Miasanrot
·25. April 2026
FC Bayern erkämpft sich Unentschieden gegen FC Barcelona

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Die FC Bayern Frauen haben im Halbfinale der Champions League mit dem FC Barcelona den erwartbar schweren Gegner in der Allianz Arena zu Gast gehabt. Nach dem 1:1 am Samstagabend haben die Münchnerinnen weiterhin alle Chancen auf den Finaleinzug.
Es sind turbulente Wochen für den FC Bayern. Durch das Terminchaos rund um die Nachholspiele in der Bundesliga stehen dem Team um Trainer José Barcala im Saisonendspurt mehrere englische Wochen an als unbedingt nötig gewesen wären.
So kam es, dass die Münchnerinnen bereits am Mittwoch in Berlin antreten mussten und auch nach dem Hinspiel gegen den FC Barcelona, wiederum an einem Mittwoch, in der Bundesliga in Bremen ein Nachholspiel bestreiten dürfen.
Eine Terminierung, die nicht optimal ist und angesichts der angespannten Personallage zudem für das ein oder andere Fragezeichen am FC Bayern Campus sorgen dürfte. Mit Klara Bühl kam in Berlin zumindest eine Schlüsselspielerin nach längerer Verletzungspause zurück in den Kader, auch Giulia Gwinn konnte gegen Union Berlin nach ihrer Schulterverletzung im DFB-Trikot wieder mitwirken und das entscheidende Tor zur vorzeitigen Meisterschaft erzielen.
Gegen den FC Barcelona, ein Team garniert mit Spielerinnen der Extraklasse, veränderte Trainer Barcala sein Team im Vergleich zum Wochenende auf fünf Positionen: Klara Bühl rückte in die erste Elf, dazu formierten Giulia Gwinn, Franziska Kett und Vanessa Gilles (alle neu) mit Glódís Perla Viggósdóttir die Viererkette. In der Sturmspitze vertraute der Spanier mit Pernille Harder auf die Top-Scorerin der aktuellen Saison.
Bei Barcelona, das in der Champions-League-Ligaphase im Oktober noch eindrucksvoll mit 7:1 gegen die Münchnerinnen gewann, starteten mit Caroline Graham Hansen und Ewa Pajor, beide früher für den VfL Wolfsburg am Ball, bekannte Gesichter aus der Bundesliga. Alexia Putellas und Claudia Pina sollten für offensive Akzente sorgen.
Das Team von Cheftrainer Barcala begann sehr kontrolliert und hatte in der siebten Spielminute die erste kleinere Chance durch Pernille Harder, die den Ball nach einer Hereingabe von Bühl am kurzen Pfosten nicht richtig traf – das Spielgerät trudelte knapp am Tor vorbei.
Doch wenige Augenblicke später dann der bittere Nackenschlag: Brugts entwischte seitlich der Box auf links Gwinn, die die Innenbahn nicht gut verteidigte, und konnte frei von der Grundlinie flanken. Am kurzen Pfosten war Pajor ebenfalls aufmerksamer als Gilles und dadurch konnte die Polin mit einem kurzen Kontakt ins lange Eck einnetzen. So lagen die Bayern Frauen erneut sehr früh hinten in der heimischen Allianz Arena.
Die Münchnerinnen wirkten erneut viel zu passiv in den ersten 20 Minuten der Partie. Es fehlte alles, was das Bayern Spiel in dieser Saison so häufig auszeichnete. Vor allem der Mut und der Spielwitz gegen ein sehr statisches Barcelona ohne viel Bewegung im eigenen Offensivspiel fehlten komplett. Barcelona konnte zu häufig ungestört aufbauen – die Bayern standen zu tief und agierten viel zu abwartend.
Über die Zeit kamen die Münchnerinnen jedoch besser in die Partie. Die Bayern wurden aktiver und standen nicht mehr nur hinten drin. Diese Aktivität wurde mit laufender Spielzeit immer wieder mit Durchbrüchen und guten Offensivmomenten belohnt.
Die beste Chance folgte dann in der 42. Minute: Kett wurde links am Sechzehner gefunden und zog leicht ins Zentrum. Aus 17 Metern zog die Außenverteidigerin mit rechts ab und zwang Barca-Keeperin Coll mit einem Schlenzer zu einer Glanztat. Die Bayern hatten zu diesem Zeitpunkt die beste Phase in der Partie.
Doch am Ergebnis sollte sich bis zum Pausenpfiff nichts mehr verändern und es ging mit einem 0:1 Rückstand in die Kabine. Diese verließen beide Teams personell unverändert.
