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·29. August 2026
FC Bayern nach Abgang von Arianna Caruso: Momoko Tanikawa ist wichtiger denn je

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Im Mittelfeld des FC Bayern klafft nach den Abgängen von Arianna Caruso und Georgia Stanway ein großes Loch. Welche Optionen bleiben José Barcala für die Zentrale?
José Barcala kann im Mittelfeld schon lange nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Die Kreuzbandrisse von Sarah Zadrazil und Lena Oberdorf zum Beginn der letzten Saison stellten den Trainer vom FC Bayern bereits vor eine große Herausforderung, im Sommer folgte der Abgang von Georgia Stanway zu Arsenal. Nun verließ auch Arianna Caruso den Verein überraschend in Richtung Real Madrid.
Sie wollte sich einer neuen Herausforderung widmen und ihre Chance auf mehr Spielminuten wahrnehmen, so Barcala in einer Pressekonferenz am Freitag. Die italienische Nationalspielerin, die Anfang 2025 zuerst von Juventus Turin per Leihe zum FC Bayern kam und im Sommer schließlich fest verpflichtet wurde, brachte große Qualitäten im offensiven Mittelfeld mit an die Isar, ihr Potenzial ausschöpfen konnte sie jedoch nie so ganz.
Barcala setzte sie mehrheitlich als Sechserin ein, die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld durch Spielerinnen wie Linda Dallmann und Alara sei groß gewesen, dennoch habe Caruso in der letzten Saison eine wichtige Rolle im Team gespielt, so der Trainer des FCB.
Mit Alara und Dallmann hat Barcala zwei torgefährliche Zehnerinnen im Kader. Dallmann zeichnet sich durch ihre enorme Wendigkeit aus und ist im Spiel kaum vom Ball zu trennen, während Alara oft als Jokerin brilliert und trotz ihres jungen Alters eine enorme Spielintelligenz aufweist. So zuletzt beim Supercup gegen den VfL Wolfsburg, wo sie nach ihrer Einwechslung eine direkte Torvorlage beisteuerte.
Beide Spielerinnen sind im Mittelfeld flexibel einsetzbar. Gerade Dallmann fand sich zuletzt hauptsächlich auf dem rechten Flügel wieder, wo sie ihre Stärken am Ball durchaus unter Beweis stellen konnte, wie ihre sieben Treffer der letzten Saison beweisen. Für Alara wird diese Saison derweil eine wichtige. Wenn sie fit ist, bekommt sie meist Spielzeit von der Bank. Bald wird sie den nächsten Entwicklungsschritt gehen müssen, um noch mehr Minuten sammeln zu können.
Mit Momoko Tanikawa haben die Bayern eine weitere torgefährliche Mittelfeldspielerin im Kader. Sie besitzt die Fähigkeit Spiele zu entscheiden, das stellte sie zuletzt im Viertelfinal-Hinspiel gegen Manchester United unter Beweis, als sie zuerst Pernille Harder den Führungstreffer vorlegte und schließlich selbst für das Siegtor sorgte.
„Sie ist auf jeder Position brillant“, schwärmte Barcala von der jungen Japanerin. So ist Tanikawa nicht nur vor dem gegnerischen Tor stark, sondern bringt auch Qualität auf der Sechs mit, wo sie in der vergangenen Saison neben Stanway des Öfteren zum Einsatz kam.
Damit ist sie eine echte Option als Stanway- und Caruso-Ersatz. Mit 13 Toren in der letzten Saison und sieben Vorlagen liegen die Talente der jungen Japanerin jedoch eher im offensiven Spiel. „Sie macht einen großen Unterschied im Spiel aus“, so der Trainer weiter. Barcala betonte, wie flexibel die 21-Jährige ist. Der Plan: Erstmal wird sie in einer tieferen Rolle aushelfen müssen. Mittelfristig, so klang es auf der Pressekonferenz durch, werden zwei andere wieder in den Mittelpunkt rücken.
Lena Oberdorf steht voraussichtlich vor einem Comeback im Spiel gegen den FSV Mainz, Sarah Zadrazil brauche noch einige Tage, bis sie wieder einsatzbereit ist, erklärte Barcala. Beide Spielerinnen würden jedoch erst einmal nur einige wenige Spielminuten absolvieren. Trotzdem ist dieses Mittelfeld-Duo für ihn gesetzt, sie sollen perspektivisch die „Basis“ im Mittelfeld stellen.
Mit Oberdorf und Zadrazil kehren defensive Konstanten ins Zentrum zurück, die gegnerische Angriffe aufbrechen können und die nötige Körperlichkeit mitbringen, ähnlich wie Stanway sie hatte. Solange die beiden noch nicht fit sind, muss Barcala auf Bernadette Amani als defensive Unterstützung setzen. Seit ihrem Wechsel im Januar 2026 zeigte sie sich zweikampfstark, stand tief und sicherte die Abwehrkette ab. Mit ihr hat der FC Bayern eine grundsolide Spielerin auf der Sechs, die zum momentanen Zeitpunkt alternativlos ist.
Barbara Dunst wird wohl vorerst nicht ins Mittelfeld zurückkehren. Sie wurde nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Giulia Gwinn und Sarah Mattner neben Stine Ballisager als Außenverteidigerin eingesetzt. Nach der Verletzung von Ballisager wird sie nun wohl vorerst die erste Wahl Rechtsaußen bleiben, denn Mattner braucht noch Zeit um sich im Team einzufinden, wie der Trainer am Freitag erklärte.
In der Bundesliga dürfte der dünne und sehr offensiv ausgelegte Kader im Mittelfeld ausreichen, gegen die internationale Konkurrenz wird wohl vorerst eine Neuinterpretation der Schaltzentrale nötig werden, um für eine defensive Absicherung aus dem Mittelfeld heraus zu sorgen – zumindest so lange bis das Duo Oberdorf und Zadrazil wieder voll einsatzfähig ist.
Fraglich ist vor allem, wie die spielerische Komponente gelöst wird. Barcala gab im Gespräch mit den Medien auf Miasanrot-Nachfrage zu, dass der Spielaufbau ihm noch nicht hundertprozentig gefällt. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Qualitäten von Stanway im Spielaufbau fehlen. Die große Hoffnung wird hier auf Oberdorf liegen, die einst von Ex-Trainer Alexander Straus nicht nur als Abräumerin, sondern auch als perspektivische Spielmacherin eingeplant wurde.
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Vorerst wird aber Amani eine größere Rolle zuteil, auch wenn sie die Lücke, die Stanway und Caruso hinterlassen haben, wohl noch nicht ganz schließen kann. Tanikawa könnte vorerst unterstützend im defensiven Mittelfeld aufgestellt werden. Das heißt jedoch nicht, dass sie ausschließlich dort spielen muss. José Barcala zeigte sich offen gegenüber einer fluiden Spielaufstellung.
„Eine Sechserin spielt selten auf der Sechs“, betonte er. Es gehe um Flexibilität, Rotation und viel Bewegung. Dinge, die es auch gegen den tiefen Defensivblock der Mainzerinnen am Montagabend brauchen wird.
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