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·7. Januar 2026

FC Bayern: Dank Musiala wird es in der Offensive eng

Artikelbild:FC Bayern: Dank Musiala wird es in der Offensive eng

Jamal Musiala ist beim FC Bayern zurück. Doch während die Fans jubeln, beginnt in der Offensive ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb.

Beim Neujahrsbesuch des Fanklubs „Red Bulls Taubenbach“ in Simbach am Inn wirkte Jamal Musiala sichtlich gelöst. Sechs Monate Reha liegen seit jener Schrecksekunde am 5. Juli 2025 hinter dem deutschen Nationalspieler: „Ich habe jetzt viel trainiert, es läuft echt gut“, verriet der Nationalspieler den rund 1.000 Anhängern.


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Zwar kam das Testspiel in Salzburg am 6. Januar noch zu früh, doch Trainer Vincent Kompany plant fest damit, seinem Juwel Ende Januar die ersten Pflichtspielminuten der Saison zu schenken. Musiala selbst brennt: „Wäre es meine Entscheidung, hätte ich letzten Monat schon gespielt.“

Doch die medizinische Abteilung mahnt zur Vorsicht, die Angst vor einem Rückschlag nach der Horror-Verletzung (Wadenbeinbruch & Sprunggelenksluxation) schwingt immer mit. Die spannendste Personalie ist jedoch nicht Musiala selbst, sondern sein vorübergehender „Stellvertreter“. Lennart Karl hat die Hinrunde genutzt, um vom Nachwuchstalent zum Senkrechtstarter aufzusteigen. Mit sechs Toren hat er sich in die Herzen der Fans und fest in die Mannschaft gespielt. Wie geht es also in der Offensive nach Musialas Rückkehr weiter?

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FC Bayern: Neun Spieler, vier Plätze für die Offensive

Dietmar Hamann goss in der ihm typischen Weise bereits ein bisschen Öl ins Feuer: „Musiala muss erst einmal zeigen, dass er an Karl vorbeikommt.“ Eine steile These, die jedoch den Kern der aktuellen Bayern-Hierarchie durchaus ein wenig trifft.

Angeblich sind sich die Bosse an der Säbener Straße einig: Das Juwel Karl darf nicht durch das Musiala-Comeback auf der Bank versauern. Karl wird auch in der Rückrunde seine Minuten bekommen, notfalls zulasten der etablierten Stars. Wenn Musiala Ende Januar zurückkehrt, wird es in der Offensive aber definitiv eng. Vincent Kompanys Luxusproblem lässt sich in einer Tabelle darstellen:

Gnabry im Schatten des FC Bayern-Dreiecks

Während Harry Kane (der beim Fanklub-Besuch in Denkendorf sogar mit Blasmusik empfangen wurde), Díaz und Olise derzeit ein magisches Dreieck bilden, das kaum zu sprengen ist, richtet sich der Blick automatisch auf Serge Gnabry. Der 30-Jährige kommt aktuell auf 5 Saisontreffer, eine solide Quote, die im Vergleich zur Konkurrenz jedoch zu verblassen droht, auch wenn seine Saison nicht schlecht war.

Vor allem für Gnabry geht es in den kommenden Wochen um alles. Er braucht Spielzeit, um sich für den deutschen WM-Kader 2026 zu empfehlen. Doch mit einem fitten Musiala und einem entfesselten Lennart Karl droht dem Routinier mehr denn je die Joker-Rolle. Da sein Arbeitspapier im Sommer 2026 zusätzlich ausläuft, steht er unter immensem Druck.

Er muss in den kommenden Monaten beweisen, dass er mehr als nur ein verlässlicher Ersatz für die Schlussphase ist. Max Eberl meinte ja einst, dass beim FC Bayern niemand endgültig abgeschrieben ist, solange die Einstellung stimmt.

Es wird aber sicher nicht einfach für Gnabry. Dazu kommt, dass mit Wisdom Mike im Januar 2026 ein weiterer Herausforderer auf den Außenbahnen vorhanden ist, dem in der Rückrunde mehr Spielanteile bei den Profis zugetraut werden.

Wisdom Mike besitzt einen langfristigen Vertrag (laut Berichten bis 2029) ohne Ausstiegsklausel. Der Verein verfolgt mit ihm einen klaren Plan, ihn neben Talenten wie Lennart Karl als festen Bestandteil der „Zukunft der Bayern“ zu etablieren, weshalb eine Leihe im Wintertransferfenster 2026 ausgeschlossen wurde. Das alles macht es für Serge Gnabry nicht einfacher.

FC Bayern: Muss Karl für Musiala weichen?

Vincent Kompany bevorzugt bekanntermaßen ein dominantes Ballbesitzspiel mit hohem Pressing. Die Rückkehr von Jamal Musiala stellt ihn dann vor die folgende Frage: Muss der junge Lennart Karl für den etablierten Weltstar weichen, oder gibt es ein System, in dem beide Platz haben?