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Kurz nach dem Pausenpfiff hatten die Münchnerinnen Glück, dass sie nicht mit 2:0 in Rückstand gerieten. Vicky konnte sich auf der rechten Außenbahn relativ leicht durchsetzen und flankte weit in den bayerischen Strafraum wo Brugts ungestört an das Leder kam, Zeit hatte, den Ball zu kontrollieren und ihn platziert, zu platziert aus spanischer Sicht, an den Pfosten streichelte.
Der FCB versuchte weiterhin sich durchzukombinieren, oftmals verlor man sich aber in halbherzigen Aktionen. Die Münchnerinnen, so hatte man das Gefühl, wirkten gehemmt und zogen ihre Angriffe nicht mehr letzter Konsequenz durch.
Auch im Angriffspressing fehlte die letzte Überzeugung im Anlaufen. Ein Umstand, der vielleicht mit der individuellen Qualität des Gegners zu begründen ist. Doch, so ehrlich muss man sein: Barcelona hatte sicherlich schon bessere, dominatere Auftritte gezeigt wie an diesem Samstagabend in München.
Diese Beobachtung und die Tatsache, dass es nach einer Stunde trotz einiger Halbchancen von Barca nur 1:0 stand, ließ die Hoffnung auf ein gutes Hinspiel-Resultat am Leben. José Barcala stand so vor der Frage: Ergebnis verwalten oder das Risiko suchen. Mit Edna Imade machte sich eine Offensivkraft an der Seitenlinie warm, das Profil der Konterspielerin passte allerdings nicht zwingend zu dem Spielstand und mit Jovana Damnjanović fehlte eine gute Anläuferin und aggressive Zweikämpferin weiterhin verletzt.
Die Münchnerinnen standen in dieser Phase etwas tiefer und versuchten offenbar ihr Glück im Konterspiel. Ein Angriff über Amani und Tanikawa war vielversprechend, verpuffte allerdings nach rund 65 Minuten.
Da der Funke vom Feld nicht auf die Tribünen überging, versuchte es das Publikum mehrmals lautstark. Die 31.000 Fans gaben ein schönes, stimmungsvolles Bild ab. In der 69. Minute explodierte die Arena in Fröttmaning dann erstmals: Die Bayern schafften es die Barca-Abwehr mit schnellen Kombinationen und scharfen Passen auseinanderzuziehen, Harder drang von links in den Strafraum ein und legte das Spielgerät zurück zu Kett, die vor Coll cool blieb und zum schmeichelhaften Ausgleich einnetzte.
Nach 74 Minuten verließ Klara Bühl das Feld. Die Nationalspielerin gab nach ihrer langen Verletzung ein gutes Startelf-Comeback und zeigte sich gewohnt spiel- und lauffreudig. Für sie übernahm Arianna Caruso auf dem linken Flügel. Die Italienerin ist auf dieser Position zwar nicht zwingend zuhause, jedoch neben der angesprochenen Imade die aktuell formstärkste Alternative für die vorderen vier Positionen.
Nach dem Ausgleich das unveränderte Bild: Barcelona hatte den Ball und dominierte das Geschehen, der FCB stand tief und versuchte über Konter zum Erfolg zukommen. In der 80. Minute dann ein Nackenschlag für die Gastgeberinnen: Franziska Kett zog im Laufduell Salma Paralluelo kurz an den Haaren – die rote Karte und der Platzverweis waren die Folge. Das Stadion explodierte, zumal auch Trainer Barcala mit Rot den Innenraum verlassen musste und Bianca Rech ebenfalls verwarnt wurde.
Ein Platzverweis, der den FCB nicht nur in diesem Spiel sondern natürlich auch im Rückspiel vor einige Herausforderungen stellt, da Kett mit ihrer Geschwindigkeit gegen die schnellen Offensivspielerinnen eine wichtige, defensive Waffe darstellt. Die Co-Trainer des FC Bayern reagierten auf die Unterzahl und brachten Ballisager für Dallmann – die Abwehrschlacht begann, da Barca auf den Siegtreffer drängte und die Münchnerinnen nun noch tiefer verteidigten.
In der 87. Minute musste Ena Mahmutovic einen Schlenzer von Mapi Leon entschärfen. Die Fans bejubelten fortan jeden geblockten und geklärten Ball. Als die Schiedsrichterin die Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigte, machte sich mit Imade bereit, die in den letzten Minuten die Position von Harder übernahm. Tief in der Nachspielzeit hatte Paralluelo die große Möglichkeit zur erneuten Führung, die Spanierin verfehte aus kurzer Distanz jedoch das Gehäuse.
Somit blieb es beim 1:1, ein Ergebnis das der FC Bayern nach dem Spielverlauf akzeptieren muss. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel in einer Woche ist damit zwar nicht besser, aber auch nicht schlechter geworden.
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