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·21. Juli 2026
FIFA-Verfahren gegen Argentinien: Mehr als eine Rangelei

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Das Finale war seit Minuten abgepfiffen, der Pokal noch nicht übergeben – und trotzdem lief im MetLife Stadium noch ein Spiel: Griff an den Hals, Schlag ins Gesicht, Rote Karte. Einen Tag nach Spaniens Triumph hat dieses Nachspiel nun ein Aktenzeichen.
Die FIFA hat ein Disziplinarverfahren wegen der Vorfälle rund um das WM-Endspiel gegen Spanien (0:1 n.V.) eingeleitet. Nach Verbandsangaben hat das Disziplinarkomitee erste Schritte eingeleitet und wertet nun Schiedsrichterberichte sowie TV-Aufnahmen aus, ehe einzelne Verfahren formell eröffnet werden. Namen nannte die offizielle Mitteilung nicht – die Bilder der Finalnacht taten es umso deutlicher.
Im Zentrum steht Leandro Paredes. Der Mittelfeldspieler sah nach dem Schlusspfiff die Rote Karte, nachdem er Eric García am Hals gepackt und Gavi mit der Hand ins Gesicht geschlagen hatte, ehe er ihn zu Boden stieß. Doch der Fall Paredes ist nur ein Kapitel. Untersucht wird laut Medienberichten auch:
Vor allem der letzte Punkt hebt das Verfahren über die Kategorie „Frustrangelei“ hinaus. Die Falklandinseln werden seit 1833 von Großbritannien verwaltet und von Argentinien beansprucht; 1982 mündete der Streit im Falklandkrieg. Die britische Regierung hatte die Banner-Aktion bereits nach dem Halbfinale kritisiert. Jetzt liegt sie auf dem Tisch des Weltverbands.
Für den argentinischen Fußball ist der Gang vor die FIFA-Disziplinarkammer inzwischen fast Turnier-Routine. Schon 2022 ermittelte der Weltverband zweimal: nach dem hitzigen Viertelfinale gegen die Niederlande – und nach dem gewonnenen Finale gegen Frankreich, als die Feierlichkeiten samt Emiliano Martínez‘ obszöner Geste und dem Umgang mit Kylian Mbappé ein Verfahren wegen möglicher Verstöße gegen Fair-Play- und Medienregeln nach sich zogen. Drei WM-K.-o.-Runden in Folge, drei Verfahren. Man kann das als Pech mit den Emotionen abtun. Man kann darin auch eine Verbandskultur erkennen, die den Grat zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust zu oft auf der falschen Seite verlässt.
Über das Strafmaß entscheidet die Auswertung der Beweise. Realistisch sind Geldstrafen für den Verband und Sperren für die betroffenen Akteure – für Paredes ist eine Sperre nach der Roten Karte ohnehin gesetzt, offen ist nur ihre Länge. Zur Einordnung: Die Feier-Verfahren von 2022 endeten ohne drastische Sanktionen, Fan-Vergehen anderer Verbände wurden in Katar mit Geldstrafen zwischen 20.000 und 100.000 Euro belegt. Schmerzhafter als jede Summe dürfte ohnehin etwas anderes sein: Die letzten Bilder dieser argentinischen Turnier-Generation zeigen keinen würdevollen Abschied eines Vizeweltmeisters – sondern einen Ausraster, den nun Juristen sortieren müssen.
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