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·27. August 2026

FC Bayern Frauen besuchen KZ-Gedenkstätte Dachau

Artikelbild:FC Bayern Frauen besuchen KZ-Gedenkstätte Dachau

Immer wieder interessierte Nachfragen der Spielerinnen, gemeinsames Kerzenanzünden an der Evangelischen Versöhnungskirche und am Ende ein Gruppenfoto zum Abschluss eines alles andere als alltäglichen Nachmittags: Der Besuch der FC Bayern Frauen in der KZ-Gedenkstätte Dachau am Mittwochnachmittag war geprägt von Erinnerung, Verantwortung und einer klaren Haltung gegen jede Form von Ausgrenzung.

Den Auftakt bildete am FC Bayern Campus eine Einführung der FCB-Initiative „Rot gegen Rassismus“. Schon hier lag der Fokus wie den gesamten Nachmittag über auf Kurt Landauer. Als Präsident führte er den FC Bayern 1932 zur ersten Deutschen Meisterschaft, wurde später wegen seiner jüdischen Herkunft während der NS-Zeit verfolgt, in Dachau inhaftiert, emigrierte in die Schweiz und kehrte nach Kriegsende nach München zurück, um den Club neu aufzubauen.


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Rech: „Solche Orte führen uns unsere Verantwortung vor Augen“

Wie wichtig es ist, sich als Verein mit der eigenen Geschichte und gesellschaftlichen Verantwortung auseinanderzusetzen, betonte Bianca Rech, Direktorin Frauenfußball beim FC Bayern, nach dem Besuch: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig und wertvoll, sich vor Ort in Gedenkstätten wie Dachau zu informieren, zuzuhören, die Erinnerung wachzuhalten und daraus Schlüsse für das Heute zu ziehen. Persönlich ist es mir sehr wichtig, dass wir uns als Verein mit zentralen gesellschaftlichen Themen beschäftigen – es gibt Dinge, die wichtiger sind als Sport. Wir sind dankbar, dass wir hier sein dürfen. Solche Orte führen uns vor Augen, welche Verantwortung wir heute tragen und wie entschlossen wir gemeinsam gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Ausgrenzung eintreten müssen. Es war beeindruckend, wie interessiert unsere Spielerinnen immer wieder nachgefragt haben. Wir nehmen viele Eindrücke nach Hause.“

Der Fußball im Schatten des Terrors

Nach ihrer Ankunft in Dachau wurden die Münchnerinnen von der Leiterin der Gedenkstätte, Dr. Gabriele Hammermann, begrüßt. Die anschließenden Rundgänge gingen entlang des ehemaligen SS-Geländes, durch den Eingangsbereich und über den ehemaligen Appellplatz bis zu den rekonstruierten Baracken und zum ehemaligen Krematorium. Dabei wurde eindringlich vermittelt, wie Dachau zum Modell für das nationalsozialistische Lagersystem und zu einem zentralen Ort der SS wurde.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Geschichte des Fußballs im Konzentrationslager Dachau. Zwischen 1933 und 1945 ließ die SS immer wieder Gefangene auf dem Appellplatz Fußball spielen – an jenem Ort, an dem Menschen täglich schikaniert, bestraft und misshandelt wurden. Für die SS war der Sport Bestandteil eines perfiden Belohnungssystems und diente ihrer Unterhaltung. Die unmittelbare Nähe von Spiel und Terror machte auf erschütternde Weise deutlich, dass Fußball im Lager niemals losgelöst von der nationalsozialistischen Gewalt existierte, sondern vollständig von ihr überschattet war.

Kurt Landauer und Walther Bensemann

Intensiv setzte sich die Mannschaft auch mit der Geschichte des FC Bayern während der nationalsozialistischen Diktatur auseinander. Im Mittelpunkt stand Kurt Landauer. Im Zuge der Novemberpogrome wurde er 1938 in das KZ Dachau verschleppt, wo er 33 Tage lang inhaftiert blieb. 1939 gelang ihm die Emigration in die Schweiz. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm Landauer von 1947 bis 1951 erneut die Präsidentschaft des FC Bayern. Der heutige Präsident Herbert Hainer nennt ihn „ein Vorbild der Versöhnung, über Generationen hinweg“.

Darüber hinaus erinnerte die Führung an die zahlreichen jüdischen Mitglieder des FC Bayern, die verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Mit Walther Bensemann wurde zudem ein jüdischer Fußballpionier gewürdigt, der den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den kicker gründete und sich zeitlebens für einen internationalen, von Toleranz und Völkerverständigung geprägten Fußball einsetzte. Die Spielerinnen um Cheftrainer José Barcala verfolgten die Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit, sie zeigten ausgeprägtes Interesse – zur Rolle des Sports und der Frauen im Nationalsozialismus, zur Verantwortung der Vereine sowie zum heutigen Umgang mit der eigenen Geschichte.

Erinnerung als Auftrag

Zum Abschluss erhielten die FC Bayern Frauen in der Evangelischen Versöhnungskirche einen Impulsvortrag zu den Tätern des Konzentrationslagers Dachau. Die Kirche ist zugleich der Gründungsort der Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung im Fußball engagiert. So endete ein besonderer Besuch in Dachau, der die Geschichte des FC Bayern mit seinem Selbstverständnis in der Gegenwart verband. Der Verein bedankt sich bei der KZ-Gedenkstätte Dachau für die eindrucksvollen Rundgänge, die wertvollen Einblicke und den gemeinsamen Nachmittag.

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