FIFA-Schiri-Chef erklärt: Hätte das Tah-Tor zählen müssen? | OneFootball

FIFA-Schiri-Chef erklärt: Hätte das Tah-Tor zählen müssen? | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: Fussballdaten.de

Fussballdaten.de

·1. Juli 2026

FIFA-Schiri-Chef erklärt: Hätte das Tah-Tor zählen müssen?

Artikelbild:FIFA-Schiri-Chef erklärt: Hätte das Tah-Tor zählen müssen?

Das aberkannte Tor zum 2:1 für Deutschland gegen Paraguay sorgte nach dem WM-Aus für viel Gesprächsstoff. Nun meldete sich der Schiedsrichterchef der FIFA zu Wort.

Für die deutsche Nationalmannschaft war überraschend im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay (3:4 i.E.) Schluss. Das DFB-Team erlebte nach 2018 und 2022 somit ein erneutes Debakel bei einer Weltmeisterschaft. Dabei hatte Deutschland zwischenzeitlich in der Verlängerung mit 2:1 geführt. Das vermeintliche Tor von Jonathan Tah wurde jedoch wegen eines Foulspiels von Waldemar Anton aberkannt.


OneFootball Videos


Der Abwehrspieler hatte Paraguays Torwart Orlando Gill gestoßen, woraufhin der Unparteiische Jalal Jayed den Treffer nach Ansicht der Videobilder zügig einkassierte. Diese umstrittene Entscheidung löste einige Diskussionen aus. Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach nach dem Schlusspfiff von einem „kompletten Skandal“, Stürmerlegende Thierry Henry von einer „schockierenden Entscheidung“.

Artikelbild:FIFA-Schiri-Chef erklärt: Hätte das Tah-Tor zählen müssen?

Tah-Treffer: Jubel grenzen-, aber nicht endlos. Robert Cianflone/Getty Images

Schiri-Boss Collina nimmt Jayed in Schutz

"MagentaTV"-Experte und Ex-Schiedsrichter Patrick Ittrich reagierte ebenfalls mit Unverständnis. „Natürlich gibt es einen Kontakt, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten. Das war keine klare Fehlentscheidung. Der VAR-Eingriff war deshalb nicht gerechtfertigt“, ordnete der 47-Jährige ein. Pierluigi Collina, Schiedsrichterchef der FIFA, sieht das komplett anders. Wie der Italiener in einem Beitrag schrieb, habe Jayed korrekt entschieden.

Die WM-Schiedsrichter seien vor dem Turnier angewiesen worden, bestimmte Situationen, die „im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“ genau im Auge zu behalten, erklärte Collina. Dazu gehören auch Szenen wie jene zwischen Anton und Gill: „Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern.“

Collina erklärt: Tah-Treffer zählte zu Recht nicht

Anton durfte grundsätzlich seine Position halten, doch „wenn ein angreifender Spieler kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, so Collina.

Die Richtlinie gilt in einer solchen Situation „insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.“ Daher sei Tahs Treffer zu Recht nicht gegeben worden. Die Diskussionen um die Schiedsrichterleistungen bei dieser WM und die Rechtmäßigkeit der VAR-Eingriffe werden aber wohl auch nach Collinas Erklärung nicht abebben.

Impressum des Publishers ansehen