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·22. Mai 2026

FC Bayern: Warum der VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale gefährlich werden kann

Artikelbild:FC Bayern: Warum der VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale gefährlich werden kann

Wenn beim FC Bayern München über das DFB-Pokalfinale gesprochen wird, richtet sich der Blick automatisch auf die eigene Qualität. Doch gerade in dieser Saison gibt es gute Gründe, den VfB Stuttgart äußerst ernst zu nehmen.

Die Zahlen zeigen: Sebastian Hoeneß hat eine Mannschaft geformt, die Bayern mit genau den Mitteln weh tun kann, gegen die der Rekordmeister anfällig ist – Tempo, Zwischenlinien-Spiel und aggressive Ballgewinne.


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Mit einem Konto von 71 Bundesliga-Toren in 34 Spielen – das entspricht 2,1 Treffern pro Partie – zeigt der VfB, dass er zu den effizientesten Offensivteams der Liga gehört. Der VfB hat damit nach dem FC Bayern die zweitmeisten Tore erzielt, aber besonders auffällig ist dabei Folgendes:

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Die Gefahr verteilt sich auf mehrere Schultern und das Team hat dank seines Trainers ein klares taktisches und spielerisches Profil.

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FC Bayern: Vorsicht vor dem Offensiv-Duo

Im Zentrum des Geschehens steht natürlich Deniz Undav, der mit einer beeindruckenden Bilanz von 19 Toren und sechs Vorlagen auf insgesamt 25 Scorerpunkte kommt. Wie häufig er in die gefährlichen Zonen vor dem gegnerischen Tor vordringt, wird zudem durch seine 4,98 Schüsse pro 90 Minuten verdeutlicht (Quelle fbref). Harry Kane kommt hier zum Beispiel auf einen Wert von 4,51. Die Defensive des FC Bayern wird Undav also kaum allein durch eigenen Ballbesitz in den Griff bekommen.

Als wäre das nicht schon genug Gefahr, steht neben ihm mit Ermedin Demirović ein zweiter Abschlussstürmer auf dem Platz, der eine enorme Effizienz an den Tag legt.

Seine Ausbeute von zwölf Toren bei umgerechnet nur 16,6 Einsätzen über die vollen 90 Minuten entspricht einem Elitewert von 0,72 Toren pro 90 Minuten. Dass seine Abschlussqualität schlichtweg sehr gut ist, lässt sich auch ganz präzise statistisch belegen, denn beachtliche 53,7 Prozent seiner Schüsse gehen direkt aufs Tor, auch hier sei Harry Kane erwähnt, der nur wenig besser mit 56,3 Prozent in der Statistik auftaucht (Quelle fbref).

Das neue magische Dreieck

Dabei geht die größte Gefahr für die Bayern vermutlich nicht vom Stuttgarter Sturmzentrum aus, sondern aus den Halbräumen. Hier agiert Chris Führich, der statistisch zu den kreativsten Außenspielern der Bundesliga gehört. Seine Zahlen (Quellen: Sofascore) sprechen eine eindeutige Sprache: 15 kreierte Großchancen in dieser Bundesligasaison untermauern seinen enormen Einfluss.

Führich kombiniert Dribblingstärke, Tiefgang und letzte Pässe – und ist damit genau jener Spielertyp, der Bayerns oft hochstehenden rechten Außenverteidiger (Konrad Laimer oder Josip Stanišić) attackieren kann. Die Werte kommen natürlich nicht an einen Michael Olise heran (27 kreierte Großchancen), der Unterschied liegt aber vor allem auch im System begründet. Bayern erzeugt dauerhaft Druck im letzten Drittel, wodurch Michael Olise wesentlich mehr Ballkontakte in gefährlichen Zonen bekommt. Chris Führich muss sich seine Situationen häufiger selbst erarbeiten und agiert in einem deutlich vertikaleren Spiel.

Auf der anderen, rechten Stuttgarter Angriffsseite liefert Jamie Leweling mit neun Assists und 16 Scorerpunkten konstant Produktivität. Seine Dynamik im Umschalten ist für das Team ebenfalls enorm wichtig, weil Stuttgart häufig direkt nach Ballgewinnen vertikal spielt.

Der Taktgeber dahinter bleibt aber nach wie vor Angelo Stiller, der als Motor des Stuttgarter Ballbesitzspiels fungiert. Mit 67,4 präzisen Pässen pro 90 Minuten, 55 kreierten Chancen und einem xA-Wert von 7,5 (Quelle fotmob) sorgt Stiller dafür, dass der VfB nicht nur kontert, sondern auch längere Ballbesitzphasen immer besser kontrollieren kann.

