Miasanrot
·13. Juli 2026
FC Bayern: Erneuter Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten?

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·13. Juli 2026

Die FC Bayern Frauen haben auf der Torhüterinnen-Positionen einen Kaderumbruch vollzogen. Mit Blick auf die Vertragssituation von Ena Mahmutovic droht 2027 allerdings ein erneuter Abgang.
Wahrscheinlich gibt es keine Position im Fußball, die so speziell ist, wie die des Torhüters: Hier entscheidet jeder kleine Fehler über Sieg oder Niederlage. Und zeitgleich haben sich die Anforderungen an die Nummer 1 eines Klubs in den vergangenen Jahrzehnten eklatant weiterentwickelt.
Wo es früher „nur“ darum ging, Bälle zu halten und abzufangen, sind Torhüter und Torhüterinenn jetzt als erste Anspielsstation im Spielaufbau gefragt.
Wer den Kampf um die Posten zwischen den Pfosten einmal verloren hat, ist dann oftmals länger Bankangestellter. So erging es auch Mala Grohs, die im Konkurrenzkampf mit Ena Mahmutovic das Nachsehen hatte und den FC Bayern nach Ablauf der Saison uns insgesamt sieben Jahren in Richtung Lyon verließ.
In Frankreich hat Grohs einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben. Nach elf Einsätzen für den FCB in der vergangenen Spielzeit will die gebürtige Münsteranerin in der Première Ligue wieder häufiger zwischen den Pfosten stehen.
Nach dem Abgang von Grohs verblieben im Bayern-Kader Ena Mahmutovic und Anna Klink. Der FC Bayern komplettierte das Torhüterinnen-Trio recht schnell mit dem Transfer von Regina van Eijk. Die Niederländerin kann auf 114 Einsätze für Ajax zurückblicken, in der Nationalmannschaft kam die 24-jährige bisher noch nicht zum Zug.
Da van Eijks Vertrag in Amsterdam noch bis 2027 gültig war, musste der FCB eine Ablöse an Ajax bezahlen. Ein Indiz dafür, dass man hohe Stücke auf die Torhüterin setzt und eine starke Konkurrenz für Mahmutovic und ein Upgrade zu Klink (138 Bundesliga-Spiele für Bayer Leverkusen, 51 Spiele für den FC Basel) suchte.
Mit Anna Wellmann verpflichteten die Münchnerinnen in der noch jungen Transferperiode gar noch eine weitere Torhüterin. Die 31-jährige Schlussfrau wird ab Sommer 2027 zum dritten Mal das rot-weiße Trikot überstreifen, zunächst wird die Ex-Potsdamerin für eine Saison an SD Eibar verliehen und könnte in München dann ab Sommer 2027 den Kaderplatz von Klink einnehmen, die bisher nicht über Einsätze in der 2. Bundesliga hinaus kam und deren Vertrag dann ausläuft.
Doch entscheidender als die Besetzung der Nummer 3 ist das Profil von van Eijk und die Frage, ob der Neuzugang perspektivisch auch die Nummer 1 sein kann. Die 1,74 Meter große Keeperin stammt aus dem Nachwuchs von Ajax, feierte dort 2021 ihr Profi-Debüt und wurde 2025 erstmals für die niederländische Nationalmannschaft nominiert. Bianca Rech würdigte van Eijk als „Torhüterin, die trotz ihres jungen Alters bereits über reichlich Erfahrung verfügt und in wichtigen Spielen Verantwortung übernommen hat“.
Die Münchner Verantwortlichen attestieren van Eijk konstant starke Leistungen auf hohem Niveau. Bianca Rech stellte in der Vereinsmitteilung zudem die Souveränität und der Selbstbewusstheit des Neuzugangs in den Mittelpunkt. Eine Beschreibung, die sich unterstreichen lässt.
Van Eijk hat ihre Stärken besonders in den direkten Duellen gegen Angreiferinnen. Hier bleibt die Schlussfrau lange stehen, macht so den Stürmerinnen die Entscheidungsfindung schwer. Van Eijk scheut überdies kein Risiko, sie kommt mutig und schnell aus ihrem Tor und stellt sich den Angreiferinnen.
Diese Impulsivität birgt mitunter ein Risiko, vor allem da van Eijks Torwartsspiel in manchen Situationen etwas unorthodox erscheint. Die 24-Jährige lässt Bälle gerne klatschen und greift erst beim zweiten Mal richtig zu. In der Eredivisie konnte van Eijk in 22 Spielen zwölfmal zu Null spielen (bei 18 Gegentoren). Zum Titel reichte es allerdings nicht, dieser ging an PSV Eindhoven, obwohl Ajax in beiden Duellen ungeschlagen blieb (2:1, 1:1).
Besonders das Auswärtsspiel in Zwolle wird van Eijk in schlechter Erinnerung bleiben, beim Tabellensechsten ging der Vizemeister mit 1:7 unter – die neue Nummer 22 des FC Bayern sah besonders beim zweiten Treffer der Gastgeberinnen schlecht aus, als sie bei einer Ecke den Ball verfehlte.
Und dennoch lässt sich sagen: Mit van Eijk hat der FC Bayern eine interessante Torhüterin verpflichten können. Auch wenn die niederländische Liga nicht das Niveau der Bundesliga hat, lässt sich aus Spielszenen ablesen, welche Qualität van Eijk mitbringt – aber auch wo sie noch Verbesserungspotenzial hat.
Für den FC Bayern ist die Verpflichtung der Niederländerin inklusive Vertrag bis 2029 eine gute Nachricht. Denn die Zukunft von Ena Mahmutovic in München ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Das Arbeitspapier der 22-jährigen Duisburgerin läuft im Sommer 2027 aus. Eine Situation, die die zahlungskräftige Konkurrenz aus dem Ausland im Blick haben wird.
Denn die Vergangenheit hat mehrfach gezeigt, dass insbesondere die Women’s Super League ein Auge auf gute Torhüterinnen aus der Bundesliga legt: Anneke Borbe wechselte beispielsweise als Ersatzkeeperin von Wolfsburg zum FC Arsenal, Livia Peng stellte sich dem Konkurrenzkampf beim FC Chelsea und Rafaela Borggräfe wagte den Sprung zum FC Liverpool. Ist Mahmutovic die Nächste?
Es ist nicht auszuschließen, dass es auch in der kommenden Saison zum Job-Sharing im Tor kommen wird. José Barcala könnte sowohl Mahmutovic als auch van Eijk Einsatzzeit geben. Die deutsche Nationaltorhüterin, die ihren Status jetzt auch mit der Wahl der Rückennummer untermauert bekommen hat, geht jedoch mit einem Bonus in die neue Saison.







































