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·29. Juni 2026

FIFA Fußball WM 2026: Wo ist der US-Präsident Trump?

Artikelbild:FIFA Fußball WM 2026: Wo ist der US-Präsident Trump?

Die FIFA hatte die große WM-Bühne für Donald Trump schon aufgebaut, doch bislang ist der US-Präsident bei dem Turnier kaum präsent. Während auf dem Platz Tore, Tränen und Triumphe die Schlagzeilen prägen, bleibt vor allem eine Frage hängen: Wo ist Trump?

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US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump im Gespräch mit FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der offiziellen Auslosung der Fußball-WM 2026 am 5. Dezember 2025 im John F. Kennedy Center in Washington D.C. (Pool / Getty Images North America via Getty Images)


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Infantino hält an der Trump-Nähe fest

Gianni Infantino nutzte ausgerechnet den Endspurt der Vorrunde, um die Fußballwelt daran zu erinnern, dass Trump weiterhin eine Rolle spielt. Bei Fox, dem Haussender des US-Präsidenten, betonte der FIFA-Chef, dass er den WM-Pokal nach dem Finale gemeinsam mit Trump überreichen werde. „Wir sind die ganze Zeit zusammen“, versicherte Infantino.

Ganz so eng wie vor dem Turnier wirkt die Beziehung allerdings nicht mehr. Vor der WM war Infantino kaum von Trumps Seite gewichen, während der laufenden Endrunde ist die viel zitierte „Bromance“ aber deutlich leiser geworden. Trump selbst trat bisher kaum in Erscheinung und machte noch kein WM-Spiel zur großen Trump-Show.

Vorwürfe, Spekulationen und ein ungewöhnlich stiller Präsident

Genau das befeuerte schon im Vorfeld die Sorge, Trump könne die Mega-WM für eigene Zwecke nutzen. Auch wenn er sich bislang im Hintergrund hält, ist für Nicolas McGeehan von der Organisation FairSquare klar, dass der Präsident seine Ziele bereits erreicht hat. Trump und seine Berater hätten bei der WM „ihren aggressiven Nationalismus und Rassismus“ zeigen wollen, sagte McGeehan dem SID. Die FIFA habe ihnen das „ganz eindeutig ermöglicht“.

Als Beispiel nannte McGeehan Omar Artan, dem die Einreise in die USA verweigert worden war. Der somalische Referee, dem US-Behörden eine Verbindung zu mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen vorwerfen, wäre „ohnehin nie ins Land gelassen worden, und sie wollten daraus eine große Show machen“. Dazu kamen die Probleme bei der Einreise des irakischen Stürmers Aymen Hussein und der usbekischen Nationalmannschaft. „Deshalb haben sie im Wesentlichen bekommen, was sie wollten.“

Dass der US-Präsident, der in seiner zweiten Amtszeit kaum ein wichtiges Sportereignis in der Heimat auslässt, bislang bei keinem WM-Spiel vor Ort war, bezeichnete McGeehan als „ziemlich untypisch“. Ob Trump vor dem Finale noch eine Partie besucht, ist offen. Laut der Telegraph gilt das als „unwahrscheinlich“. Als Gründe für sein Fernbleiben kursieren Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, die politischen Probleme im Irankrieg und die Planungen für den 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli. Hinzu kommt die Sorge vor Fangesängen, die ihn mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung bringen könnten. Beim NBA-Finale der New York Knicks war Trump ausgebuht worden, und man wisse ja, „dass er es nicht mag, so behandelt zu werden“, sagte McGeehan.

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US-Präsident Donald Trump verfolgt die offizielle Auslosung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im John F. Kennedy Center for the Performing Arts am 5. Dezember 2025 in Washington, D.C. Foto: Patrick Smith / Getty Images

Die WM läuft, doch Trumps Politik bleibt spürbar

Während Trump nicht im Stadion auftaucht, rückt der Fußball selbst stärker in den Mittelpunkt. „Das Turnier läuft für die FIFA ziemlich gut“, meinte McGeehan. „Die frühen Kontroversen sind etwas in den Hintergrund getreten. Übrig geblieben sind die Trinkpausen als das wichtigste Thema.“

Ganz verschwunden ist Trumps Einfluss aber nicht. Das Heimatschutzministerium instrumentalisierte die Erfolge des US-Teams mit Grafiken, auf denen „Verteidigt das Vaterland. Eine Nation. Ein Heimatland. Ein Team“ stand, dazu kamen die Worte „Unser Boden.“ McGeehan nannte das „zutiefst faschistisch“.

Begleitet wird die WM außerdem von Streit um das iranische Team, von Einreiseproblemen und von der Sorge vor eskalierenden ICE-Einsätzen. Diese Einsätze blieben im Umfeld des Turniers bislang aus, laufen abseits der Scheinwerfer aber weiter. Zugleich zeigt die WM auch, dass die USA nicht nur für Trumps Isolationismus stehen.

Und trotzdem könnte der Präsident vor dem Finale jederzeit wieder ins Rampenlicht treten. Andrew Giuliani, der die WM-Taskforce des Weißen Hauses leitet, sagte, Trump habe Spaß an den Spekulationen: „Er liebt doch einen guten Cliffhanger, oder?“

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