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·21. Juni 2026
Fatih Terim reagiert auf Haciosmanoglu: „Die gesamte Türkei hat verstanden, was ich gesagt habe“

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·21. Juni 2026

Das bittere und vorzeitige Ausscheiden der türkischen Auswahl bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 sorgt im gesamten Land weiterhin für heftige Diskussionen und zieht nun auch personelle Debatten im Umfeld des Verbandes nach sich. Nach der entscheidenden 0:1-Niederlage gegen Paraguay im zweiten Gruppenspiel der Gruppe D hat sich die Trainerlegende Fatih Terim erstmals ausführlich zu Wort gemeldet. Auf seinem eigenen YouTube-Kanal analysierte der ehemalige Nationaltrainer die sportliche Misere und reagierte dabei mit unmissverständlicher Deutlichkeit auf die jüngsten öffentlichen Vorwürfe von TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu. Der erfahrene Fußballlehrer stellte klar, dass er kein einziges seiner Worte zurücknimmt.
In seiner sportlichen Analyse blickte der Erfolgscoach zunächst auf die taktischen Muster der Südamerikaner, die der Mannschaft von Vincenzo Montella letztlich den Zahn zogen. Er betonte, dass die Defensivstärke des Gegners keineswegs eine Überraschung gewesen sei, da das Team in der Qualifikation kaum Gegentreffer zugelassen habe. Der Coach sah die Hauptursache für das Scheitern vor allem im psychologischen Bereich.
„In den letzten Gruppenspielen hat Paraguay – wie auch andere südamerikanische Mannschaften – außergewöhnlich gut verteidigt und in den meisten Partien kaum Gegentore zugelassen. Gegneranalysen werden selbstverständlich durchgeführt. Entscheidend ist jedoch nicht der Gegner, sondern was wir selbst auf dem Platz zeigen. Heute kann ohnehin niemand mehr etwas voreinander verbergen. Das Wichtigste ist, was du selbst machst“, erklärte der Fußballexperte gewohnt sachlich.
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Besonders die mangelnde mentale Widerstandskraft nach dem schnellen Rückstand im Spielverlauf bemängelte der Ex-Trainer. Er führte aus, dass ein solches Ereignis bei den jungen Spielern zu einer Blockade geführt habe: „Dass wir direkt zu Beginn ein Gegentor kassiert haben, führte bei uns zu einem emotionalen Einbruch. Spieler verlieren nicht ihr Talent, sie verlieren höchstens ihr Selbstvertrauen. Solche emotionalen Belastungen hinterlassen Fragezeichen im Kopf. Talentierte Spieler können alles leisten, wenn sie sich frei fühlen. Wenn dieser Druck jedoch zu groß wird, entstehen Fehler auf dem Platz.“
Für weitaus mehr Zündstoff im türkischen Fußballverband sorgte jedoch die Reaktion auf den jüngsten Angriff des amtierenden TFF-Präsidenten. Ibrahim Haciosmanoglu hatte zuvor öffentlich kritisiert, dass der Trainer nach der Auftaktpleite gegen Australien mit 0:2 von einer späteren Abrechnung gesprochen hatte, und fragte provokant, von wem überhaupt Rechenschaft verlangt werden solle. Der 72-jährige Terim wies diese Vorhaltungen entschieden zurück.
„Ich bin mir der entstandenen Erwartungen bewusst. Aber an einem Tag wie diesem bin ich nicht in der Verfassung, mich selbst zu erklären. Ich möchte auch nicht darüber diskutieren, was ich gemeint habe oder nicht gemeint habe. Was gesagt wurde, ist völlig klar. Nicht nur 99 Prozent, sondern 100 Prozent der Nation haben verstanden, was ich ausdrücken wollte. Ich bin seit 55 oder 56 Jahren Teil des türkischen Fußballs und befinde mich, Gott sei Dank, noch immer mitten im Geschehen“, konterte der Rekordtrainer die Vorwürfe des Verbandschefs im direkten Zitat.
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Zum Abschluss seiner Stellungnahme plädierte der Altmeister dafür, die sportliche Krise nicht für persönliche Fehden zu missbrauchen. Der Fokus müsse zwingend auf die nachhaltige Entwicklung und die tiefgreifenden Probleme der gesamten Fußballstruktur im Land gerichtet werden. Er erinnerte daran, dass er bereits vor dem finalen K.-o.-Szenario zu mehr Geduld und Toleranz im Umgang mit den Spielern und dem Trainer aufgerufen hatte.
Der Starcoach forderte ein Ende der unproduktiven Nebenkriegsschauplätze: „Wir sprechen hier über ein Lebenswerk von mehr als einem halben Jahrhundert. Lasst uns unsere Energie lieber darauf verwenden, über die Probleme des türkischen Fußballs nachzudenken. Bitte verlieren wir nicht unsere Zeit mit solchen Themen. Ich spreche von etwas viel Größerem.“ Damals hatte er betont, man solle das Team bei einer Weltmeisterschaft unterstützen, Fehler verzeihen und Abrechnungen auf die Zeit nach dem Turnier verschieben – eine Haltung, die nun die endgültige Zerreißprobe zwischen der Trainerlegende und der Verbandsspitze herbeigeführt hat.
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