedsrichter Lukas Benen, der nach seinem Eindruck in den Zweikämpfen "mit zweierlei Maß" bewertet habe. So hätten Schlicke (nach Foulspiel) und Lobinger (Rudelbildung) keine gelbe Karte bekommen dürfen, zumal auf der anderen Seite für ähnliche Vergehen die Verwarnungen ausgeblieben seien. "Das geht einfach nicht", schimpfte Hirsch und verwies zudem darauf, dass Schlicke "den Ball gespielt" habe. Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass er Gegenspieler Gaudino mit nicht gerade geringer Intensität ebenfalls traf. Selbst Hirsch sprach von einem "harten Einsteigen".
Zum anderen beklagte der MSV-Coach eine "extrem unfaire" Spielweise der Alemannia, die das Spiel gerade in der zweiten Halbzeit durch Unterbrechungen – etwa bei Verletzungen oder Auswechslungen – verlangsamt habe. "Der Vierte Offizielle hat sich selber aufgeregt, aber außer der siebenminütigen Nachspielzeit passiert nichts. Und ich glaube nicht, dass es eine Aachener Mannschaft mit dem Lauf und der Qualität nötig hat, das Spiel bewusst zu verlangsamen. Das gehört sich nicht", meinte Hirsch. "Wenn wir das bei uns im Stadion machen, sagen die einen, dass es clever ist. Ich, dass es unfair ist. Denn das hat mit Fußball nichts zu tun."
Die Niederlage aber am Schiedsrichter oder der Spielweise festzumachen, wäre jedoch zu einfach. Das sah auch Hirsch so und kritisierte entsprechend auch das Abwehrverhalten bei den ersten beiden Gegentoren. "Wir haben uns die Dinger selbst reingelegt." Gerade das 0:2, als Loune durch die Abwehr spazieren konnte, sei "halbherzig verteidigt" gewesen, schimpfte der 54-Jährige und sprach von "ärgerlichen Toren", die "völlig unnötig" gefallen seien. So ist Aachen mit einem 2:0 in die Pause gegangen, "ohne dass sie große Torchancen hatten".
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Zebras – zumindest in der ersten Halbzeit – ebenfalls offensiv blass blieben. "Da hätte ich mir mehr Power gewünscht", sagte Hirsch. Diese zeigte der Tabellenvierte dann zwar nach dem Seitenwechsel, schaffte es aber nicht mehr, die Partie zu drehen. Dennoch sei der MSV insgesamt "nicht die schlechtere Mannschaft" gewesen und habe eine "ordentliche Leistung" gezeigt, meinte der 54-Jährige. "Wir haben Spiele gehabt, in denen wir komplett scheiße waren. Heute waren wir das nicht." Umso ärgerlich daher, dass es nicht wenigstens zu einem Punkt gereicht hat. So kann Essen nun auf vier Zähler davonziehen, Cottbus könnte einen Vorsprung von drei Punkten aufbauen.
Am Sonntag in einer Woche kommt es dann zum direkten Duell mit Energie. Dass Lobinger nach seiner fünften gelben Karte gesperrt ist, macht die Aufgabe nicht leichter. Dennoch ist ein Sieg Pflicht – genau wie auch in den beiden Partien danach. "Wir müssen wahrscheinlich neun Punkte holen, um Platz zwei oder zumindest Platz drei zu holen", wusste auch Hirsch. "Das wollen wir natürlich versuchen." Zumal der MSV zweimal zuhause spielt, wo es in dieser Saison noch keine Niederlage gab. Auswärts unterlag Duisburg nun schon zum fünften Mal in den letzten sieben Partien, was nicht aufstiegsreif ist. Hirsch werde seine Mannschaft nun "wieder aufrichten", wie er ankündigte – damit sich die Zebras künftig nicht mehr über die Spielweise des Gegners beklagen müssen.









