Um die aktuelle Kader-Hierarchie zu respektieren und dennoch die beiden Top-Talente optimal einzubinden, erscheint die folgende Variante als die wahrscheinlichste Lösung. Ziel ist es, eine Balance zwischen etablierter Klasse und jugendlicher Dynamik zu finden.Im Zentrum der Angriffsformation steht weiterhin Harry Kane als gesetzte Spitze. Dahinter formiert sich eine hochkarätige Dreierreihe, die Kreativität und Tempo vereint.Rechts: Michael OliseLinks: Luis DíazZentrum: Jamal Musiala (in einer „Free Roam“-Rolle als Spielgestalter)Das Herzstück dieses Modells ist die Rolle von Karl. Er könnte als primärer Backup für alle drei Positionen hinter Kane positioniert werden. Dies garantiert ihm maximale Einsatzzeiten, ohne das Grundgerüst sofort sprengen zu müssen. Sollte das Team in Rückstand geraten, dient Karl außerdem als erste Option für eine Systemumstellung: Er rückt als zweite Spitze nach vorne, während einer der Sechser das Feld verlässt.Der besondere Reiz dieser Konstellation liegt in der komplementären Spielweise: Während Musiala alle Freiheiten genießt, um das Spiel aus dem Zentrum heraus aufzuziehen, sorgt Karl durch seine enorme Torgefährlichkeit (bereits 6 Saisontore) für permanenten Leistungsdruck auf Olise und Musiala.

Die Konsequenz: Diese Neuausrichtung verschärft den Konkurrenzkampf massiv. Für einen Spieler wie Serge Gnabry bliebe in diesem Szenario derzeit nur noch die Rolle als fünfte Wahl in der offensiven Rangordnung. Und auch für Jackson wird es nicht über eine Ersatzrolle hinaus gehen.

Lässt Kompany den FC Bayern radikal offensiv spielen?

Es gibt diese Spiele, in denen pure Geduld nicht mehr ausreicht. Wenn der Gegner den sprichwörtlichen Bus vor dem Tor parkt und jeden Quadratzentimeter verbarrikadiert, schlägt die Stunde für ein Szenario, das zwar hochriskant ist, jedes taktische Herz aber höher schlagen lässt: die radikale Offensive.

In dieser 4-1-4-1-Formation würde Vincent Kompany die klassische Doppelsechs opfern und stattdessen eine offensive Viererkette hinter Harry Kane aufbieten, die vor technischer Brillanz nur so strotzt: Luis Díaz, Jamal Musiala, Lennart Karl und Michael Olise.

Der Clou dieses Modells liegt im Zentrum, wo Musiala und Karl als „Doppel-Zehn“ eine synergetische Einheit bilden. Während Musiala mit seinen unwiderstehlichen Dribblings die Verteidiger bindet und Räume aufreißt, nutzt Karl seinen Torinstinkt, um genau in jene Lücken vorzustoßen, die Harry Kane durch sein tiefes Fallenlassen kreiert.

Es wäre ein permanentes Rotieren, ein spielerischer Wirbelsturm, dem kaum ein Abwehrbollwerk über 90 Minuten standhalten könnte. Natürlich bleibt dieser Entwurf ein Drahtseilakt und Wunschdenken, der mutmaßlich nur gegen defensiv limitierte Bundesligisten funktionieren würde. Da die gesamte Absicherung auf den Schultern eines einzigen Sechsers, sei es Joshua Kimmich oder Aleksandar Pavlović, lastet, wäre das Team bei Ballverlusten extrem konteranfällig.

Jede Unachtsamkeit könnte hier sofort bestraft werden. Dennoch bliebe das 4-1-4-1 die maximale spielerische Antwort auf das schwierigste Problem des modernen Fußballs. Ein Phantasie-Szenario mit Seltenheitswert, aber enormem Begeisterungspotenzial.

Kompanys große FC Bayern-Frage wird im März beantwortet

Der Gewinner der aktuellen Entwicklung könnte trotz aller Spekulationen Lennart Karl sein. Dass die Vereinsführung explizit auf Einsatzzeiten für das Toptalent pocht, verleiht ihm einen Status, der fast an Unantastbarkeit grenzt. Karl ist längst nicht mehr nur ein Versprechen für die Zukunft, sondern ein zentraler Faktor in den Planungen der Bosse.

Diesen Druck bekommt jetzt auch Jamal Musiala zu spüren. Nach seiner verletzungsbedingten Pause kehrt er in eine veränderte Welt zurück und findet sich plötzlich in der Rolle des Herausforderers wieder. Musiala muss nun unter Beweis stellen, dass er defensiv die gleiche Disziplin an den Tag legt wie Karl, um die Statik des Teams nicht zu gefährden.

Am härtesten trifft die aktuelle taktische Neuausrichtung aber Serge Gnabry. Der 30-Jährige findet sich derzeit in keinem der realistischen Startelf-Szenarien wieder und droht zum großen Verlierer aufzusteigen. Angesichts der beeindruckenden Quote von Michael Olise (10 Tore) und Luis Díaz (13 Tore) bleibt für Gnabry momentan nur die Rolle des Jokers. Für seine Ambitionen, sich einen Platz im Kader für die WM 2026 zu sichern, ist diese Entwicklung ein herber Rückschlag.

Vincent Kompany wird im Januar und Februar voraussichtlich auf Moderation setzen und Musiala behutsam über Kurzeinsätze für Karl heranführen. Doch das ist nur das Vorgeplänkel. Die Stunde der Wahrheit schlägt im März, wenn mit dem Beginn der Champions-League-K.o.-Phase die entscheidende Phase der Saison anbricht.

In diesen europäischen Nächten muss Kompany die Grundsatzentscheidung treffen: Setzt er auf das Projekt „Jugend forscht“ mit Lennart Karl oder vertraut er auf die bewährte, geniale Magie von Jamal Musiala, wenn er bis dahin wieder seine alte oder sogar eine bessere Form erreicht hat.

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