DFB-Frauen
·27. Februar 2026
FCN-Kapitänin Luisa Guttenberger: "Noch längst nicht am Ziel"

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Mit sieben Punkten Vorsprung auf die Gefahrenzone in der Google Pixel Frauen-Bundesliga ging Aufsteiger 1. FC Nürnberg in die Länderspielpause. Sieben Spieltage vor dem Saisonende stehen die Chancen auf den erstmaligen Klassenverbleib in der Vereinsgeschichte gut. Im DFB.de-Interview spricht Kapitänin Luisa Guttenberger (27) mit Mitarbeiter Ralf Debat über die Zwischenbilanz und die Perspektiven.
DFB.de: War der 5:1-Heimsieg gegen den FC Carl Zeiss Jena schon der entscheidende Schritt in Richtung Klassenverbleib, Frau Guttenberger?
Luisa Guttenberger: Es war ein wichtiger Schritt, zumal wir gerade in den Duellen mit unseren direkten Konkurrenten punkten müssen. Wir treffen im weiteren Saisonverlauf auch noch auf den Hamburger SV und die SGS Essen. Wir sind noch längst nicht am Ziel.
DFB.de: Aktuell beträgt der Abstand zur Gefahrenzone sieben Punkte. Wie viele Zähler fehlen noch, um endgültig in Sicherheit zu sein?
Guttenberger: Da sollten wir erst gar keine Hochrechnungen anstellen. Gerade die SGS Essen mit dem Unentschieden in Wolfsburg und der HSV mit dem 4:0 in Hoffenheim haben zuletzt einige überraschende Punkte geholt. Das zeigt, dass in der Liga alles möglich ist. Wir tun gut daran, uns immer nur auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren.
DFB.de: Bisher stand der FCN in dieser Saison noch nie auf einem Abstiegsplatz. Welche Qualitäten zeichnen das Team vor allem aus?
Guttenberger: Wir haben uns frühzeitig auf einen Plan festgelegt, den wir auch konsequent durchziehen. Wir sind eine gute Kontermannschaft, setzen auf ein schnelles Umschaltspiel. In einigen Spielen haben wir mit deutlichen Niederlagen auch Lehrgeld gezahlt. Aber wir sind immer wieder gut zurückgekommen.
DFB.de: Wurden aus der Abstiegssaison 2023/2024 die richtigen Schlüsse gezogen?
Guttenberger: Ja, das würde ich schon sagen. Damals war alles sehr neu, wir mussten uns in vielen Bereichen erst an das Niveau gewöhnen. Diesmal war die Mannschaft, aber auch der gesamte Verein und das Umfeld noch besser auf die Herausforderungen vorbereitet.
DFB.de: Worauf wird es vor allem ankommen, um die Konkurrenz im unteren Tabellendrittel auch weiterhin auf Distanz zu halten?
Guttenberger: Wir müssen weiterhin unsere Aufgaben erledigen und in jedem Spiel unsere 100 Prozent auf den Platz bringen, um die nötigen Punkte zu holen. Gerade im Saisonendspurt können immer wieder verrückte Dinge passieren.
DFB.de: Der Klassenverbleib in der Google Pixel Frauen-Bundesliga wäre für die Clubfrauen eine Premiere. Welche Bedeutung hätte das für den Verein?
Guttenberger: Das wäre für die Entwicklung extrem wichtig. Dass wir nach dem letzten Abstieg den sofortigen Wiederaufstieg geschafft haben, war keine Selbstverständlichkeit. Wir wollen keine Fahrstuhlmannschaft sein.
DFB.de: Sehen Sie die Perspektive, dass sich der Verein in der höchsten Frauen-Spielklasse etablieren kann?
Guttenberger: Auf jeden Fall. Der Verein bietet uns ein professionelles Umfeld und hat sich auf die Fahnen geschrieben, den Frauenfußball zu fördern. Die Unterstützung ist also gegeben. Für uns gilt es, weiterhin hart zu arbeiten, um die nächsten Schritte zu machen.
DFB.de: An welchen Stellschrauben müsste dafür noch gedreht werden?
Guttenberger: Es gibt sicherlich in allen Bereichen die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln, beispielsweise auch bei der Infrastruktur. Aber wir sind schon auf einem guten Weg.
DFB.de: Ist die Nominierung von Nastassja Lein für die U 23-Nationalmannschaft ein weiteres Zeichen, dass es beim Club vorangeht?
Guttenberger: Absolut. Wir hatten schon in den zurückliegenden Jahren einige internationale Talente, die für die Nationalteams ihrer Heimatländer am Ball waren oder sind. Dass mit Nassi jetzt eine Spielerin, die schon ihre Jugend beim FCN verbracht und den Sprung in die Frauenmannschaft geschafft hatte, vom DFB nominiert wurde, ist ein starkes Signal für alle Mädels, die bei uns im Nachwuchs aktiv sind. Sie spielt eine sehr gute Saison und hat es absolut verdient. Als gute Freundin erfüllt es mich mit Stolz, sie im Trikot mit dem Adler auf der Brust zu sehen.
DFB.de: Sie standen in dieser Saison in allen 19 Begegnungen in der Startformation. Wie zufrieden sind Sie mit Ihren eigenen Leistungen?
Guttenberger: Auch ich habe zu Beginn ein wenig gebraucht, um richtig in der Liga anzukommen. Der Unterschied zur 2. Frauen-Bundesliga ist riesig. Da ist es normal, dass nicht gleich alles funktioniert. Unter dem Strich kann ich aber schon zufrieden sein. Ich hätte unsere und meine aktuelle Bilanz vor Saisonbeginn sicherlich unterschrieben.
DFB.de: Gegen den FC Carl Zeiss Jena gelang Ihnen der zweite Saisontreffer. Wie groß war die Freude über das persönliche Erfolgserlebnis?
Guttenberger: Da ich nicht unbedingt dafür bekannt, viele Tore zu erzielen, ist es immer etwas Besonderes. Es war vor allem auch deshalb cool, weil meine Familie im Stadion war.
DFB.de: In der zweiten Saison tragen Sie jetzt die Spielführerinnenbinde. Was bedeutet Ihnen das?
Guttenberger: Es ist eine ganz große Ehre, das Team auf das Feld zu führen, zumal ich aus der Region komme und eine hohe Identifikation mit dem Club mitbringe. Kapitänin zu sein, macht mich stolz, aber auch demütig.
DFB.de: Wie würden Sie Ihre Rolle im Team beschreiben?
Guttenberger: Als eine der älteren Spielerinnen ist es mein Anspruch, voranzugehen und die jüngeren Mädels zu unterstützen.
DFB.de: Erst am 13. März geht es mit dem Spiel beim SC Freiburg weiter. Wie gut tut es, mal ein wenig durchatmen zu können?
Guttenberger: Die zurückliegenden Wochen waren schon sehr intensiv und anstrengend - nicht nur körperlich, sondern auch mental. Von daher tut es schon gut, mal einige Tage ein wenig herunterzufahren. In der kommenden Woche werden wir aber schon wieder ein Testspiel bestreiten, um dann für den Restart gewappnet zu sein.
DFB.de: Was nehmen Sie sich persönlich für den Saisonendspurt vor?
Guttenberger: Wir möchten jedes Spiel so angehen wie bisher und konstant punkten, um den Klassenverbleib im besten Fall so schnell wie möglich perfekt zu machen. Dazu möchte ich meinen Teil beitragen.









































