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·5. Oktober 2026

Fehlentscheidungen: Wer am häufigsten benachteiligt wurde

Artikelbild:Fehlentscheidungen: Wer am häufigsten benachteiligt wurde

Nach jedem Spieltag analysiert Ex-FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati exklusiv für liga3-online.de die strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen. Doch wer wurde bislang am häufigsten benachteiligt und wer profitierte am meisten? liga3-online.de klärt auf.

Aachen und Waldhof an der Spitze

40 Mal lagen die Schiedsrichter in der laufenden Saison in den von Rafati analysierten Szenen (Tore, Elfmeter, Platzverweise) nach Einschätzung des 56-Jährigen daneben. Auf die Saison hochgerechnet würden sich insgesamt 217 falsche Pfiffe ergeben – und damit in etwa so viele wie in der letzten Saison. Größter Streitpunkt sind die Strafstöße: Hier entschieden die Unparteiischen Rafati zufolge 18 Mal falsch, was einen Anteil von 45 Prozent aller Fehlentscheidungen ausmacht.


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Die meisten Fehlentscheidungen mussten bislang Alemannia Aachen und Waldhof Mannheim hinnehmen. Jeweils sechsmal wurden beide Klubs laut Rafati bislang benachteiligt, die Alemannia darunter bei vier Elfmeter-Entscheidungen. Allein bei der Partie in Würzburg Mitte September hätten die Schwarz-Gelben demnach gleich zwei Strafstöße bekommen müssen.

Mit jeweils vier Fehlentscheidungen folgen Viktoria Köln und Fortuna Düsseldorf, dahinter kommen der TSV Havelse, der 1. FC Saarbrücken und der SC Preußen Münster mit jeweils drei falschen Pfiffen. Noch gar keine Fehlentscheidungen hinnehmen mussten Rot-Weiss Essen, der FC Ingolstadt, die SG Sonnenhof Großaspach, Fortuna Köln, die TSG Hoffenheim II und der MSV Duisburg.

Fehlentscheidungen (benachteiligt)

Stand: 21. September

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Erläuterungen:

  • Tor: Eigenes Tor wird aberkannt oder Gegentor durch Fehlentscheidung (Abseits, Foulspiel vorangegangen etc.)
  • Elfmeter: Elfmeter wird nicht gegeben oder unberechtigter Elfmeter gegen sich
  • Platzverweis: Unberechtigter Platzverweis gegen sich oder Gegner erhält unberechtigterweise keinen Platzverweis

Regensburg profitierte am häufigsten

Die meisten Fehlentscheidungen zu den eigenen Gunsten erhielt nach Rafatis Einschätzungen bislang der SSV Jahn Regensburg. Fünfmal entschieden die Unparteiischen demnach für die Oberpfälzer, obwohl die Entscheidung zugunsten des Gegners hätte ausfallen müssen. Auf Platz zwei folgen die Würzburger Kickers und Rot-Weiss Essen, die jeweils in vier Szenen profitierten.

Aachen und Mannheim, die am häufigsten benachteiligt wurden, profitierten jeweils erst zweimal von einer Fehlentscheidung, was im Liga-Vergleich den vierten Platz bedeutet – zusammen mit neun anderen Teams. Als einziges Team noch gar nicht profitierte Viktoria Köln.

Fehlentscheidungen (profitiert)

Stand: 21. September

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Erläuterungen:

  • Tor: Gegnerischer Treffer wird aberkannt oder eigener Treffer gegeben trotz Fehlentscheidung
  • Elfmeter: Gegner erhält berechtigten Elfmeter nicht oder unberechtigter Elfmeter erhalten
  • Platzverweis: Unberechtigter Platzverweis gegen den Gegner oder eigenes Team erhält unberechtigterweise keinen Platzverweis

Große Differenzen bei fünf Klubs

Gleichen sich die Entscheidungen im Laufe der Saison aus? Bislang kommt das nach Auswertung von Rafatis Einschätzungen bei Verl, Rostock, Wiesbaden und Stuttgart II exakt hin. Bei vielen Klubs aber nicht. So wurde Alemannia Aachen schon sechsmal benachteiligt (Liga-Spitze zusammen mit Mannheim), profitierte aber erst zweimal. Auch Viktoria Köln (4/0) und Mannheim (6/2) wurden deutlich häufiger benachteiligt als dass sie profitierten.

Genau anders herum verhält es sich bei Rot-Weiss Essen: Während RWE noch keine Fehlentscheidung hinnehmen musste, profitierte die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat gleich viermal von einer solchen. Würzburg (1/4) und Regensburg (2/5) wurden ebenfalls deutlich häufiger bevorteilt als benachteiligt.

Pech vs. Glück

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Auswirkungen auf die Tabelle?

Natürlich wirken sich die Fehlentscheidungen auch auf die Tabelle aus – positiv wie negativ. So ist nicht von der Hand zu weisen, dass drei der sechs Teams, die noch gar nicht benachteiligt wurden (Duisburg, Essen, Hoffenheim II), zu den Top5 der Tabelle zählen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Viktoria Köln den zweiten Platz belegt, obwohl die Höhenberger am dritthäufigsten benachteiligt wurden. Zudem ist Jahn Regensburg trotz der Tatsache, am häufigsten profitiert zu haben, Drittletzter.

Denn: Natürlich spielt es immer auch eine Rolle, welche Entscheidungen falsch waren, zu welchem Zeitpunkt während der Partie sie getroffen wurden und welchen Einfluss sie auf den weiteren Spielverlauf nahmen. Zudem gibt es keine Garantie dafür, dass etwa nicht gegebene Elfmeter tatsächlich verwandelt worden wären. Aus diesen Gründen lässt sich auch keine "wahre Tabelle" erstellen.

VAR vorerst weiter kein Thema

Um zumindest die klaren Fehlentscheidungen zu verhindern, wird schon seit längerer Zeit über die Einführung des VAR diskutiert. Während sich eine Mehrheit der liga3-online.de-Leser vor einem Jahr grundsätzlich für den Videobeweis ausgesprochen hatte, war eine Mehrheit der Vereine bislang dagegen – vor allem aufgrund der Kosten. Zuletzt wurde den Klubs vom DFB das Modell "Football Video Support" (FVS) vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine vereinfachte und kostengünstigere Alternative zum Video Assistant Referee.

Anders als beim VAR überwacht kein zusätzliches Videoteam permanent das Spiel, stattdessen kann der Trainer in klar definierten Situationen – etwa bei Toren, Elfmetern oder Platzverweisen – eine Überprüfung beantragen. Das IFAB hat Ende Februar auf seiner Jahresversammlung entschieden, dass der FVS weiterhin als Pilot genutzt werden kann und hat das Pilotprojekt daher zunächst um ein Jahr verlängert.

Der DFB will weitere Entwicklungen beobachten. "Wir werden Daten sowie weitere Informationen zum FVS mit den Klubs wie gewohnt teilen, voraussichtlich auf der nächsten Managertagung im Sommer", hieß es auf Anfrage. "Generell gilt: Die Wünsche der Klubs bilden die Grundlage für das weitere Vorgehen des DFB in Bezug auf FVS oder andere technische Hilfsmittel in der 3. Liga. Darüber hinaus besteht weiterhin Einigkeit darüber, dass vor einer Entscheidung über eine mögliche Einführung von FVS oder VAR ein Dialog der Klubs mit ihren Fans erfolgen sollte."

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