Ja, rein datentechnisch kommen seine Werte nicht an Joshua Kimmich (84,5 präzise Pässe / Spiel, 56 kreierte Chancen / xA 10,24) heran, Kimmich ist vor allem stärker darin, das Spieltempo zu kontrollieren, Druckphasen über eine sichere Ballzirkulation zu stabilisieren und den Gegner dauerhaft in dessen Hälfte festzusetzen.

Im Gegensatz dazu spielt Stiller aber aggressiver nach vorne: Er sucht schneller den vertikalen Pass zwischen die Linien oder direkt in die Tiefe. Deshalb wirkt sein Spiel oft dynamischer, allerdings auch etwas weniger kontrolliert. Oder anders formuliert: Kimmich orchestriert Spiele, während Stiller Spiele beschleunigt.

Aber Stiller agiert äußerst pressingresistent, zeigt sich spielstark unter Druck, überzeugt durch einen starken ersten Pass nach Ballgewinn und beweist viel Mut im vertikalen Zuspiel, gepaart mit einer hohen Laufintensität. Was ihm im direkten Vergleich zu Kimmich allerdings noch fehlt, ist die absolute Pressingkontrolle auf Topniveau, die Konstanz über mehrere Titelrennen hinweg sowie die extreme strategische Dominanz im Ballbesitzspiel.

Dass die Schwaben trotzdem Dominanz inzwischen verinnerlicht haben, zeigt sich auch im kollektiven Auftreten: Mit 57,6 Prozent Ballbesitz und einer Passquote von 84,1 Prozent gehört Stuttgart selbst zu den dominanten Teams der Liga und hat auch gegen die Bayern – im Gegensatz zu vielen anderen Teams – immer wieder versucht, dominant aufzutreten.

FC Bayern: die Schlüssel zum Sieg

Trotz aller Qualität gibt es im Stuttgarter Spiel aber auch klare Schwachstellen. An erster Stelle steht hierbei die Fehleranfälligkeit unter Druck (Quelle: whoscored und Sofascore): Insgesamt 20 Fehler führten bereits zu gegnerischen Abschlüssen, wobei sieben Fehler sogar direkt in Gegentoren resultierten. Gerade Bayerns hohes Pressing könnte in diesen Situationen zu einem entscheidenden Faktor werden.

Ein weiteres Problemfeld ist die Konterverteidigung und die Absicherung gegen gegnerische Gegenstöße: 22 Prozent der Gegentore fielen aus Kontern (Quelle Sofascore). Weil die Außenverteidiger extrem hoch schieben, entstehen regelmäßig gefährliche Räume neben und hinter dem Sechserraum. Diese Räume hinter dem VfB-Mittelfeldpressing bieten für den FC Bayern möglicherweise Potenzial.

Zudem offenbart der Blick auf die Disziplin der Schwaben deutliche Defizite. Das Team verursachte in der Liga zehn Elfmeter, die zu neun Gegentoren nach Strafstößen führten, und musste zudem zwei Platzverweise hinnehmen. Grund für die vielen Elfmeter sind nicht zuletzt viele aggressive Zweikämpfe im Zentrum, wo sich Spieler wie Atakan Karazor oder Chema Andres häufig an der Grenze des Erlaubten bewegen.

Ein Bayern-Gegner, den man sich nicht wünscht

Der VfB Stuttgart ist schon lange keine klassische Außenseitermannschaft mehr. Unter der hervorragenden Arbeit von Sebastian Hoeneß kombiniert das Team Ballbesitz, Pressing und Umschaltspiel auf hohem Niveau – und besitzt mit Undav, Demirović, Führich und Leweling mehrere Spieler, die Einzelaktionen jederzeit in Tore verwandeln können.

Vor allem aber hat Stuttgart ein klares Profil: mutig, vertikal, aggressiv mit einem sehr guten Angelo Stiller im Zentrum. Genau solche Mannschaften können Bayern in K.O.-Spielen Probleme bereiten.

Die größte Gefahr für München liegt darin, dass der VfB kein Team ist, das sich hinten einigelt. Stuttgart hat das notwendige Selbstvertrauen und wird versuchen, Bayern aktiv unter Druck zu setzen – und die Zahlen zeigen, dass die Schwaben die Qualität besitzen, daraus ein echtes Finale auf Augenhöhe zu machen.

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